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Usinger Anzeiger

Grävenwiesbach 

"Das hier ist für uns ein ganz toller Drehort"

01.07.2009 - GRÄVENWIESBACH

Spielfilmdreh an der Eisenbahnbrücke zwischen Grävenwiesbach und Naunstadt

/NAUNSTADT (anr). "Wir drehen jetzt, Kamera läuft", ertönte der Ruf des Aufnahmeleiters Dirk Ebeling an der Eisenbahnbrücke auf der Landstraße zwischen Grävenwiesbach und Naunstadt. Seit Montag dreht der Hessische Rundfunk den Spielfilm "Verhältnisse" mit verschiedenen Szenen auch in der Gemarkung Grävenwiesbach.

Während am Montag die Straße zwischen dem Laubacher Kreuz und Heinzenberg gesperrt werden musste, weil auf dem 2,6 Kilometer langen Straßenstück eine Szene mit zwei Fahrzeugen gedreht werden musste, hat die eigentliche spektakuläre Auseinandersetzung zwischen den beiden Protagonisten des Films an der Eisenbahnbrücke ihren Höhepunkt.

"Das ist ein ganz toller Drehort wegen der alten Sandsteinbrücke und der Richtung der Kurve" zeigt sich der Regisseur des Films Stefan Kornatz mit der Auswahl der "Location" durch Szenenbildnerin Bettina Schepp, welche dafür in "halb Hessen" unterwegs war, vollauf zufrieden. Darüber hinaus habe das logistische Umfeld für die Technik, der relativ geringe Aufwand in Sachen Verkehrsumleitung und die problemlosen Genehmigungen durch die Gemeinde, die Straßenverkehrsbehörde oder die Vertreter der Taunusbahn zugunsten des Drehortes "Am Hardtköppel" entschieden, ergänzt Produktionsleiter Arno Maas: "Wir unterstützen gerne die Gemeinde und die Firmen in der Umgebung, in der wir drehen, in dem wir beispielsweise das Dorfgemeinschaftshaus Naunstadt als Standort angemietet haben. Die Präparierung der Straße mit sechs Tonnen Asphalt und die Rückführung eines Straßengrabens in den ursprünglichen Zustand wird beispielsweise von der hier ansässigen Firma Terra Bau übernommen." Darüber hinaus lobt der Bad Homburger Maas die seit Jahren konstruktive, klar strukturierte Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden beim Hochtaunuskreis, sowie vor Ort mit Hans- Udo Schlemmer von der Straßenverkehrsbehörde oder Jochen Kilian von der Straßenmeisterei Usingen: "Die sagen genau, was geht und was nicht." Selbstverständlich wurden auch die Verantwortlichen der Taunusbahn informiert, deren Fahrbetrieb nicht eingeschränkt war, jedoch die Fahrdienstleiter über die simulierte Rauchentwicklung an der Brücke nach dem Unglück Bescheid wussten. Die Einwohner am Hardtköppel waren durch Handzettel informiert worden, warum sich ihr Wohngebiet kurzfristig teilweise in ein Filmset verwandelt hatte. Der Streifen, zu dem Regisseur Kornatz seit Oktober 2008 auch das Drehbuch geschrieben hatte und der seit dem 16. Juni gedreht wird, ist der zweite große Film des ehemaligen Regieassistenten nach seiner Premiere mit "Sklaven und Herren". In den Hauptrollen werden dabei die Schauspieler Devid Striesow, als dessen Ehefrau Nicolette Krebitz und als der Kontrahent der Dreiecksbeziehung der "Theaterstar" der Schaubühne Lars Eidinger zu sehen sein. Eine berufliche Krise, eine zerbrechende Ehe und ein unter Asthma leidendes Kind sind Bestandteile dieses Familiendramas, dessen Ausgang natürlich nicht verraten werden darf.

"Achtung, Auto fährt ab," sorgt Ebeling für Ruhe am Set, während 17 Blogger als Streckenposten dafür sorgen, dass niemand unerwartet in die Spielszene eingreift. In der kleinen Hintertaunusgemeinde absolviert der hessische Rundfunk mit einem Team von zirka 50 Personen zwei Drehtage und in zwei Wochen in der Nähe der Felder von Landwirt Peter Eisinger noch einmal einen Drehtag. Während des Drehs des kontrolliert, gefilmten Unglück an der Brücke mit einem präparierten in Brand geratenen Unfallauto sorgte die Freiwillige Feuerwehr Grävenwiesbach für den Brandschutz und übernahm zum Abschluss auch die Löscharbeiten am brennenden Fahrzeug.


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