Wärme aus der Erde für die neue Philipp-Reis-Schule
10.07.2010 - FRIEDRICHSDORF
Kreistagsabgeordnete besichtigen Erdsondenfeld auf der Großbaustelle in Friedrichsdorf
(jop). Der Hochtaunuskreis hatte zu einem Ortstermin auf die Großbaustelle der Philipp-Reis-Schule (PRS) an der Färberstraße in Friedrichsdorf eingeladen. Leitende Mitarbeiter der mit Erdbohrungen beauftragten Firmen Terra Therm und Dr. Hug Geoconsult erläuterten einer Besuchergruppe die Vorteile der Erdwärme als Energiequelle für die Erwärmung von Großbauten.
Seit dem 25. Mai ist Bohrmeister Winfried Schoch von der Firma Terra Therm Erdwärme aus Fulda mit seinem Team auf der Großbaustelle der Philipp-Reis-Schule zugange. Auf einem Erdsondenfeld bohrt er im Erdreich nach Wärme. In 120 Meter Tiefe wird die Erdwärme abgezapft. An vier Bohrgeräten arbeiten jeweils ein Geräteführer und drei Gehilfen, um die aus Kunststoff bestehenden Sonden in das Erdreich zu bringen. Das Terra Therm-Team wird bei seinen Arbeiten von der Oberurseler Beraterfirma Dr. Hug Geoconsult unterstützt. Diplom-Geologe Thomas May war mit dem Geologie-Studenten Benedikt Rumpf vor Ort, um mit Schoch Einzelheiten zu besprechen. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Sondenfeld, das später der Parkplatz der Schule sein wird, sind seit Ende Mai bereits 25 Bohrungen durchgeführt worden. „Dieses Erdsondenfeld ist das größte, das bisher ihm Rahmen des Schulbauprogramms genutzt wird“, schwärmt Kreisbeigeordneter Uwe Kraft und spezifiziert: „Die Geothermie passt hervorragend zur Bauweise der Schule, wir gehen hier ganz neue Wege.“ CDU-Mann Kraft hatte mehrere Kreispolitiker zum Besichtigungstermin mitgebracht, so unter andrem Madeleine Funke und Kirsten Löw, die SPD-Abgeordnete Beate Denfeld sowie Weilrods Altbürgermeister Hartmut Haibach. Sie alle interessieren sich für den Einsatz der Geothermie, die die Grundversorgung der neuen PRS sicherstellt. Kraft fachkundig: „Hinzu kommt, dass wir uns für eine Betonkernaktivierung entschieden haben. Das heißt, dass die Betondecken für die Temperierung der Räume genutzt werden.“
„Wir führen rund 70000 solcher Bohrungen im Jahr durch“, berichtete Jürgen Winter, Geschäftsführer der Terra Therm, der Ende Juli mit den 45 Bohrungen in Friedrichsdorf durch sein will. „Wir liegen mit 25 Bohrungen gut im Zeitrahmen.“
Die für die PRS Friedrichsdorf geplante Heizungsanlage, die von 120 Quadratmetern Sonnenkollektoren auf dem Dach der Sporthalle für das Warmwasser ergänzt werden, dürfte den Hochtaunuskreis 750000 Euro kosten, die sich aber in 15 Jahren amortisierte haben, erklärte Beigeordneter Kraft.
Der Neubau der Schule, der zu den größten Einzelmaßnahmen des Hochtaunuskreises zählt, kostet inklusive aller Nebenkosten rund 75 Millionen Euro und soll Ende 2011 abgeschlossen sein. Die Stadt Friedrichsdorf beteiligt sich mit sechs Millionen Euro an den Kosten für die Sporthallen.