Ein neues Jahr inklusive Inklusion
04.02.2012 - HOCHTAUNUS
Auf ihrem Neujahrsempfang blicken Hochtaunus-Schulleiter hoffnungsvoll auf 2012
(oh). Sehr entspannt klang es nicht, das Motto des Neujahrsempfanges des Interessenverbands hessischer Schulleiterinnen und Schulleiter (IHS) Hochtaunus. „Das Jahr 2012 - Was haben wir zu erwarten?“, fragte man ein wenig unsicher in die versammelte Schulleiter- und Politikerrunde, darunter mit CDU-Fraktionschef Gregor Sommer und FDP-Fraktionsmitglied Heike Kolter Vertreter der Kreispolitik sowie FDP-Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Ruppert, die sich am Donnerstagnachmittag in der Mensa der Königsteiner Schule am Kastanienhain traf. Aber Schwarzseherei betrieb man nicht, sondern schickte sich an, hoffnungsvoll in die nahe Zukunft zu blicken.
Gottlieb Burk, IHS-Kreisvorsitzender und Leiter der Wehrheimer Heinrich-Kielhorn-Schule, sprach in seiner Begrüßung von „gravierenden Veränderungen“ und „großen Herausforderungen“, die das Jahr 2012 für die Schullandschaft bereithalten werde. Burk spielte damit auch auf das Thema Inklusion - also den gemeinsamen Unterricht von Regel- und Förderschülern - an, das im neuen Jahr verstärkt angegangen werden soll. Burk bekräftigte außerdem die „professionelle Rolle, die jeden Tag von uns gefordert wird“, und mahnte eine Bündelung der Kräfte „miteinander statt gegeneinander“ an, ebenso wie einen zeitlichen Ausgleich angesichts des Ausbaus der Betreuungsangebote. Burk forderte eine „wertschätzende Grundeinstellung“ an höheren Stellen ein, sprach von „explodierten Wochenarbeitszeiten“ und sieht das Kultusministerium in der Pflicht, hier gegenzusteuern. Ministeriumsvertreter waren zwar nicht anwesend, dafür versuchte aber Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wolfgang Müsse, den Schulleitern „die Angst zu nehmen“. Er verwies hier auf die im Vergleich zu anderen Regionen stabilen Schülerzahlen im Kreis und sah den aufkommenden Fachkräftemangel als „große Chance für ihre Absolventen“. Müsse verwies weiterhin auf die zahlreichen Schuleinweihungen im vergangenen Jahr und die anstehende Zusammenlegung der Usinger Konrad-Lorenz-Schule und der Wehrheimer Heinrich-Kielhorn-Schule in einem gemeinsamen Neubau. Dies sei noch keine Inklusion „im Sinne der UN“ aber durch die räumliche Nähe ein „erster und wichtiger Schritt in einem langen Prozess“. Ansonsten hatte Müsse, in Vertretung von Landrat Ulrich Krebs, nichts zu verschenken: Er verwies auf das Kreis-Haushaltsdefizit von rund 30 Millionen Euro und kündigte für den Kreis an, „2012 kürzertreten zu müssen. Das alles sei aber „kein Anlass zu Depression“, denn 2012 werde ein „ganz normales Jahr“, so seine Prophezeiung.
Auch Schulamtsdirektor Günter Donath, warnte vor einer „pessimistischen Weltschau, die unsere Kinder nicht verdienen“. Hinsichtlich der kommenden Inklusion - die entsprechende Verordnung des Landes soll Ende März erfolgen - forderte er auch den gesellschaftlichen Konsens ein, ohne den dieses Projekt nicht gelingen werde. Für die Umsetzung der kommenden Verordnungen versprach er die volle Unterstützung des Schulamtes. Als vollen Erfolg sieht Donath die Einführung des „Kleinen Schulbudgets“ im Hochtaunuskreis. 50 Prozent der Schulen hätten sich 2011 daran beteiligt. Im „Kleinen Schulbudget können die Schulen selbstständig ihr Budget verwalten und in den vier Bereichen Lehrmittel, Fortbildung, Unterrichtsvertretungen und IT einsetzen. Attraktiv für Schulen ist dabei, dass nicht abgerufene Mittel ins neue Jahr übertragen werden können oder von einem der vier Bereiche in einen anderen verschoben werden können. Fast alle Schulen hättren dabei Rücklagen gebildet, so Donath, der zum Abschluss seiner Auführungen die Schulleiter ermunterte „optimistisch zu bleiben, denn Schulraum ist Lebensraum.“
Einen bunten Rahmen um die sachlichen Ausblicke legte die Neue Musikschule Hochtaunus mit instrumentalen und chorischen Beiträgen. Kabarettist Ilia Kamphues hielt dann der leitenden Lehrerschaft bei Snacks und Getränken einen spaßigen Spiegel vor.