Freizeit-Konflikt im Feldberggebiet - Nach Sperrung der Wege: Interessenvertretung hakt beim Landrat nach
HOCHTAUNUS (bu). Auf den Ärger mit den Motorradfahrern folgt nun Ärger mit Mountainbikern im Feldberggebiet. Auf deren Interessenlage hat jetzt Thomas Kleinjohann, Vorsitzender und Ausbildungsleiter der Deutschen Initiative Mountain Bike (DIMB) aus Ingelheim, in einem Brief an Kreisausschuss, Landrat Ulrich Krebs und den Ersten Beigeordneten Dr. Wolfgang Müsse hingewiesen und "mit dringender Bitte um Einrichtung eines runden Tisches" aufgerufen.
Die Feldbergregion müsse insbesondere an Wochenenden einem enormen Besucherdruck der Fußgänger, Nordic Walker und Mountainbiker standhalten. Die enorm starke Frequentierung der Wege führe zu Konflikten "und zu einem Ausweichverhalten aller Nutzergruppen sogar bis in die Tiefen des Naturschutzgebietes Altkönig hinein. Es wird zuhauf abseits der Wege gegangen und gefahren."
Das Forstamt Königstein habe ein deutliches Exempel statuiert und alle Wege jenseits der Hauptrouten für Mountainbiker gesperrt. Da auch Wege betroffen seien, deren Befahrung aus Sicht der Biker und auch der DIMB teilweise im Einklang mit dem Forstgesetz stehe, führe das "zu massivem und wie wir meinen begründetem Protest der betroffenen Biker".
Das Forstamt habe die Möglichkeit eingeräumt, Sperren wieder zu entfernen. "Dieser Ansatz packt das eklatante Problem in der Feldbergregion jedoch nicht an der Wurzel. Hier müssen nach Ansicht der Biker zeitnah Lösungen gefunden werden, die das Konfliktpotenzial zwischen den Nutzergruppen reduzieren und die Umwelt nachhaltig entlasten."
Es sei der richtige und "zielführende Ansatz, den abfahrtsorientierten Bikern ein Angebot in Form einer eigenen Abfahrtsstrecke zu machen. Damit wäre das Problem des nicht genehmigten Wegebaus mit Rampen, Schanzen etc. kanalisierbar und die Beeinträchtigungen für die Natur gingen deutlich spürbar zurück."
Bei verschieden schweren Abfahrtsvarianten würde auch ein Großteil der "normalen Tourenbiker" eine der attraktiven Abfahrten wählen und nicht mehr über die stark frequentierten Wege abfahren.
"Daher unterstützen wir nach Kräften unseren Mitgliedsverein Wheels over Frankfurt (WOFFM e.V.), der seit über fünf Jahren versucht, eine legale Strecke in der Feldbergregion zu erwirken." Auf Wunsch des Kreises hätten sich die Biker als Verein etabliert, da die Behörde einen "justitiablen Ansprechpartner" suchte. "Der Prozess scheint immer wieder ins Stocken zu geraten. Sei es, weil ein privater Investor zusagt und doch wieder abspringt, Beteiligte nicht wie erhofft mitwirken etc." Die Biker empfinden sich, so Kleinjohann, mittlerweile nicht mehr ernst genommen und hätten andere Wege gewählt, ihren Sport auszuüben. Dies gehe letztlich leider zu Lasten der Natur, was niemand wolle.
Die DIMB und ihre rund 400 Mitglieder der regional tätigen DIMB IG Taunus sowie der Mitgliedsverein WOFFM möchten bereits anderenorts bewährte Lösungen zu Einrichtung und Betrieb einer solchen Strecke in einem persönlichen Gespräch vorstellen und sich ein Bild von der weiteren Entwicklungsplanung machen können.