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Usinger Anzeiger

Landkreis Hochtaunus  

"Geringe Kriminalitätsbelastung" für Usinger Land

14.01.2009 - HOCHTAUNUS

Kriminalstatistik für den Hochtaunus - Straftaten um 9,1 Prozent zurückgegangen - Möglicher Täter nach vielen Jahren gefasst

(kat). Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Straftaten im Bereich der Polizeidirektion Hochtaunus sind im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent zurückgegangen. Darüber hinaus konnten 52,9 Prozent der im Kreis begangenen Straftaten von der Polizei aufgeklärt werden. "Damit wurde die höchste Aufklärungsquote der vergangenen zehn Jahre erreicht", heißt es in der Kriminalstatistik 2008, die gestern im Landratsamt vorgestellt wurde.

"Dass bei nahezu allen Delikten Rückgänge zu verzeichnen sind, geht auch auf die gute Präventionsarbeit der Polizei zurück", sagte einleitend Landrat Ulrich Krebs. Zudem verwies er unter anderem auf die gute Zusammenarbeit der Polizei mit den Schulen.

Reiner Sinkel, Leiter der Regionalen Kriminalinspektion für den Hochtaunuskreis, stellte danach dezidiert die Zahlen für den Kreis vor. Eine "geringe Kriminalitätsbelastung" bescheinigte er dem Usinger Land. Das hänge unter anderem damit zusammen, dass es im Vergleich zum Usinger Land, etwa in Bad Homburg oder Oberursel einen großen Anteil sogenannter "importierter Kriminalität" gebe, hier also Straftaten von Auswärtigen verübt werden, die teilweise eigens anreisen, um etwa auf Veranstaltungen für Unruhe zu sorgen. "Das erinnert dann fast an Hooligans, wie wir sie aus dem Fußball kennen", so Sinkel.

Viele Straftaten aufgeklärt

Doch nicht nur bei der Anzahl der Straftaten kann die Polizei Positives für das Usinger Land berichten. Auch die Aufklärungsquote liegt bei den einzelnen Städten und Gemeinden über dem Durchschnitt. In Usingen wurden etwa 60,8 Prozent der Straftaten aufgeklärt, in Weilrod lag die Aufklärungsquote gar bei 63,4 Prozent. Das ist der beste Wert aller Kommunen im Kreis.

Im gesamten Hochtaunuskreis sei die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr auf einen Tiefststand gesunken. Die Polizei registrierte 384 Fälle im Jahr 2008. Zum Vergleich: Im Jahr 1999 wurde noch in 1103 Wohnungen eingebrochen. Auch die Zahl der Diebstähle hat kontinuierlich abgenommen. So wurden 2008 16,3 Prozent weniger Diebstähle begangen.

Trotz aller positiven Entwicklungen in vielen Bereichen, gibt es aber auch einige Wermutstropfen: So zeigt die Statistik höhere Zahlen im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und hier besonders beim Besitz von Kinderpornografie. Hier stieg die Zahl von 20 auf 47 Fälle. Dieser Anstieg sei im Wesentlichen auf mehrere größere Ermittlungsverfahren des Bundeskriminalamtes zurückzuführen, die auch Täter aus dem Hochtaunuskreis einbezogen haben. Zudem wurden mehr Fälle von Stalking registriert. Hier sei die Zahl von zwölf Delikten im Jahr 2007 auf 75 im Jahr 2008 gestiegen. "Das hat damit zu tun, dass die Fälle vermehrt angezeigt werden", so Sinkel.

Neben der eigentlichen Polizeiarbeit hätten die Beamten auch immer mehr mit Dienstaufsichtsbeschwerden zu tun. Das führt Sinkel unter anderem darauf zurück, dass "der Respekt vor der Polizei einfach nicht mehr da ist". Bei routinemäßigen Kontrollen würden die Beamten dann schon einmal angeherrscht: "Was willst Du? Ich nehme mir einen Anwalt". Sinkels Resümee: "Die wollen die Polizei einfach nur mit Arbeit überziehen."

Dass Polizeiarbeit aber auch noch Erfolge zeigen kann, wenn schon 20 Jahre vergangen sind, macht der Fall der 74-jährigen Margarethe B., geschiedene Ehefrau des ehemaligen Frankfurter Theaterintendanten Harry B., deutlich. Die Frau war von ihrer Tochter im Juni 1989 tot im Bett in einem Mehrfamilienhaus in Königstein aufgefunden worden. Sie war erwürgt und beraubt worden. Mit Hilfe neuer DNA-Verfahren konnte der mögliche Täter am 13. August vergangenen Jahres festgenommen werden. Dem Mann, einem ehemaligen Busfahrer aus dem Hintertaunus, wird nun im Frühjahr 2009 in Frankfurt der Prozess gemacht.


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