Planungen für den Oberurseler Bahnhof liegen vor
(ua). Die angestrebte Verbesserung der Verhältnisse in und um den Bahnhof Oberursel nimmt nach Angaben aus der Stadtverwaltung zunehmend konkrete Formen an und rückt immer näher. Nach dem einstimmigen Beschluss des Stadtparlamentes zur Änderung des Bebauungsplanes, der noch die alte Tunnelplanung beinhaltete, ist der Weg nun frei für die neuen Planungsüberlegungen, die absehbar in ersten Baumaßnahmen münden sollen.
Die Planungen sehen als erste zu realisierende Schritte für die nächsten zwei Jahre Einzelmaßnahmen vor, die ineinandergreifen und sich gegenseitig stark beeinflussen: Den Bau der Fuß- und Radwegunterführung als Zugang zum Mittelbahnsteig und mit Durchstich nach Bommersheim; die Sanierung des Bahnhofsgebäudes mit angegliederter Mobilitätszentrale; die Sanierung der Vorfahrtsstraße vor dem Bahnhofsgebäude mit angrenzenden Umgriffsflächen; den Neubau der U-Bahnstation mit Verlängerung und Anhebung der Bahnsteige.
Zielpunkt für diese vier Maßnahmen ist der Hessentag 2011. Hierbei gehe es jedoch nicht alleine um die städtebauliche Aufwertung, sondern vor allem darum, über sichere, barrierefreie und komfortable ÖPNV-Einrichtungen verfügen zu können.
Zentraler Punkt sei der Bau der Fuß- und Radwegeunterführung, die sogenannte PU-Ost. Diese Unterführung ermögliche erstmals den barrierefreien Zugang zu den Gleisen, "was für alle älteren Menschen, aber auch Menschen mit Behinderungen sowie Leute mit Kinderwagen ein großer Fortschritt ist", so Bürgermeister Hans-Georg Brum. Ebenso ermöglicht die neue Unterführung die Unterquerung der Bahnlinie für viele Schülerinnen und Schüler, die von den südlichen Bahnsteigen täglich in eine der Schulen der Innenstadt wollen.
Die Unterführung ist allerdings auch jene Maßnahme, die aufgrund ihrer langen Bauzeit als besonders zeitkritisch einzuordnen ist. "Der Zeitrahmen ist sehr knapp, aber durchaus zu erreichen. Die Ampeln dafür stehen auf grün", erläutert Bürgermeister Brum. "In den kommenden zwei Monaten werden wir gemeinsam mit der Bahn die erforderlichen Genehmigungen erwirken können. Nach erfolgter Ausschreibung und Vergabe erhoffen wir uns einen Spatenstich gegen Ende des Jahres, spätestens im Januar 2010. Dass dies gelingen kann, ist nicht zuletzt der guten Mitarbeit der Verantwortlichen bei der Bahn zu verdanken."
Auch bei der Sanierung des Bahnhofsgebäudes verfolgt die Stadt mit der SEWO das ehrgeizige Ziel, bis 2011 ein komplett saniertes Gebäude präsentieren zu können. Diese Zeitschiene sei eng gefasst, aber dennoch realisierbar. Und sie stehe in direktem Zusammenhang mit der Aufwertung der Außenanlagen rund um das Gebäude.
Das Bild wird abgerundet vom Neubau der U3- Bahnsteige am Bahnhof. Diese werden, wie bei den Stationen "Altstadt" und "Stadtmitte", um etwa 30 Zentimeter angehoben und barrierefrei errichtet. Die Durchführung dieser Baumaßnahme ist abhängig von der Bezuschussung mit Landesmitteln. Der Antrag sei gestellt, mit Eintreffen des Bewilligungsbescheides könne die Baumaßnahmen beginnen, was spätestens im Frühjahr 2010 der Fall sein wird. Brum: "Wir sind guten Mutes, dass wir diese zeitlichen Herausforderungen meistern können."
Wenig Verständnis hat Bürgermeister Brum für die Klage der Bürgerinitiative zum Bahnhof: "Im Kern verfolgt diese Klage das Ziel, die von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung geforderten Baumaßnahmen am Bahnhof zu verhindern. Davon können wir uns nicht beeinflussen lassen. Nachdem sich der alte Bebauungsplan als nicht durchsetzbar erwiesen hat, muss es auch im Interesse der Anwohner sein, dass wir ein Änderungsverfahren einleiten, um eine verträgliche Verkehrslösung realisieren zu können. Die PU-Ost bringt uns am Bahnhof viele Vorteile. Einen wirkungsvollen Lärmschutz behindert sie nicht. Dazu sind wir auch bereit, alternative Trassenführungen zu prüfen."
Die Stadt werde in den kommenden Wochen auf die Bürgerinitiative zugehen, um in einem Gespräch die Spielräume für eine gegenseitige Verständigung zu erörtern.