Die Berliner Autorin Yadé Kara zu Gast in der ARS
(pl). Die Schulbibliothek der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) veranstaltete am Freitag, dem letzten Tag der bundesweiten Bibliothekswoche, in der Aula eine besondere Autorenlesung. Yadé Kara las aus ihrem Buch "Selam Berlin" (Sei gegrüßt, Berlin).
Die im türkischen Cayirli geborene deutschsprachige Schriftstellerin wuchs in Berlin auf, hat in der Metropole die Öffnung der Mauer erlebt und erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte des 19-jährigen Türken Hasan Kazan.
Nach jahrelanger Pendelei mit seiner Familie zwischen Bosporus und Spree beschließt Hasan am Tag des Mauerfalls, Istanbul zu verlassen und ganz nach Berlin zurückzukehren. Er will mit dabei sein, wenn die große Berlin-Party steigt. In aberwitzigem Tempo rast Hasan durch die neue Hauptstadt. Dabei beschreibt er seine Gefühle und Erlebnisse unmittelbar nach Öffnung der Mauer. Der atemberaubende tragikomische Roman voller farbiger Charaktere und Episoden aus Ost und West handelt vom Erwachsenwerden, von Freundschaft, von der Suche nach der großen Liebe, von Verrat und Identität.
Die Lesung von Kara war mit Schülern, Lehrern und interessierten Bürgern sehr gut besucht. Bei so mancher Passage konnten sie sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Dies lag einmal an den vielen kleinen Pointen, die Kara in ihre fiktive Story eingebaute hat, aber auch an der teils recht umgangssprachlichen Form, mit der Hasan seine Geschichte in der Ich-Form erzählt.
Am Ende der Lesung beantwortete die Autorin Fragen aus den Reihen der Besucher. So interessierte die Zuhörer beispielsweise, wie lange Kara am Roman "Selam Berlin" geschrieben habe, ob es die Figuren darin tatsächlich gebe oder wie sie auf die Idee zur Geschichte gekommen sei. Auch die Fragen nach den eigenen Erlebnissen der Autorin im sich verändernden Berlin sowie nach biografischen Inhalten innerhalb der Geschichte kamen aus den Reihen der Zuhörer.
Marlies Schwarze von der Buchhandlung Weddigen hielt vorsorglich eine ganze Reihe des im Diogenes Verlag erschienenen Buches "Selam Berlin" parat. Auch der Fortsetzungsroman mit dem Titel "Café Cyprus" gehörte dazu. Jeder, der eine Ausgabe gekauft hat, konnte sie von der Autorin signieren lassen.
Die Handlung des Buches rund um den Mauerfall hatte Elke Hofmann und Miriam Leidecker, die beiden Leiterinnen der ARS-Schulbibliothek, dazu bewogen, Yadé Kara nach Neu-Anspach einzuladen. Zum aktuellen Gedenktag an die Wiedervereinigung Deutschlands würde das Buch von Kara gut passen, meinte Hofmann. Besonders habe ihr der Inhalt des Romans, gespickt mit viel Humor, und die Geschichte über junge, liebende Menschen gefallen.
Schulleiterin Kristina Huttenlocher bedankte sich in ihrem Schlusswort bei der Berliner Autorin sowie dem Team der ARS-Schulbibliothek.