Ein Hund fürs Leben - für Frida und für andere
21.06.2010 - NEU-ANSPACH
Wohltätigkeitswanderung der Hasenberg-Schüler erbrachte 19 500 Euro - 8000 Euro an „Vita Assistenzhunde“ überreicht
(pl). Unter dem Motto „Gesunde Kinder wandern für kranke Kinder“ hatten Schüler der Neu-Anspacher Grundschule „Am Hasenberg“ im April auf Initiative des Rotary Clubs Usingen eine Wohltätigkeitswanderung durchgeführt. Die Summe der Spendengelder ist beeindruckend: 19 500 Euro wurden erwandert.
Gemeinsam mit dem Kollegium der Schule hat der Rotary Club drei soziale Einrichtungen ausgesucht, die mit dem Geld unterstützt werden. 7000 Euro wurden bereits dem Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Gießen zur Kinderkrebsforschung übergeben. 4500 Euro sind für die Initiative zur weltweiten Ausrottung von Polio (Kinderlähmung) bestimmt, eine Partnerschaft von Rotary International gemeinsam mit dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Am Freitag überreichte der Rotarier Peter Heinemann, Organisator der Wohltätigkeitswanderung, mit dem zukünftigen Usinger Rotary Club Präsidenten Friedhelm Westebbe in der Hasenbergschule 8000 Euro an Vita Assistenzhunde. Das ist ein Verein, der seit zehn Jahren Hunde zur Begleitung schwerbehinderter Kinder und Erwachsener ausbildet. Mit den Worten „Ich bin sprachlos“ nahm die zweite Vorsitzende von Vita, Tierärztin Dr. Ariane Volpert, den Umschlag mit der Überweisungsbestätigung entgegen. Schulleiter Horst Eufinger freute sich, den Kindern in der Schulaula zeigen zu können, wofür die größte Summe ihrer Wohltätigkeitswanderung bestimmt ist. Dr. Volpert hatte neben den vier Assistenzhunden Fellow, Anouschka, Amy und Frasier auch Hundepatin Ulrike Reimann mitgebracht. Die Patin kümmert sich im ersten Jahr der Hundeausbildung um die Tiere. Und was es bedeutet, einen Assistenzhund sein Eigen zu nennen, zeigte Frieda auf eindrucksvolle Weise. Frieda, ein behindertes Mädchen im Rollstuhl, wird seit September auf Schritt und Tritt vom Assistenzhund Fellow begleitet. „Fellow beschützt mich“, sagt die kleine Frieda. Und nicht nur das, die Schulkinder konnten sehen, wie Fellow der behinderten Frieda die Socken auszog, eine Tasche oder Schuhe holte und seine eigene Hundeleine zu Frieda brachte. Es geht sogar so weit, dass Assistenzhunde Lichtschalter betätigen, Türen öffnen oder beim Einkaufen helfen. Kurzum Menschen, die durch eine Körperbehinderung in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, alltägliche Handgriffe abnehmen. Ganz zu schweigen von der sozialen Komponente, die so ein treuer Gefährte vermittelt, denn Fellow gibt Frieda im täglichen Leben jederzeit das Gefühl von Sicherheit - „Ich hab jetzt keine Angst mehr“. Ob denn Fellow auch mit in die Schule gehen darf, war eine der Fragen, die die Schulkinder interessierte. „So soll es auf jeden Fall werden“, erklärte Friedas Mutter Birgit Krieger, denn Frieda und Fellow gehören jetzt nun mal für immer zusammen.