Vorgesehene Konjunkturmaßnahmen werden teuer
(ek). Der Abbruch und Neubau der Sanitärgebäude am Waldschwimmbad im Rahmen des Konjunkturprogramms und die Projekte unter Berücksichtigung der jüngsten Kostensteigerungen wurden am Donnerstagabend in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Wirtschaftsausschusses der Stadt Neu-Anspach ausgiebig diskutiert.
Seitens der Grünen bedauerte Jutta Bruns, dass man die Maßnahme am Schwimmbad angesichts der Mittel, die aus dem Konjunkturprogramm zur Verfügung stehen, nicht mutiger angehe und stattdessen an der im Jahr 2002 priorisierten Variante festhalte. Sie plädierte für ein große Lösung, aber einfachere Bauweise, und hätte gerne in den Neubau das marode Gebäude an der Kasse und die Gaststätte mit einbezogen. Auch Andreas Moses (CDU) störte sich daran, dass der "alte Krempel" stehen bleibt und zwischen Gaststätte und Technikbereich ein neues Gebäude entstehen soll.
Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) wies darauf hin, dass bei der nun berechneten zehnprozentigen Kostensteigerung schon alleine 262000 Euro Eigenanteil für das Schwimmbad an der Stadt hängen bleiben. Zusammen mit den Mehrkosten für den Anbau des Feuerwehrgerätehauses Hausen, die Sanierung des Sportlerheims Hausen und die Verkehrserschließung am Sportfeld in Hausen sind laut Hoffmann 400 000 Euro aus dem Stadtsäckel zu finanzieren. "Ich würde auch gerne das Schwimmbad ausbauen, aber wir schwimmen nicht in einem Plus-Haushalt", meinte der Verwaltungschef und erinnerte an die notwendige Haushaltskonsolidierung.
Wie Markus Wolf, der neue Mitarbeiter im Bauamt, kompetent vermittelte, ist die um eine Solaranlage modifizierte Variante aus dem Jahr 2002 schon extrem kostengünstig geplant und lässt sich nicht mehr einfacher gestalten. Der Verzicht auf eine externe Bauleitung bringe weitere Einsparungen. Die Erweiterung von zwei auf vier Duschen basiere auf der erwarteten Erhöhung der Besucherfrequenz, das Pultdach sei für die Installation der Sonnenkollektoren erforderlich, und die neue größere Filteranlage passe unter das größere Dach. Auch Wolf konnte sich eine Überdachung von Kassenraum und Gaststätte vorstellen, gab aber zu bedenken, dass ein Kubikmeter überbauter Raum rund 400 Euro koste, was zusätzliche Mehrkosten für den Schwimmbadumbau in Höhe von 400 000 bedeute.
Die Maßnahme am Schwimmbad sei allein durch das Konjunkturprogramm möglich geworden und müsse mit möglichst wenig eigenen Mitteln umgesetzt werden, machte Hoffmann klar und setzte nach: "Wir wollen kein neues Bad bauen." Wenn man mehr wolle, dann müsse die Maßnahme zurückgestellt und in zwei bis drei Jahren angegangen werden, meinte dazu Reinhard Stephan (CDU). Auf Anfrage von Moses erklärte Wolf, dass aufgrund der vorgelegten Planung, die nach der Aussage des Bürgermeisters bis April umgesetzt sein soll, später ein zweiter Bauabschnitt möglich. Abbruch und Neubau der Sanitärgebäude wurden einstimmig verabschiedet.
Rund 150 000 Euro teurer werden auch die Maßnahmen am Feuerwehrgerätehaus und am Sportlerheim in Hausen sowie die damit verbundene Änderung der Verkehrsführung. Die Mehrkosten sollen im städtischen Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Bei der Verkehrserschließung soll der Parkplatz am Sportfeld zunächst nur provisorisch hergestellt und auf eine Deckenerneuerung der Feldwege verzichtet werden. Da der Fuß- und Radweg Westerfeld bei einer Kostensteigerung von 214000 Euro aufgrund der schlechten Baugrundverhältnisse rund doppelt so teuer würde als geplant, soll dies nicht weiter verfolgt, aber keineswegs ganz aus den Augen verloren werden.