Rad- und Fußweg am Ortsausgang in Richtung Usingen Thema bei der Bürgerversammlung in Westerfeld
(ek). Das alles umfassende Thema in der Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Westerfeld war der Rad- und Fußweg am Ortsausgang in Richtung Usingen. Direkt nachdem Holger Bellino (CDU) als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung einen kurzen Abriss über die jüngsten Entscheidungen im Parlament gegeben hatte, brachte Albert Schollenberger den Rad- und Fußweg - "mein Steckenpferd" - ins Gespräch.
Er hoffe, dass der Weg doch noch gemacht werde, und wollte wissen: "Warum ist der Rad- und Fußweg wieder unter den Tisch gefallen?" Die Kosten seien in unermessliche Höhen gestiegen, daher sei diese Maßnahme derzeit finanziell nicht leistbar, erklärte Erster Stadtrat Winfried Hartmann (parteilos). "Was kriegt Westerfeld eigentlich vom Konjunkturprogramm ab?", bohrte Schollenberger weiter. Daraufhin bat Bellino den Westerfelder, die beiden Themen nicht zu vermischen. Neu-Anspach erhalte aus dem Konjunkturprogramm 1,6 Millionen. "Bei der Umsetzung müssen wir gewährleisten, dass wir keinen Unsinn damit machen - und es muss schnell gehen," erklärte Bellino. Während andere Kommunen Maßnahmen in den Schulen über das Konjunkturprogramm abwickelten, seien die Schulen in Neu-Anspach draußen vor. Stattdessen habe man sich für das Feuerwehrgerätehaus in Hausen und das Waldschwimmbad entschieden. Der Radweg Westerfeld sei genau wie die Trauerhalle Anspach als Reservemaßnahme auf der Prioritätenliste 2.
Schollenberger ließ nicht locker. Im Zusammenhang mit dem Bau der Brücke könne es doch kein Vermögen kosten, diese etwas breiter zu planen und Platz für den Radweg zu schaffen. "Ihr fahrt mit dem Auto, andere laufen oder fahren mit dem Rad", meinte Schollenberger und untermauerte die Dringlichkeit seines Anliegens damit, dass vor allem viele Schulkinder gefährdet seien. Unterstützung erhielt er dabei von Andrea Gengenbach, die darauf hinwies, dass der Weg vor allem auf einer Länge von 600 Metern zwischen Ortsausgang und Umspannwerk extrem gefährlich sei, weil er dort nur die Breite eines Trampelpfades habe. Die übergeordnete Bedeutung des Radweges für den Usatalweg machte Stefan Pohl vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) deutlich.
"Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", erklärte Bellino, für den die Notwendigkeit des Rad- und Fußweges unumstritten ist, der aber auch keine Lösung hatte, nichts versprechen und sich vor allem zeitlich nicht festlegen wollte. Er bot Pohl an, er könne im Rathaus Einsicht in die konkreten Zahlen nehmen, denn da gebe es nicht zu verstecken, "das Thema ist gewollt."
Unverständlich ist aus Sicht eines Bürgers, dass vor zwei Jahren in der Bürgerversammlung die mögliche Streckenführung für einen Rad- und Fußweg in Richtung der Firma Schlapp gestrichen worden und jetzt auf einmal wieder aktuell sei. Zumal die derzeitigen Bauarbeiten an der Brücke geradezu dazu einladen müssten, auch den Weg gleich mitzumachen. Dafür sei das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) zuständig, teilte Hartmann mit. Und Bellino will klären lassen, ob wenigsten die besonders gefährdeten 600 Meter ohne extreme Kosten gemacht werden könnten. Außerdem will er prüfen lassen, ob grundsätzlich eine Erweiterung der Brücke möglich ist, um einen späteren Ausbau des Radweges zu ermöglichen. Seitens des ASV bestehe definitiv kein Interesse für einen Radweg, teilte Pohl mit, der sich von den Neu-Anspacher Politikern klare Beschlüsse wünscht, dass überhaupt ein Radweg, und zwar möglichst schnell, gebaut wird.
In der Bürgerversammlung sprachen die Westerfelder auch ihre Sorge darüber aus, dass nach der Fertigstellung des Baugebietes Schleichenbach II in Usingen aller Autoverkehr durch Westerfeld geleitet werde. Es gebe bereits Planungen, dass es keinen zusätzlichen Verkehr für Westerfeld geben werde, sicherte Bellino zu.
Ein weiteres Reizthema in Westerfeld scheint der Bolzplatz zu sein. Für den bestehenden Bolzplatz im Ort forderte Schollenberger einen intakten Zaun. Als Hartmann, der den Baubeginn für den neuen Bolzplatz auf Ende November datierte, dazu meinte: "In einem halben Jahr, wenn der neue Bolzplatz fertig ist, ist das ohnehin Geschichte", meldete sich Andrea Gengenbach mit einem Aufschrei zu Wort. Der Bürgermeister habe zugesagt, dass in Westerfelder dann zwei Bolzplätze bleiben. "Der jetzige Bolzplatz bleibt da, damit es hier keine Revolution gibt", machte Bellino abschließend unmissverständlich klar.