Der Niederreifenberger Klaus Gleichmann und die "Gänsemagd"
NIEDERREIFENBERG (mg). Das Mittelalter hat Konjunktur, und das seit Jahren schon. Nach dem Erfolg der ARD-Märchenreihe "Sechs auf einen Streich" entschloss sich das Erste in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk zu einer neuen Märchenverfilmung unter dem Titel "Acht auf einen Streich", die bis Juli 2009 gedreht und im diesjährigen Weihnachtsprogramm zu sehen sein wird. Mit dabei - auf Burg Kronberg, Königstein und auf der Ronneburg - der Niederreifenberger Komparse Klaus Gleichmann.
Auf jeweils 60 Minuten Spiellänge nehmen die modernen Neuverfilmungen der Klassiker Rapunzel, Rumpelstilzchen, Dornröschen, Die Gänsemagd, Die Bremer Stadtmusikanten, Der gestiefelte Kater, Schneewittchen und Die kluge Bauerntochter ihre Zuschauer mit in die Märchenwelt von stolzen Königen, sprechenden Tieren und verwunschenen Burgen und Wäldern.
Als "Hauptmann der Wache" in "die Gänsemagd" stand Gleichmann mit prominenten Schauspielern wie Hauptdarsteller Henry Hübchen (Polizeiruf 110), Karoline Herfurth (Das Parfum), Florian Lukas (Goodbye Lenin) oder Susanne Bormann (Der Baader-Meinhof-Komplex) gemeinsam vor der Kamera. Neben seiner Tätigkeit als Nebendarsteller stand Gleichmann der Außenrequisiteurin Susanne Richter helfend zur Seite, in dem er Pferdeausrüstungen für ein Packpferd, Stelzenläufer und Gaukler mit organisierte. Er selbst besorgte Turnierlanzen, Schilder, Schwerter und Morgenstern, die allesamt mit einem Lastwagen vom hessischen Rundfunk bei ihm zuhause in Niederreifenberg abgeholt wurden. Auch die in Schmitten ansässige und befreundete Firma Legence von Armin Stabel und Marion Zirske verlieh Komparsen der Schwertkampftruppe "Cratzer" und beide übernahmen Rollen als Magd und Knecht.
Im Märchen von Regisseurin Sybille Tafel wird die echte Prinzessin Elisabeth (Karoline Herfurth) dem Prinzen Leopold (Florian Lukas) versprochen. Mit ihrer berittenen Magd Magdalena (Susanne Bormann) macht sich Elisabeth auf ihrem sprechenden Pferd Fallada auf den Weg in das Königsschloss. Doch die Magd zwingt die Prinzessin, Pferd und Kleider zu tauschen und zu schwören, darüber zu schweigen. So tritt die Magd als falsche Braut auf und Elisabeth muss die Gänse hüten. Aus Angst, Fallada könnte sprechen, lässt die falsche Prinzessin dem Pferd den Kopf abhacken. Aber auf Bitten der Königstochter hängt der Schlachter den Kopf unter das Tor, durch das sie täglich mit den Gänsen gehen muss, bis der Königsvater dem Geheimnis auf die Spur kommt. Die Pferdeszenen gingen Gleichmann so unter die Haut, dass er bei seiner Szene als Wachmann fast die Prinzessin loslassen wollte. Als Herfurth ihr Pferd Fallada vor dem Schinder retten wollte, spielte sie ihren Part so herzergreifend mit dicken Tränen, dass er dachte, sie meinte es wirklich ernst. "Als Pferdefreund konnte ich es gut nachvollziehen."
Obwohl er die Dreharbeiten von bis zu 12 Stunden täglich bei fünf Drehtagen bei enormer Hitze unter seinem Helm teils als anstrengend empfand, überwog doch der Spaß mit einem Filmteam, "das seinesgleichen sucht."