Der lange Weg vom Feldberg ins Herz von Al-Andalus
28.05.2010 - NIEDERREIFENBERG
Von Oliver Hack
Sylvia Ungeheuer alias Lea Korte im UA -Interview - Neuer Roman entführt die Leser ins Reich der Mauren - UA verlost fünf handsignierte Lesezeichen
Aufgewachsen ist sie unter dem Feldberg - in Niederreifenberg und Schmitten. Mittlerweile lebt sie in Spanien. In Usingen besuchte Sylvia Ungeheuer die Christian-Wirth-Schule. Ihr Talent zum Schreiben entdeckte sie in der 7. Klasse mit Hilfe ihrer Deutschlehrer. Nach Studium und Dolmetscherausbildung verwirklichte sie ihren Traum und schreibt seitdem Romane - und das mit Erfolg und unter einem Namen, der in Deutschland bei den Fans historischer Romane sicher kein unbekannter ist: Lea Korte. Im Gespräch mit dem Usinger Anzeiger spricht sie über ihre Anfänge als Autorin, ihre Liebe zu Spanien und natürlich über ihren neuen Roman „Die Maurin“.
Frau Ungeheuer, Sie schreiben unter dem Pseudonym Lea Korte. Warum tun Sie das und wie sehr ist Ihnen dieser Name schon „in Fleisch und Blut“ übergegangen?
Korte: Da ich unter dem Namen Lea Korte bei facebook und twitter „unterwegs“ bin und gerade jetzt auch eine mehrwöchige Lesereise quer durch Deutschland unter diesem Namen hinter mir habe, ist mir dieser Name schon ziemlich „in Fleisch und Blut“ übergegangen, ohne dass ich allerdings vergesse, wie ich „wirklich“ heiße. Unter Pseudonym zu schreiben ist für viele Autoren etwas ganz Selbstverständliches, vor allem, wenn sie, wie ich, in mehreren Genren und für verschiedene Verlage tätig sind. Das trägt auch zur Klarheit bei, da jeder Name für eine andere Art Buch steht.
Bis der eigene Name (oder das Pseudonym) auf dem Buchdeckel eines namhaften Verlages steht, ist es oft ein weiter Weg. Wie sah der Ihre aus?
Korte: Vor knapp 20 Jahren habe ich meinen Erstling an eine Literaturagentur geschickt und gleich von dieser ersten Agentur eine recht positive Rückmeldung bekommen: Der Roman gefiel, erschien ihnen mit seinen über 800 Seiten aber schlicht zu dick, um einen Verlag dafür gewinnen zu können, die bei Neuautoren eigentlich nur Werke bis etwa 350 Seiten drucken wollen. Die Agentur machte mir einen Vorschlag: Sie suchten für den Heyne-Verlag eine Autorin, die Frauenromane schreibt. Ich schickte ihnen also ein Exposé samt Probekapiteln und hatte schon wenigen Wochen später meinen ersten Buchvertrag. Seither habe ich über diesen Agenten schon sieben Bücher veröffentlicht, die letzten beiden bei Droemer-Knaur im Bereich des historischen Romans und zeitgleich zu „Die Maurin“ ein Sachbuch bei Lübbe.
Wie gehen Sie ein Roman-Thema an? Wie entwickeln Sie Ihre Figuren?
Korte: Das ist von Roman zu Roman verschieden. Bei der Maurin war es so, dass ich zunächst sehr gründlich die Geschichte der Reconquista recherchiert und mir dann Gedanken darüber gemacht habe, welche Ereignisse die wichtigsten waren - womit ich zugleich das historische Fundament meines Romans geschaffen hatte. Anschließend habe ich mir überlegt, welche fiktiven Figuren ich brauche, um diese Zeit für den Leser lebendig werden zu lassen - und natürlich auch eine spannende Geschichte zu erzählen! Diese Figuren sollten die Historie am eigenen Leib miterleben können, aber zugleich auch ihre eigenen bewegenden Geschichten und Probleme haben, und beides musste ich dann so miteinander in Beziehung setzen und verschmelzen, dass ein neuer, starker Guss daraus entstand. Nach und nach entwickelten sich so Zahra und ihre Familie und ihre ganz eigenen Konflikte in dieser faszinierenden Zeit. Als ich diese Vorarbeiten abgeschlossen hatte, machte ich mich an das, was ich „Ablaufplan“ nenne. Außer dem Kapitelinhalt führe ich darin auch die historischen Ereignisse auf, die dabei eine Rolle spielen, notiere, welche neuen Fäden ich in dem Kapitel auslege, verknüpfe oder schließe, welche Rolle sie im Spannungsablauf haben und vieles mehr.