Der lange Weg vom Feldberg ins Herz von Al-Andalus
28.05.2010 - NIEDERREIFENBERG
Von Oliver Hack
Sylvia Ungeheuer alias Lea Korte im UA -Interview - Neuer Roman entführt die Leser ins Reich der Mauren - UA verlost fünf handsignierte Lesezeichen
Die 800-jährige Anwesenheit der Mauren auf der iberischen Halbinsel hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. So gibt es in Spanien noch immer wundervolle maurische Bauwerke, und in vielen wissenschaftlichen Bereichen, vor allem in der Medizin, haben die Mauren uns großes Wissen hinterlassen und zwar sogar weit mehr, als uns heute bewusst ist, weil mit den Jahrhunderten vergessen wurde, dass wir diese oder jene Errungenschaft den Mauren verdanken. Leider ist ein großer Teil ihres Wissens auch verschwunden: Der Inquisitor Cisnernos hat wenige Jahre nach dem Ende der Reconquista unzählige der maurischen Bücher auf Scheiterhaufen den Flammen übergeben.
Wird Ihr Roman denn auch ins Spanische übersetzt?
Korte: Das weiß ich nicht; dafür ist der Roman erst zu kurz auf dem Markt, aber der Verlag wird sich sicher darum bemühen.
Welche Reaktionen haben Sie auf „Die Maurin“ bisher erhalten?
Korte: Erfreulicherweise nur positive! Auf vielen Webseiten, Bücherblogs und bei amazon gibt es schon Rezensionen zu „Die Maurin“, und sie bewerten den Roman allesamt gut bis sehr gut. Auch auf meiner aktuellen Lesereise im Mai quer durch Deutschland habe ich nur sehr positive Kommentare zu hören bekommen und mich riesig gefreut, dass so viele Zuhörer zu diesen Lesungen gekommen sind.
Worum wird es denn in Ihrem nächsten Buchprojekt gehen?
Korte: Es ist gut möglich, dass es einen zweiten Teil zu „Die Maurin“ geben wird. Zwar ist „Die Maurin“ in sich abgeschlossen, aber die große Historie geht ja nach dem Ende der Reconquista weiter. Die Inquisition treibt ihr Unwesen, die Juden und schließlich auch die Mauren werden aus Spanien ausgewiesen oder müssen sich taufen lassen und auch vieles andere in dieser Zeit ist sehr, sehr spannend. Dazu kommt, dass ich noch sehr an Zahra und ihrer Familie „hänge“ und sie ideal wären, um diese große Historie weiterzuerzählen. Und auch ihre eigenen Geschichten könnten gut weitergesponnen werden.
Können Sie sich vorstellen, auch einmal historischen Stoff aus Ihrer alten Heimat im Usinger Land zu verarbeiten?
Korte: Natürlich! Schon die Saalburg allein hätte sicher einiges an gutem Stoff zu bieten … Leider „mögen“ die meisten Verlage diese Epoche derzeit nicht so sehr, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auf jeden Fall werde ich den historischen Romanen treu bleiben.
Gibt es eine historische Figur, der Sie gerne einmal persönlich begegnet wären? Und wenn ja, was würden Sie sie fragen, wenn Sie ihr eine Frage stellen dürften?
Korte: Aischa, die letzte Emirin von Granada, finde ich sehr beeindruckend. Und ich hätte ihr sicher hunderte von Fragen zu stellen. So viel man über ihr Leben und Wirken weiß, so wenig weiß man über ihr Innenleben - aber ob sie mir diese Fragen so freimütig beantworten würde?
Vielen Dank für das Gespräch.
*
„Die Maurin“, ist erschienen im Knaur-Verlag kostet 9,95 Euro und umfasst 672 Seiten; ISBN-Nr.: 978-3-426-50230-3
- Zum Anfang
- Zurück
- Seite 4/4
- Weiter
- Zum Ende