Mittwoch, 08. Februar 2012 22:57 Uhr
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Usinger Anzeiger

Schmitten 

Fremdenverkehr "weiter ausbaufähig und förderungswürdig"

18.03.2009 - SCHMITTEN

Planungsverband hat im Bauausschuss Wirtschaftsstrukturanalyse für die Gemeinde Schmitten vorgestellt - Wirtschaftsdaten insgesamt positiv zu bewerten

(ua). Der Planungsverband hat im Bauausschuss der Gemeinde Schmitten seine neue Studie "Wirtschaftsstrukturanalyse für die Gemeinde Schmitten" vorgestellt. Die Gemeindeverwaltung sehe in der neuen Studie die Grundlage dafür, sich ein genaues Bild über die Wirtschaftsentwicklung Schmittens im Vergleich zu seinen Nachbarkommunen zu machen und daraus eventuelle Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung abzuleiten, erklärte Bürgermeister Marcus Kinkel.

Für die neue Strukturanalyse wurden vom Planungsverband Daten zur Bevölkerungs- und Beschäftigungsentwicklung, Wirtschaftsstruktur sowie zum Wohnungsbau und zur finanziellen Situation der Gemeinde Schmitten genauer untersucht. Um die einzelnen Ergebnisse besser einordnen zu können, wurden die Zahlen für Schmitten - ähnlich einem Bench- marking - denjenigen anderer Kommunen aus dem Hintertaunus gegenübergestellt und bewertet. Zu diesen Kommunen gehören Glashütten, Grävenwiesbach, Neu-Anspach, Wehrheim und Weilrod.

Laut Matthias Böss, Projektleiter beim Planungsverband, sind die Wirtschaftsdaten für die Gemeinde Schmitten - trotz der rückläufigen Beschäftigungsentwicklung seit 2000 - insgesamt noch durchaus positiv zu bewerten. Schmitten sei durch den überdurchschnittlichen Zuzug insbesondere von kaufkräftigen Neubürgern und dem attraktiven Wohnen im Naturpark Hochtaunus eher als ein Wohnstandort denn als klassischer Gewerbestandort in der Region bekannt. Auch bei einem genaueren Blick auf die Gemeindefinanzen würde dieser erste Eindruck bestätigt: Die Gewerbesteueranteile an den Steuereinnahmen lagen zuletzt bei lediglich zwölf Prozent. Deshalb sei es umso wichtiger, die bestehenden Unternehmen in Schmitten zu halten und neue für den Standort zu gewinnen.

Im Jahr 2007 waren, laut Analyse, am Arbeitsort Schmitten 1237 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig. In dieser Zahl sind die Beamten, Selbstständigen und geringfügig Beschäftigten, die ebenfalls in der Gemeinde ihren Arbeitsplatz haben, nicht berücksichtigt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe sich in Schmitten in den letzten 20 Jahren verringert (minus acht Prozent). Die Beschäftigungsentwicklung in Grävenwiesbach und Weilrod weise im Zeitraum 1987 bis 2007 noch größere Verluste an Arbeitplätzen auf. Parallel zum allgemeinen Trend auf dem Arbeitsmarkt könnten auch für Schmitten verschiedene Zyklen festgestellt werden: Nach einem Anstieg der Beschäftigung zu Beginn der 1990er-Jahre ging diese bis Mitte des Jahrzehnts leicht zurück, erholte sich dann bis 2001 etwas und folgte daraufhin einem Abwärtstrend, der allerdings neuerlich (ab 2005) wieder gestoppt werden konnte.

Betrachte man die jüngste Beschäftigungsentwicklung im Zeitraum 2000 bis 2007, so sei für Schmitten insgesamt ein Rückgang um knapp 100 Arbeitsplätze festzustellen. Bei der in der Studie erfolgten Analyse der Wirtschaftsstruktur ist ein Anstieg der Beschäftigung im Dienstleistungsbereich zu erkennen, während insbesondere das verarbeitende Gewerbe rückläufige Zahlen verbuchte. Im Zeitraum 2000 bis 2007 haben sich hauptsächlich der Bereich öffentliche und persönliche Dienstleistungen sowie die Dienstleistungen für Unternehmen positiv entwickelt. Ein leichtes Plus wurde auch im Gastgewerbe erreicht. Mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft, bei der sich auch ein leichter Anstieg einstellte, kam es bei den übrigen Wirtschaftsbereichen jedoch zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahl (Handel, Baugewerbe, Verkehr- und Nachrichtenwesen, Kredit und Versicherungen). Etwa 60 Prozent der Arbeitsplätze entfallen auf den Dienstleistungsbereich. Den größten Beschäftigungsanteil verbuchen hierbei mit 18 Prozentpunkten die öffentlichen/persönlichen Dienstleistungen.

Die Gemeinde Schmitten verfüge über einen guten Besatz an Produktionsbetrieben mit dem Schwerpunkt Metallverarbeitung sowie über einige namhafte Dienstleistungsunternehmen, so Projektleiter Böss weiter. Diese an den Standort zu binden und Erweiterungen zu ermöglichen, könnten Ziele der kommunalen Wirtschaftsförderung sein. Hierfür stünden noch drei Hektar Gewerbeflächenreserven zur Verfügung. Zudem sei der Fremdenverkehr durch die Lage im Hochtaunus in der Gemeinde weiter ausbaufähig und förderungswürdig. So verzeichnete die Gemeinde Schmitten 2007 mit über 100 000 Übernachtungen die mit Abstand höchste Übernachtungszahl in der Gruppe der Vergleichskommunen. Dabei entfielen 2007 auf jeden Einwohner durchschnittlich zwölf Gästeübernachtungen.

Die vom Planungsverband für seine Mitgliedskommune erstellte Studie "Wirtschaftsstrukturanalyse für die Gemeinde Schmitten" umfasst insgesamt 16 Seiten und ist bei der Gemeindeverwaltung in digitaler Form oder als Ausdruck erhältlich, Telefon 06084/4660, oder per E-Mail: wick@schmitten.de


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