Nach einem kleinen Stich kann die große Reise beginnen
01.07.2011 - USINGEN, STADT
Haustiere müssen nach EU-Beschluss künftig gechippt werden - Fernsehen live dabei
HUNOLDSTAL/REICHELSHEIM (mg). Wer mit Hund, Katze oder Frettchen innerhalb der EU verreisen wollte, dessen Tier benötigte bisher den blauen EU-Heimtierpass (Pet-Pass), eine gültige Tollwutimpfung und einen Chip oder eine gut lesbare Tätowierung. Ab dem 3. Juli darf man nur noch Haustiere mitnehmen, die mit einem Mikrochip versehen sind.
Zwar lässt die neue Verordnung in Einzelfällen noch Tätowierungen zu - diese müssen jedoch einwandfrei lesbar und nachweislich vor dem 3. Juli 2011 erfolgt sein. Da Grenzbeamte jedoch kaum die Interpretation des Gesetzes durch die EU-Kommission kennen dürften, sind Diskussionen und Ärger an der Grenze oder im Ausland programmiert und im schlimmsten Fall könnte die Einreise verweigert werden. Deshalb empfiehlt das Haustierregister TASSO neben der kostenlosen Registrierung allen Urlaubsreisenden, den Vierbeiner nachträglich chippen zu lassen.
Da sich nicht jeder Tierhalter die Kosten für das Chippen leisten kann, veranstalteten TASSO und der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) einen „Deutschland chippt-Tag“ im bmt-Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim.
Mittendrin, statt nur dabei: Das ZDF-Filmteam mit Journalistin Andrea Tönnißen, Kameramann Christoph Werner und Film-Tonassistent Nestor Clavería. Ihre Aufnahmen gehen sprichwörtlich unter die Haut. Den Stich, mit dem Tierärztin Nena Ehrmann das Implantat in die linke Halsseite setzt, spürt der altdeutsche Hütehund Tiger dank vorheriger Vereisung nicht. Er fiept nicht einmal und zeigt keine Angst. Dann ist Lesly dran, auch ein altdeutscher Hütehund. Tierheimleiter Christian Werner hält die junge Hündin auch nach dem Chippen gut fest, damit die Tierärztin mithilfe eines Lesegerätes die Identifikationsnummer ablesen und überprüfen kann.
26 Hunde, 18 Katzen und 7 Frettchen wurden an diesem Tag gechippt. Allerdings nicht, bevor Cornelia Tiedtke die dazugehörigen Impfausweise auf ihre Gültigkeit überprüft hatte. „Aber kann das vielleicht meiner Katze wehtun?“, fragt Louis Götz aus Hunoldstal besorgt, während er den schweren Transportbehälter auf den Untersuchungstisch hebt. Die Kamera schwenkt hin und her, jede Frage- und Antwortstellung wird aufgezeichnet.
Über 13 Millionen Hunde und Katzen gibt es allein in Deutschland. Im Verlustfall müssen noch immer zu viele Tiere lange im Tierheim auf Herrchen oder Frauchen warten, weil sie nicht gechippt und registriert sind.
Im Fokus des Filmteams stand noch die Herstellung der 24-Stunden-Notruf-Hotline-Plakette von TASSO, die für jedes Tier von Andrea Thümmel ausgegeben worden ist.
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Wer sehen möchte, wie eine Chippung bei Katzen und Hunden abläuft, kann das am Montag, 4. Juli, um 19.50 Uhr auf dem Kinderkanal (Kika) unter der Nachrichtensendung Logo sehen.