Thema Ausfallbürgschaft hinter verschlossener Tür debattiert
06.02.2012 - PFAFFENWIESBACH
Sitzung der Wehrheimer Gemeindevertreter - Wegfall des Friedrichsthaler Kindergartenbusses bekräftigt - Suche nach Lösungen
(cju). Die erste Sitzung des Wehrheimer Gemeindeparlaments lockte viele Zuhörer in die Wiesbachtalhalle, denn das Thema Kindergartenbus für den Friedrichsthaler Nachwuchs beschäftigt die Menschen im kleinsten Ortsteil. Ina Matern als Leiterin des Kindergartens in Pfaffenwiesbach, den Kinder aus Friedrichsthal besuchen, übergab denn auch eine Unterschriftenliste an Parlamentsvorsteher Frank Hammen. Matern betonte, dass der Wegfall des Busses für berufstätige Eltern ein Problem darstelle, weshalb man um frühzeitige Information darüber bitte, wann der Bus nicht mehr fahren werde. Bürgermeister Gregor Sommer stellte klar, dass der Bus nicht „von heute auf morgen“ wegfallen werde. Außerdem signalisierte er Gesprächsbereitschaft, was das Thema betreffe.
Die SPD hatte zudem eine kleine Anfrage zum Thema gestellt und musste hier feststellen, dass man seitens der Verwaltung keine Alternativen zum Wegfall des Busses sehe. Es sei in den Haushaltsberatungen Konsens gewesen, dass der Bus nicht mehr ersetzt werde, wenn er aufgrund einer größeren Reparatur ausfalle. Dann solle er ganz stillgelegt werden. Der Bus als solcher sei buchhalterisch abgeschrieben. Im vergangenen Jahr seien Kosten für Unterhalt wie Instandhaltung, Kraftstoff, Versicherung und Steuer sowie anteilige Personalkosten Kosten in Höhe von 15136 Euro entstanden. Den Bus auch durch andere Friedrichsthaler, dann kostenpflichtig, nutzen zu lassen, sei nicht möglich, da die Gemeinde sich nicht wirtschaftlich betätigen dürfe. Zudem gebe es private Fahrservice-Angebote. Auch eine Mitnutzung des Busses durch das mobile Bürgerbüro falle weg, da das Bürgerbüro zu wenig auswärtige Einsätze absolviere. Die Nutzung des Gemeindebusses sei aufgrund der relativ hohen Betriebskosten unwirtschaftlich, und die Mitarbeiter wichen lieber auf die gemeindlichen Pkw aus. Für Car-Sharing sei Wehrheim nicht groß genug und das E-Auto stehe nur noch bis Sommer dieses Jahres zur Verfügung, sei außerdem zu kalt für den Transport von Kindern. Die Eltern sollten informiert werden, wenn der Bus tatsächlich nicht mehr fahre. Wann dies der Fall sein wird, könne niemand genau sagen. Da jetzt auch die Verwaltung unter einem Dach sei, werde ein Bus in dieser Größe nicht mehr benötigt, so Sommer weiter. Die Fahrzeuge des Ordnungsamtes stehen nicht zur Verfügung, da sie zu unterschiedlichsten Tageszeiten ihren Einsatz zu verrichten haben. Als Alternative zum Bus sieht die Gemeinde, so Sommer, die Bildung von Fahrgemeinschaften durch die Eltern. Dies werde schon seit vielen Jahren von den Eltern in der Saalburgsiedlung/Die Mark praktiziert. Außerdem betreffe es lediglich drei Kinder, die mit dem Gemeindebus transportiert würden. Sommer räumte im Gespräch mit Matern ein, dass man möglicherweise zu einer anderen Lösung kommen könne, indem man beispielsweise nach Sponsoren Ausschau halte.
Nach einem Änderungsantrag der SPD und einer Ergänzung der CDU war man sich einig, dass nach dem Willen der Grünen die Gemeinde die Ausstellung „Klima braucht Energie“ vom Planungsverband Frankfurt-Rhein-Main nach Wehrheim bringen soll - und dies so bald wie möglich. In diesem Quartal werde es wohl nichts mehr, so Christoff Jung, aber man solle dies so bald wie möglich organisieren. Der Antrag der Grünen fordert auch eine Infoveranstaltung des Planungsverbands zum Thema „Spektrum Klima und Energie - Welche Möglichkeiten haben die Kommunen?“ in Wehrheim für die Gemeindevertreter und die Bürger des Apfeldorfs.