„Frühbeet“ für Obernhains Feuerwehrnachwuchs angelegt
30.09.2010 - OBERNHAIN
Ab 29. Oktober kommen die Kleinen: Obernhainer Wehr wird um eine Mini-Wehr erweitert
(isa). Die Jugendabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren funktionieren zwar zufriedenstellend, vor allem im Hinblick darauf, dass die meisten der aktiven Feuerwehrleute aus den eigenen Nachwuchsabteilungen kommen. Dennoch, so betonte Obernhains Wehrführer Michael Erdmann, würden sich die Wehrführer in allen Ortsteilwehren mehr Zulauf bei den Jugendwehren wünschen. Eine neue Mini-Feuerwehr soll hier Abhilfe schaffen.
Als Grund für den bei Weitem nicht optimalen Zulauf von jungen Mitgliedern nannte Erdmann das bisherige Mindesteintrittsalter von zehn Jahren, da in diesem Alter viele Kinder längst in anderen Vereinen aktiv und dort bereits gefestigt seien. Die Gründung einer Mini-Feuerwehr als Vorstufe zur Jugendwehr war schon seit Längerem im Gespräch.
Zuhilfe kommt dieser Idee die Änderung im Gesetz für Hilfeleistung und Brandschutz des Landes Hessen, das seit Anfang dieses Jahres eine Mini-Feuerwehr für Kinder ab sechs Jahren erlaubt. Somit werde so eine Kinder-Abteilung eine Einrichtung der Gemeinde Wehrheim mit den entsprechenden Versicherungen und allem was dazugehört, erläuterte Erdmann. Andere Mini-Wehren, wie die Bambini-Feuerwehr in Friedrichsthal, die am Wochenende ihr fünfjähriges Bestehen feiert, seien auf Vereinsebene gegründet, erklärte Erdmann den Unterscheid. Der Blick auf eben solche Mini-Wehren in anderen Gemeinden habe gezeigt, dass die Kinder in dem Alter ganz „heiß“ auf die Feuerwehr seien und später leicht in die Jugendabteilungen herübergezogen werden könnten. Argumente, die überzeugen.
Nun ist es endlich so weit, die Obernhainer Freiwillige Feuerwehr wird ab 29. Oktober um eine Kinder-Abteilung erweitert. Mit Spiel und Spaß können Kinder ab sechs Jahren die Aufgaben und Arbeit der Polizei, des Rettungsdienstes und natürlich der Feuerwehr kennenlernen.
Wie dies in der Praxis einer zukünftigen Mini-Feuerwehr umgesetzt werden soll, stellten beim Informationsabend die zukünftigen Betreuerinnen Catharina Ansinn, Miriam und Nadine Becker den zwölf anwesenden Eltern vor. Wenn sich die Kinder jeden zweiten Freitag von 17 bis 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus treffen, stehen verschiedene Aktivitäten auf dem Programm. Dazu zähle beispielsweise auch der Erwerb eines „Streichholz-Führerscheins“, um noch vor der Adventszeit den richtigen Umgang mit Streichholz und Co. zu lernen, berichteten die drei Betreuerinnen. Aber auch die Vermittlung vieler weitere Kompetenzen, wie das richtige Verhalten bei Notfällen oder Erste Hilfe für Kinder sowie die Vermittlung von Sozialkompetenzen sollen Inhalt der regelmäßigen Mini-Feuerwehr-Treffen sein. Zusätzlich möchten die jungen Damen mit den Kindern auch Ausflüge, zum Beispiel zur Hunderettungsstaffel, der Rettungswache und der Polizeiwache in Usingen oder beim Rettungshubschrauber „Christoph 2“ unternehmen. Gemeinsame Übungen mit der Jugendfeuerwehr, bei denen auch die Kleinen schon mit den entsprechenden Materialien und leichteren Wasserschläuchen in Kontakt kommen, runden das vielseitige Programm ab. Die Mitgliedschaft in der Mini- ebenso wie in der Jugendfeuerwehr ist beitragsfrei. Der Förderverein verwende einen Großteil seiner Einnahmen für die Jugend- und nun auch die Kinderabteilung, was eine äußerst sinnvolle Investition in die Zukunft einer leistungsstarken Freiwilligen Feuerwehr sei, erklärte Erdmann, der nicht nur Wehrführer, sondern auch Vorsitzender des Fördervereins ist und damit auch gleich Werbung in eigener Sache machte. Die Eltern verstanden den Appell und ließen sich gleich die nötigen Anmeldeformulare geben, zumal ihnen das vorgestellte Konzept überaus gut gefiel.
Ein zukünftiger Feuerwehr-Mini war übrigens auch zum Info-Abend gekommen, er warte schon sehnsüchtig auf den Beginn am 29. Oktober, erzählte die Mutter. Wer den Info-Abend verpasst hat, aber dessen Kind dennoch gerne bei der Mini-Feuerwehr mitmachen möchte, kommt am Freitag, 29. Oktober, um 17 Uhr zum Gerätehaus.