FDP- Fraktionsvorsitzender über Mehr-Generationen-Prinzip und das öffentliche Wohnzimmer
(cju). Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Gemeindeparlament, Harald Stenger, hat sich über Sinn oder Unsinn des Mehr-Generationen-Wohnens und über die künftige Heimat des öffentlichen Wohnzimmers Gedanken gemacht. "Wir sind in Wehrheim eine ländlich geprägte Kommune. Hier leben noch viele Menschen mit mehreren Generationen unter einem Dach", so Stenger. Sein Fazit: "Das Mehr-Generationen-Wohnen brauchen wir nicht".
Stenger praktiziert selbst Mehr-Generationen-Wohnen in seinem Haus in der Töpferstraße: "Unsere Tochter lebt unten, wir im ersten Stock". Das sei in Wehrheim beileibe kein Einzelfall.
Und noch einen Grund gegen das aufwändige Bauprojekt auf einem Grundstück in der Nähe der Kindertagesstätte Große Lache führt er ins Feld: "Das Grundstück soll in Erbpacht vergeben werden, da verschenken wir Geld. Geld, das wir angesichts leerer Kassen nicht haben."
Denn die Liberalen schauen aufs Geld - und die Tatsache, dass sich bei der europaweiten Ausschreibung kein Investor gefunden habe, die Wehrheimer Verwaltung jetzt in Eigenregie nach einem Partner sucht, sprächen nach FDP-Meinung auch dafür, dass der Markt für ein Mehr-Generationen-Wohnen im Apfeldorf so nicht gesehen wird. "Wir haben uns in Langen schlau gemacht und wir haben auch einen Vortrag zum Thema gehört", erinnert sich der Fraktionschef. Aber ein Mehr-Generationen-Wohnen mag für Großstädte wie Frankfurt oder Köln funktionieren, für das platte Land eher weniger.
Und Stenger erinnert an das Projekt SeFa, Seniorenfamilie, welches von Parteifreund Christian Lüth in Kooperation mit Margaretha Kutzmann-Longard und der Aktion 50 Plus in Angriff genommen wurde. Man habe damals Planungen gemacht, eigenes Geld ins Projekt gesteckt und dann sei es doch gescheitert.
Dem öffentlichen Wohnzimmer indessen steht Stenger positiver gegenüber. Doch als Frequenzbringer sei dieses in der Kindertagesstätte Wiesenau nicht gut untergebracht. "Das muss in die Wehrheimer Mitte", ist sich Stenger sicher. In welchen der drei Trakte, darüber hat sich die FDP noch nicht festgelegt, aber man ist sich sicher, dass das sinnvoll wäre. Man mache sich halt als Fraktion so seine Gedanken - und würde sich freuen, mit anderen Parteien darüber in den Dialog zu kommen.
Zusammenfassend meint Stenger, dass "Wehrheim mit der Mitte und dem Oberloh bereits zwei große Baustellen hat. Da braucht man eine dritte für das Mehr-Generationen-Wohnen nicht".