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Usinger Anzeiger

Politik 

Entspannen im eigenen Land beim Radwandern oder Baden

22.05.2010 - WIESBADEN

Hessens Urlaubsgebiete erwarten in diesem Sommer wieder mehr touristische Besucher

Joachim Baier (dpa) . Hessens Urlaubsregionen erwarten für dieses Jahr auch durch das Sommergeschäft wieder einen Zuwachs bei den Gästezahlen. Dies ergab eine dpa-Umfrage.

"Zusammen mit den Geschäftsreisen rechnen wir in 2010 mit einem schönen Plus", sagte der Geschäftsführer der für das landesweite Tourismusmarketing zuständigen Hessen Agentur, Jürgen Illing. Schon die Buchungen im Januar und Februar seien besser gewesen.

Urlaub im eigenen Land sei attraktiv. "Fernreisen werden teurer durch den schwachen Euro", sagte Illing. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Übernachtungen erstmals seit Längerem etwas zurückgegangen und knapp unter 27 Millionen gerutscht. Dabei betraf das Minus hauptsächlich die Geschäftsreisen. Ob Großstadt oder ländliche Region - überall hofft man auf zahlungskräftige Besucher. In Frankfurt gibt ein Gast mit Übernachtung pro Tag rund 200 Euro aus, während ein Tagestourist mit weniger als 50 Euro auskommt. In der Rhön schlagen Übernachtungsgäste mit 119 Euro zu Buche - vor zehn Jahren waren es noch 85 Euro.

Milliarden-Umsatz In Rüdesheim sind es 90 Euro, an der Bergstraße im Durchschnitt 115 Euro. Der Bruttoumsatz im hessischen Tourismus wird auf etwa zehn Milliarden Euro geschätzt. Er bietet 200000 Vollzeitarbeitsplätze. "Das wird sicherlich ein guter Sommer", schätzt Vorstand Gerhard Schönweitz vom Verband der hessischen Campingplatzunternehmer die Anfragen ein. 2009 wurden über eine Million Übernachtungen auf den Campingplätzen gezählt.

Der Hotel- und Gaststättenverband erwartet, Rückgange durch schlechtes Wetter wettmachen zu können. "Es gibt bei den Buchungen keine gravierende Unterschiede zum Vorjahr", sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner. Hessens größte Stadt Frankfurt hofft wieder auf mehr Gäste aus dem Ausland. Sie machen in der Regel knapp die Hälfte der Besucher aus. Unter dem Strich soll 2010 inklusive der Besucher aus Deutschland ein Plus von zwei bis drei Prozent stehen - nach 3,22 Millionen Gästen und 5,35 Millionen registrierten Übernachtungen im Vorjahr. Die Statistik aus den ersten beiden Monaten des Jahres gibt der Frankfurter Tourismus+Congress GmbH (TCF) Aufwind: Im Vergleich zu den Vergleichsmonaten im Vorjahr kamen 13,3 Prozent mehr Gäste, die Zahl der Übernachtungen stieg um 12,8 Prozent.

Auch die Rhön in Osthessen stellt sich wieder auf mehr Touristen ein. Die Buchungsanfragen im hessischen Teil seien im Vergleich zu 2009 um zehn Prozent gestiegen, sagte Christine Kolasch vom Rhön Tourismus Service in Gersfeld.

Die meisten Rhön-Besucher kommen aus Hessen, insbesondere aus dem Rhein-Main-Gebiet, aus Bayern und Niedersachsen. "Die Rhön ist vor allem für Kurztrips und Tagesausflüge sehr beliebt", sagte Kolasch. Im südhessischen Odenwald laufen die Buchungen für den Sommer ebenfalls besser als im Vorjahr. "Die Kunden, denen gute Qualität wichtig ist, sind bereit, dafür auch einen guten Preis zu zahlen", sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH, Hanne Holuscha.

Auch im Waldecker Land gingen mehr Buchungsanfragen ein, wie Geschäftsführer Klaus Dieter Brandstetter vom Touristik Service in Korbach sagte. "Wenn das Wetter dann mal endlich mitspielt, wird die Sommer-Saison für uns mindestens so gut wie 2009 und eher noch besser."


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