Neue Ausbildungsberufe in Gefahr
27.01.2012
(dfd) Thorsten D. ist stinksauer. Der 19-jährige ist im zweiten Jahr seiner dreijährigen Ausbildung zum Automatenfachmann. Doch ob er noch übernommen werden und dann seinen erlernten Beruf in den nächsten Jahren ausüben kann, ist nicht sicher. Grund ist der so genannte Glücksspielstaatsvertrag, der im Sommer bundesweit in Kraft treten soll. „Die Bundesländer wollen u.a. durch das Verbot von Mehrfachkonzessionen und die Verlängerung von Sperrzeiten das gewerbliche Spiel vernichten", so der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie e. V. (VDAI), Paul Gauselmann. Dabei ist die Arbeit eines Automatenfachmannes für Thorsten ideal:
Technikkenntnisse und Computerwissen gehören genauso dazu, wie die Fächer Marketing und Personalwirtschaft. Seit 2008 gibt es in der Branche, neben den kaufmännischen und technischen Berufen bei den Herstellern, zwei eigene Berufsbilder. Die Fachkraft für Automatenservice und den Automatenfachmann (die /-fachfrau). Mehr als 500 Azubis sind derzeit bundesweit in diesen neuen Berufen beschäftigt, weitere 1.000 Ausbildungsplätze sind bei den Herstellern von Automaten besetzt. Eine Branche mit insgesamt mehr als 70.000 Mitarbeitern. Und davon könnten rund 50% ihren Arbeitsplatz bis 2017 verlieren, wenn es tatsächlich zur geplanten Gesetzesänderung kommt. Doch Thorsten bleibt Optimist, schließlich haben führende Juristen bereits ihre großen Bedenken gegenüber den politischen Plänen geäußert und erste rechtliche Klagen wurden von der Branche eingeleitet. „Automatenfachmann ist mein Traumberuf“, sagt Thorsten, „und da soll die ganze Anstrengung hier in der Ausbildung auch nicht umsonst gewesen sein.“
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