„Wetzlar bietet gute Möglichkeiten“
28.06.2012 - WETZLAR
Der neue Spielmacher der HSG im Interview - 25-jähriger Isländer hofft auf viele Spielanteile bei Trainer Wandschneider
WETZLAR/GIESSEN (am/red). Mit Fannar Thor Fridgeirsson hat Handball-Bundesligist HSG Wetzlar seinen Kader für die anstehende Saison komplettiert. Neben Adnan Harmandic soll der 25 Jahre alte Isländer das Spiel der Grün-Weißen von der Rückraummitte aus lenken. Der Handballer selbst sagt: „Wetzlar bietet gute Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln!“
Dass die Wetzlarer Verantwortlichen dem Neuzugang vom Zweitligisten TV Emsdetten nur einen Ein-Jahres-Vertrag gegeben haben, dürfte mit seiner Verletzungsanfälligkeit in den vergangenen Monaten zusammenhängen. Allerdings genießt Fannar Fridgeirsson bei HSG-Trainer Kai Wandschneider ein hohes Ansehen. Der Wetzlarer Coach wollte den Isländer bereits zu seiner vormaligen Wirkungsstätte nach Dormagen locken.
Der Werdegang von Fannar Thor Fridgeirsson jedenfalls liest sich gut. Mit 16 Jahren debütierte der Isländer in der ersten isländischen Liga. Vor zwei Jahren kam er nach Deutschland, schlug damals ein Angebot aus der ersten Liga aus, um beim Zweitligisten Emsdetten Spielpraxis zu sammeln und sich sportlich zu entwickeln. Dort schaffte er den Sprung ins Nationalteam Islands. Nach zwei Jahren auf hohem Zweitliganiveau, in denen er beim TVE zu einem Leistungsträger heranreifte, steht für Fridgeirsson der nächste Schritt in seiner Karriere an. Der Wechsel in die demnächst heißende DKB Handball-Bundesliga.
Ihr Ziel war es in der 1. Bundesliga zu spielen. Mit Ihrem Wechsel zur HSG Wetzlar wird das jetzt Realität. Wie fühlt es sich an, wenn ein Traum wahr wird?
Fannar Thor Fridgeirsson: Ich bin natürlich extrem froh, dass ich mit dem Wechsel nach Wetzlar dieses Ziel erfüllen konnte. Ich wollte unbedingt in Deutschland bleiben, mich hier durchsetzen und den Sprung in die erste Liga schaffen. Die HSG Wetzlar ist ein gut geführter Verein, mit einem klaren sportlichen Konzept und ich freue mich sehr, dass mein Traum hier wahr wird. Es passt genau.
Wie ist Ihr erster Eindruck von der Stadt Wetzlar, der Rittal-Arena und Trainer Kai Wandschneider?
Fridgeirsson: Mein Eindruck hier ist wirklich super. Die Menschen sind alle sehr freundlich und Wetzlar hat Charme. Natürlich ist es anders als in Emsdetten und vor allem in Island, aber ich fühle mich hier sehr wohl. Ich mag keine Großstadt-Atmosphäre, sondern fühle mich in Kleinstädten wohler. Und die Rittal-Arena ist wirklich toll. Ich durfte schon einen Blick hineinwerfen und ich muss sagen, dass sie mich beeindruckt hat! Ich freue mich schon auf das erste Heimspiel Ende August gegen Hamburg - von der tollen Unterstützung der Wetzlarer Fans habe ich schon gehört. Der erste Eindruck von Kai Wandschneider ist absolut positiv. Er hat mir in einem langen Gespräch erklärt, wie ich in sein Konzept passe und was er von mir erwartet, aber auch Dinge aufgezeigt, die er bei mir noch verbessern kann.
Was sind Ihre persönlichen Ziele?
Fridgeirsson: Mein Ziel war es ja immer, in die erste Liga in Deutschland zu kommen. Das habe ich geschafft. Jetzt will ich natürlich möglichst viel spielen, um mich weiterzuentwickeln. Schließlich habe ich den Ehrgeiz, ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft zu werden. Die Voraussetzungen dafür sind in Wetzlar natürlich besser als in Emsdetten. Vor zwei Jahren, als ich nach Deutschland gekommen bin, hätte ich auch in die Bundesliga nach Dormagen gehen können, habe mich aber für die zweite Liga und Emsdetten entschieden, weil ich dort die besseren Möglichkeiten gesehen habe, Spielzeiten zu bekommen. Jetzt möchte ich in meiner Karriere den nächsten Schritt machen. Ich denke, die Zeit ist genau richtig dafür.