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Usinger Anzeiger

Leichtathletik 

EM-Traum geplatzt: Deutsche Staffel mit Wagner und Möllinger im Vorlauf raus

31.07.2010 - BARCELONA

Von Marcel Friederich

Super-GAU für die deutsche Sprint-Staffel der Damen: Das hochgehandelte 100-Meter-Quartett ist bei der Europameisterschaft in Barcelona schon im Vorlauf ausgeschieden, nachdem der letzte Wechsel von Anne Möllinger (Osthofen) zur Einzel-Siegerin Verena Sailer völlig missglückte. Zuvor machten die deutschen Damen einen sehr starken Eindruck, auch die Mainzerin Marion Wagner, ehe der schwere Wechselfehler alle Final- und Medaillen-Träume zerplatzen ließ.

„Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Eigentlich war das ein super Rennen“, seufzte Möllinger mit ein paar Tränen in den Augen. „Ich bin eine richtig gute Kurve gelaufen, auch der Abstand zu Verena hat gepasst. Doch plötzlich lag ich auf dem Boden“, sagte die Osthofenerin direkt nach dem Rennen im Gespräch mit dieser Zeitung. In der Tat schien der Wechsel von Möllinger auf Sailer, die sogar Vereinskolleginnen bei der MTG Mannheim sind, recht problemlos zu gelingen. Möllinger reichte den Staffelstab an Sailer – doch diese bekam den Stab nicht zu fassen. Letztendlich war es wohl eine kleine Unkonzentriertheit, die das bittere Ausscheiden besiegelte.

„Ich hatte ein sehr gutes Gefühl“, erzählte Wagner (USC Mainz), „das war mein bestes Rennen der Saison, egal ob in Einzel oder Staffel. An der Italienerin neben mir bin ich richtig gut vorbeigelaufen.“ Die 32-Jährige war an Position zwei im Rennen, nachdem der Wechsel mit der 20 Jahre jungen Startläuferin Yasmin Kwadwo (TV Wattenscheid) problemlos funktionierte. Auch der Wechsel von Wagner auf Möllinger verlief reibungslos, so dass die deutsche Staffel klar und deutlich auf Finalkurs war, ehe das große Missgeschick passierte.

„Wir haben eine einmalige Chance verpasst“

„Innerhalb von fünf Minuten kann man das noch nicht genau analysieren“, sagte Wagner. „Doch es ist einfach traurig.“ Schließlich waren die Deutschen mit der zweitbesten Saisonleistung angereist. Möllinger ergänzte: „Wenn man herkommt, um eine Medaille zu gewinnen, ist das natürlich sehr enttäuschend. Wir haben eine einmalige Chance verpasst.“ Es siegte die Ukraine (43,24) vor Weißrussland (43,69) und Spanien (43,88). Im zweiten Halbfinale überzeugte Russland (43,23) vor Polen (43,30) und Frankreich (43,35). Das Finale wird am Sonntagabend um 19.50 Uhr ausgetragen.

Unklar bleibt, ob Marion Wagner mit dieser Enttäuschung ihre Karriere beenden möchte. Hätten die Deutschen eine Medaille gewonnen, womöglich gar Gold, wäre dies das perfekte Karriereende für die „Grande Dame“ der Sprintszene gewesen. Doch nun? „Dazu kann ich in diesem Moment noch gar nichts sagen“, meinte Wagner, „fragen Sie mich das in vier Wochen noch mal…“


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