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Usinger Anzeiger

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Rote Teufel drücken Lions die Daumen

31.05.2010 - BAD NAUHEIM

Geschäftsführer Ortwein: Ein Aus für die Lions hat nur auf den ersten Blick Vorteile für uns - Probleme in Rosenheim?

(el). Die Eishockey-Cracks des Oberligisten EC Rote Teufel Bad Nauheim waren am Wochenende wieder einmal im Colonel-Knight-Stadion. Allerdings nicht auf dem Eis, das ist abgetaut und wird - vorausgesetzt die Renovierungsarbeiten werden rechtzeitig abgeschlossen - erst im September wieder hergestellt. Die Spieler gingen zur Landesgartenschau, betätigten sich zum Gaudi der zahlreichen Besucher beim Wok-Kochen. Wie man hörte, war die Freundin von EC-Torjäger Jan Barta von den Kochkünsten sehr angetan...

Ansonsten herrscht relativ Ruhe im Land. Geschäftsführer Andreas Ortwein kümmert sich um die neuen Ausrüstungsgegenstände, sucht gemeinsam mit dem wieder fitten Trainer Fred Carroll einen günstigen Standort für das angedachte Trainingslager im näheren Ausland. Die für die nächsten Wochen angedachten Gespräche mit dem einst großen Nachbarn Frankfurt Lions sind nach dem sehr wahrscheinlichen "Aus" für zumindest Profi-Eishockey in der Mainmetropole erst einmal hinfällig geworden. "Mal sehen, was da noch passiert. Es wäre sehr schade, wenn mit Kassel und Frankfurt gleich beide hessischen Eishockey-Aushängeschilder von der Landkarte verschwinden würden. Auch im Fall Frankfurt sieht man leider wieder einmal den zum Himmel schreienden Unterschied in der Behandlung durch die Stadt zwischen Fußball, nochmals Fußball und Eishockey", meinte Ortwein, der erst gar keine "Schadensfreude" über das Schicksal der Lions aufkommen lässt. "Ein Aus für die Lions hat vielleicht auf den ersten Blick Vorteile für die Roten Teufel. Eine Kooperation mit den Frankfurtern hätte aber mittelfristig mehr für uns gebracht. Deswegen drücke ich die Daumen, das es vielleicht im letzten Moment noch ein Wunder gibt."

Übrigens: Auch EC-Stürmer Tobias Schwab sitzt zwischen allen Stühlen. "Ich appelliere an alle Spieler, noch Ruhe bis Mitte Juni zu bewahren. Dann gibt es eine endgültige Entscheidung. Wir haben aber leider nicht die Lobby wie der Fußball in dieser Stadt. In Kanada würde so etwas mit einem Traditionsverein nicht gehen", bittet Lions-Manager Dwayne Norris auch Tobias Schwab, der vor einigen Wochen in Frankfurt einen Ein-Jahresvertrag unterschrieb, noch um Geduld. Für den "Tobi" wäre der Weg zurück nach Bad Nauheim - ein Zweitspielerecht war sowieso in der Planung - auf jeden Fall möglich. Andere DEL-Spieler der Huskies und der Lions werden sich auf der Suche nach einem Arbeitsplatz angesichts des späten Zeitpunktes bis zur Entscheidung sehr schwer tun, einen neuen Arbeitsgeber zu finden. Und das, wenn überhaupt, nur zu sehr reduzierten Gehältern.

Probleme gibt es beim EC-Play-off-Bezwinger und Meister Star Bulls Rosenheim. Zwar fehlt noch eine offizielle Bestätigung seitens der Liga, doch wie das Oberbayerische Volksblatt auf seiner Internetseite meldet, wollen und werden die Starbulls Rosenheim im kommenden Jahr in der 2. Liga an den Start gehen. Demnach habe es der Verein geschafft, die Kosten für die kommende Spielzeit zu stemmen. Am heutigen Montag würden dann auch die Lizenzierungsunterlagen eingereicht. Der Etat soll sich im Rahmen von 1,3 Millionen Euro bewegen. Allerdings war am Rande der Weltmeisterschaft aus verschiedenen, durchaus seriösen Quellen zu erfahren, dass die Dauerkartenaktion ein Schlag ins Wasser war. "Wir müssen 1000 Dauerkarten verkaufen, dann können wir beruhigt in Liga zwei gehen. Ansonsten werden wir das Abenteuer nicht wagen", war im Vorfeld die deutliche Ansage aus der Stadt des Ex-Meisters. Nun doch der Schritt, ist der nächste Problemfall programmiert? Die Oberliga Süd schmerzt der Abgang der Starbulls mit ihren vielen mitreisenden Fans. Kann der freiwillig aus Liga zwei "nach Bayern" zurückgekehrte, finanziell klamme SC Rießerseee die Lücken schließen?

Noch eine Information aus der "Nachbarliga" der Roten Teufel. Bei der Ligentagung im Osten erklärten sich acht Teams bereit, in der Oberliga Nord an den Start zu gehen. Bei dem Treffen am Samstag in Berlin gaben ECC Preussen Berlin, FASS Berlin, Saale-Bulls Halle, Jonsdorfer Falken, Wild Boys Chemnitz, Tornado Niesky, Black Dragons Erfurt und Wölfe Schönheide ihr Einverständnis. Unklar ist die Situation beim SV Fortuna Leipzig und beim ESC Dresden. Bis zum Meldeschluss am 30. Juni haben beide Clubs noch Zeit, ihre Unterlagen einzureichen. In den Play-offs der Oberligen könnten die Bad Nauheimer dann auf die besten dieser Clubs treffen.

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