Leibenaths Serie soll auch am Samstag Bestand haben
03.02.2012
LTi Giessen 46ers empfangen Ulm - Wiedersehen mit Ex-Trainer - Sorge um Jeffers
GIESSEN (stw). Ganze 15 Tage hatten die LTi Giessen 46ers nun Zeit. Zum einen, um sich von den vergangenen fünf Partien, die zwischen dem 30. Dezember und 20. Januar auf dem Programm standen, zu erholen. Zum anderen, um sich auf den kommenden Gegner vorzubereiten und gleichzeitig den jüngsten Neuzugang Taj McCoullough weiter in das Mannschaftsgefüge zu integrieren. Björn Harmsen, Cheftrainer des mittelhessischen BBL-Urgesteins, sieht in der ungewohnt langen Pause allerdings einen Nachteil: „Wir als Team brauchen einen regelmäßigen Rhythmus, zu Beginn der Woche hat man schon gemerkt, dass die Spieler etwas mehr Zeit brauchten, um wieder reinzukommen“, so der 29-Jährige, fügt aber auch an, dass die spielfreie Zeit für die angeschlagenen Spieler natürlich ganz gelegen gekommen sei.
Während die Konkurrenz am vergangenen Wochenende im Kampf um den Klassenerhalt auf dem Parkett stand, greifen die Gießener erst morgen Abend wieder ins Bundesliga-Geschehen ein. Zu Gast ist dann ratiopharm Ulm und damit zugleich ein alter Bekannter, denn die Süddeutschen werden vom ehemaligen 46ers-Headcoach Thorsten Leibenath betreut. Dieser hat übrigens seit seinem Weggang aus Gießen kein Erfolgserlebnis mehr in der Sporthalle Ost feiern können, als Trainer der Artland Dragons zog er bei seinen Gastauftritten an der Lahn immer den Kürzeren.
LTi Giessen 46ers - ratiopharm Ulm (Samstag, 20 Uhr)
Damit diese „Serie“ auch am Samstagabend gegen 22 Uhr noch Bestand hat, legt Harmsen im Vorfeld der Begegnung den Fokus erneut auf die Verteidigungsarbeit seiner Schützlinge. „Ulm steht zurecht dort oben, sie sind in der Offensive sehr gefährlich, bewegen den Ball sehr schnell und sind daher unausrechenbar. Zudem agieren sie sehr selbstlos. Dort müssen wir anpacken, sie hart verteidigen und sie hinsichtlich der Punkteausbeute unter ihrem Schnitt halten. Denn Ulms Schwächen liegen in der Defensive“, so der 46ers-Headcoach. Das Rezept klingt demnach ganz einfach: Den Gegner am Punkten hindern und gleichzeitig dessen Diskrepanzen am eigenen Brett ausnutzen. Diesbezüglich gilt es, das offensivstarke Quintett des derzeit Tabellenzweiten zu stoppen. Hinter Topscorer und Kraftpaket John Bryant (13,8 PpS/9,3 RpS) folgen Isaiah Swann (13,0 PpS), Dane Watts (11,2 PpS) und Steven Esterkamp (10,2 PpS). Gelenkt wird das Angriffsspiel von Per Günther, der durchschnittlich 2,5 Assists pro Spiel verteilt und zudem noch 8,7 Punkte markiert.
Doch die Giessen 46ers haben in den vorausgegangenen Partien gegen Tübingen und Frankfurt gezeigt, zu was sie imstande sind, wenn sie in der Defensive über 40 Minuten konzentriert und fokussiert arbeiten. Vor allem die Vorstellung im Hessenderby lässt die heimischen Fans auf weitere Erfolgserlebnisse im Februar hoffen. Wann und in welchem Ausmaß Routinier Maurice Jeffers wieder wird mitwirken können, steht derzeit noch in den Sternen. Die Aussichten sind allerdings eher trübe. „Vergangene Woche hat er sein Trainingspensum täglich gesteigert und auch wieder leicht mit der Mannschaft trainiert, das Knie hat darauf aber schlecht reagiert und ist erneut angeschwollen. In den letzten Tagen hat er nur im Fitnessstudio gearbeitet“, berichtet Harmsen und blickt dabei besorgt drein. Auch mit dem Worst Case Szenario, sprich, dass Jeffers in der laufenden Saison nicht mehr fit wird, habe man sich bereits befasst. Soweit ist es aber noch nicht. Nachverpflichten dürfen die BBL-Klubs übrigens noch bis Ende Februar.
Aufgrund der aktuellen Situation gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der Vertrag mit McCullough, der an diesem Wochenende ausläuft, verlängert wird. „Er verleiht unserem Spiel zusätzliche Athletik und Physis. In manchen Dingen muss er sich aber noch weiterentwickeln und anpassen, daran arbeitet er. Momenten ist er eine Hilfe, er kann aber zu einem überragenden Spieler für uns werden“, sagt Harmsen über den 25-jährigen US-Amerikaner. Verzichten muss der Trainer gegen Ulm in jedem Fall auf Pointguard Achmadschah Zazai, der einen doppelten Bänderriss auskuriert.