818 Jungen und 780 Mädchen

Hochtaunus. Unbestritten ist, dass die coronabedingten Lockdowns der vergangenen zwei Jahre vielen Paaren und Familien deutlich mehr Zeit bescherten, die für Zweisamkeit und häusliches Beisammensein genutzt werden konnte. So mancher Nachwuchs kündigte sich prompt eher ungeplant oder zumindest überraschend an. Wobei sich die Experten noch ein wenig streiten, ob sich tatsächlich ein signifikanter Anstieg in der Geburtenstatistik ausmachen lässt.

Zwar sind in Deutschland bis August 2021 rund 524 000 Kinder mehr auf die Welt gekommen als im Vorjahreszeitraum, aber angesichts des nur leichten Zuwachses von 1,3 Prozent will das Statistische Bundesamt nicht zwingend von einem Corona-Effekt sprechen. Auffällig sei nur eine Zunahme der Geburten von Geschwisterkindern zwischen März und April im Vorjahresvergleich. Im März 2021 sind demnach knapp fünf Prozent mehr erste Kinder geboren worden, rund acht Prozent mehr zweite Kinder und rund elf Prozent mehr dritte und weitere Kinder.

Zwei mal Zwillinge

Eine eindeutige Tendenz nach oben ist jedenfalls in den Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg zu verzeichnen: Nach 1529 Geburten im Jahr 2019 und 1548 in 2020 waren es im vergangenen Jahr 1598. Sogar zwei Zwillingsgeburten waren dabei. Die XY-Chromosomen-Träger waren dabei deutlich in der Überzahl, denn 818 Jungen standen »nur« 780 Mädchen gegenüber. Drei von vier Kindern erblickten auf natürlichem Weg das Licht der Welt, darunter gab es 22 Wassergeburten, während jedes vierte durch einen Kaiserschnitt geboren wurde.

Wenig überraschend stammte der größte Anteil der Gebärenden - knapp 18 Prozent - aus Bad Homburg. Auf den weiteren Plätzen sind der Hochtaunuskreis sowie die Wetterau stark vertreten: Rund elf Prozent kamen aus Oberursel, 7,5 Prozent aus Friedrichsdorf und gut fünf Prozent aus Neu-Anspach, gefolgt von Usingen, Bad Vilbel, Karben, Rosbach, Schmitten, Friedberg und Wehrheim. Auch aus verschiedenen Frankfurter Stadtteilen und dem Main-Taunus-Kreis fanden zahlreiche Schwangere den Weg in die Hochtaunus-Kliniken.

Online-Info-Abende

»Wir haben hier im Rahmen der covidbedingten Einschränkungen einen bisher gut funktionierenden Kompromiss für den Kreißsaal und die Wochenbettstation gefunden«, erläutert Dr. Kanya Götsch, Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Sie erklärt: »Je nach den individuellen Bedürfnissen der Entbindenden, kann diese in jeder Phase der Geburt die Nähe und Unterstützung eines Partners oder einer Begleitperson in Anspruch nehmen. Für eine gleichzeitig gute Sicherheit im Infektionsschutz werden Schwangere und Partner getestet. Auch das Tragen von Masken - außer während der Geburt - hat sich bewährt.«

Froh ist sie jedenfalls darüber, dass an den Hochtaunus-Kliniken kein Hebammen-Mangel herrscht und dass alle 29 Kolleginnen - tatsächlich gibt es keine männliche Hebamme - trotz der zusätzlichen Belastungen durch Covid mit spürbar guter Motivation ein sehr stabiles Team bilden.

Angepasst an die Pandemie läuft die Geburtsanmeldung mit guter Resonanz online - in Kombination mit der telefonischen Hebammensprechstunde für Rückfragen. Auch die individuelle Möglichkeit, sich je nach Bedarf und medizinischen Besonderheiten zu einem persönlichen Termin vorzustellen, sei weiterhin gegeben. Oftmals über 60 Teilnehmer haben die Info-Abende per Online-Konferenz gnutzt. »Wer sich von uns und der geburtshilflichen Abteilung einen Eindruck im Bewegtbild verschaffen möchte, hat die Möglichkeit, ein von uns gemachtes Video über unsere Homepage mit der Adresse www.hochtaunus- kliniken.de anzusehen«, so Dr. Götsch.

Stephanie Kreuzer

Das könnte Sie auch interessieren