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Königsteiner erlebt Überraschung mit Internet-Briefmarken

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Von: Boris Schöppner

Wenn ein frankierter Brief wieder zurückkommt, muss etwas schiefgegangen sein. In diesem Fall wurde dem Post-Kunden ein Ablaufdatum zum Verhängnis.

Königstein/Frankfurt -Der Alltag hält immer wieder Überraschungen bereit, sagt Georg Boxheimer. Diesmal war es keine gute. Ein abgesendeter und mehr als ausreichend frankierter Brief kam nach geraumer Zeit wieder zurück, muss nun wieder frankiert und losgeschickt werden. Der Anwohner aus Königstein (Hochtaunuskreis) macht sich Gedanken, ob so ein Umgang effektiv und ökologisch sinnvoll ist.

Und das war passiert: „Wir hatten bei Versenden des Briefes nur eine 80-Cent-Internetmarke zur Hand, aber praktischerweise auch noch eine recht alte 8-Cent-Ergänzungsmarke gefunden.“ Glücklich über diese „auch ökologisch günstige Fügung“ habe man beide Marken sorgsam aufgeklebt und wollte der Post auch gerne die nun überschüssigen 3 Cent als „kleine Anerkennung“ überlassen.

Königsteiner sieht „perfekte Pflichterfüllung des Briefzentrums Frankfurt“

Aber die 8-Cent-Internetmarke war „abgelaufen“. Dass eine Briefmarke ein Mindesthaltbarkeitsdatum hat, das war Boxheimer neu. Das Ganze kommentiert er ironisch als „perfekte Pflichterfüllung des Briefzentrums Frankfurt“. Er vermutet nach Lektüre der Einträge auf dem Umschlag, „dass wegen des überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums ein Mitarbeiter die 8- Cent-Marke manuell bearbeitet und markiert, ein weiterer Mitarbeiter den Fehler dann kommentiert und die 80er-Marke entwertet und vermutlich ein dritter Mitarbeiter für den Rückversand gesorgt haben muss“.

Briefporto wird erhöht
Internet-Briefmarken sollten den Briefverkehr eigentlich erleichtern. Für einen Mann aus Königstein haben sie diese Aufgabe nicht erfüllt. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Frankfurt/Königstein: Post bittet nach Brief-Verwirrung um Verständnis

Stefan Heß, Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group, bestätigt, dass Internet-Marken seit ihrer Einführung 2014 nur drei Jahre lang nach Ausstellung gültig sind. Das habe technische Gründe. Denn für die Marken müssten Datenbanken vorgehalten werden. Die 8-Cent-Marke sei nicht mehr im Handel. Internet-Marken seien nicht für die Bevorratung gedacht, sondern zum zeitnahen Gebrauch.

Im Briefzentrum in der Frankfurter Gutleutstraße, der ersten Adresse, in dem eine Fehlfrankierung auffallen kann, würden pro Tag 4,5 Millionen Sendungen abgewickelt. Je nachdem, wo die Fehlfrankierung auffällt, werde entschieden, ob die Sendung zugestellt und der Empfänger gebeten wird, sie nachzufrankieren, oder ob sie zum Absender zurückgeht. „Wir müssen schauen, dass der Preis eingehalten wird“, wirbt der Unternehmenssprecher für Verständnis. (Boris Schöppner)

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