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Das Experience Center von Adam Hall hat einen weihnachtlichen Anstrich bekommen.

Unternehmen in der Pandemie

Adam Hall in Neu-Anspach kommt ohne Kurzarbeit aus

Neu-Anspacher Unternehmen Adam Hall kommt in der Corona-Pandemie derzeit ohne Kurzarbeit aus. In der Veranstaltungsbranche aber herrscht großer Unmut.

Neu-Anspach. Die Adam Hall Group ist das größte Unternehmen in Neu-Anspach. Es gehört zur Veranstaltungswirtschaft, die unter der Verschlimmerung der Corona-Pandemie leidet. Knapp 50 Prozent der Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, heißt es in einer Mitteilung des Ifo-Instituts. Wie gehen die Unternehmen damit um? Bei Adam Hall gibt es aktuell keine Kurzarbeit, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. »Speziell im europäischen Ausland läuft unser Geschäft sehr gut. Daher suchen wir aktuell über 30 neue Kolleginnen und Kollegen, aber auch Auszubildende in verschieden Bereichen. Insbesondere im Bereich Software- und Elektronik-Entwicklung, Informatik aber auch im Ingenieurswesen ist Verstärkung gefordert.«

Die Adam-Hall-Group habe in der Pandemie bereits sehr früh und umfassend reagiert und eine klare Haltung entwickelt: »We believe in live! Wir glauben an die Live- und Eventbranche und den Wert, den diese für die Gesellschaft hat. Wir haben uns stark in der Lobbyarbeit engagiert und uns damit für die Branche eingesetzt und sind mit viel Kraft, Leidenschaft und Durchhaltevermögen bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen«, so Geschäftsführer Alexander Pietschmann.

Natürlich sei auch Adam Hall abhängig vom weiteren weltweiten Pandemieverlauf. Doch man sieht sich gut aufgestellt und wird auch weiterhin Lösungen entwickeln, um die Zukunft seiner Branche mitzuprägen, so Pietschmann.

Vorbild Südeuropa

Bei vielen Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft herrscht eine große Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand, heißt es in der Ifo-Mitteilung. Auch bei Adam Hall ist man sich dessen bewusst, zahlreiche Firmen und Freelancer seien von den Auswirkungen der Pandemie bedroht. »Keine zweite Branche war so lange und so umfassend von den Einschränkungen betroffen«, sagt Pietschmann.

Der Sommer 2021 habe vielen wieder Hoffnung gemacht und jede Menge Zuversicht erzeugt. »Nun finden wir uns erneut in einer kritischen Situation wieder. Dies zeigt auch das aktuelle Ifo-Geschäftsklima für die deutsche Veranstaltungswirtschaft. Der Wert sackte im November auf minus 26 Punkte von minus 2,2 Punkten im Oktober. Wir hoffen, dass die Politik - bei allem akuten Handlungsbedarf in der jetzigen Lage in Deutschland - differenzierter vorgeht als noch vor einem Jahr. Eine einheitliche Kommunikation und erfolgreiche Impfkampagne wie zum Beispiel im Süden Europas ist hier der Schlüssel zum Erfolg«, so Pietschmann.

Dennoch blicke Adam Hall auch positiv für Deutschland nach vorne: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe vor Kurzem gesagt: »Die Kultur ist der Schmierstoff der Gesellschaft.« Damit hat er auf so vielen Ebenen recht, denn wir alle sind soziale Wesen und brauchen das gemeinsame Erlebnis. Kultur kann etwas, was kein soziales Netzwerk, keine Zoom-Konferenz und kein virtuelles Event kann: Sie bringt Menschen in der Realität zusammen und beschert emotionale und großartige Momente«, so Pietschmann.

Am Rande einer Unternehmensführung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Hochtaunus Ende August, bei der auch Neu-Anspacher CDU-Politiker dabei waren, ging es am Rande auch um das Thema Platzbedarf. Zwei große Hochregal-Lagerhallen waren vor drei Jahren in Betrieb genommen worden. Finanzdirektor Sven Wagner deutete bei der Führung an, dass man die Kapazitätsgrenze bei den Lagerhallen bald erreicht habe und bei einem Boom von Live-Events neuer Platzbedarf bestünde. Es werde weiterhin an der Bestandsoptimierung gearbeitet, weitere Neuigkeiten gäbe es zur Kapazitätsthematik aber nicht, so der Geschäftsführer.

Adam Hall möchte bekanntlich auf einer 2500 Quadratmeter großen Teilfläche in Westerfeld Wohnraum schaffen. Die politischen Ausschüsse haben bereits zugestimmt, dass mit dem Unternehmen Verhandlungen aufgenommen werden und dabei den Wunsch der Stadt mitgeteilt wird, einen Teil der Wohnungen als bezahlbaren Wohnraum auszuweisen. Nun müssen noch die Neu-Anspacher Stadtverordneten am 16. Dezember zustimmen.

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