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Mezzosopranistin Britta Diederich und Organist Dr. Rüdiger Teuner bescheren ein Konzert der Extraklasse.

Anspruchsvolle Musik zum Advent

Rod am Berg (evk). Wohl der Kirchengemeinde, die über solche hochkarätigen Musiker verfügen darf. Die Mezzosopranistin Britta Diederich und Organist Dr. Rüdiger Teuner ließen bei ihrem Adventskonzert der Extraklasse in der Kirche in Rod am Berg am frühen Sonntagabend den Besuchern regelrecht das Herz aufgehen.

Mit »Sei stille dem Herrn« aus Mendelssohn Bartholdys Oratorium »Elias« machten sie den stimmungsvollen Auftakt, ganz im Sinne der Vorfreude auf Weihnachten. In Giuseppe Giordanis Arie »Caro mio ben«, die zu den beliebten Klassikern aus dem 18. Jahrhundert gehört, überzeugte die junge Dorfweilerin einmal mehr mit ihrer Stimmsicherheit. Mehr als wohltuend war, dass sie dieses Liebeslied nicht allzu süßlich interpretierte. Eine stimmliche Herausforderung war für die 22-Jährige »Ombra mai fu« aus Händels Oper »Xerxes«, wo es bis in die tiefste Lage des Mezzosopran hinuntergeht.

Nach Bachs Choralsatz »Jesus bleibet meine Freude« aus der Kantate 147 erklang zum krönenden Abschluss »Bereite dich Zion mit zärtlichen Trieben« aus Bachs Weihnachtsoratorium. Erneut hielt sich der Organist in der Begleitung des Gesangs zurück, deutete aber in den Einleitungen und Zwischenspielen sein musikalisches Können an. Pfarrerin Dr. Kornelia Weber, die mit Bibeltexten, Lichtgedanken zum dritten Advent und Gebeten das Konzert begleitete, sagte schließlich: »Das Engagement der Musiker ist nicht selbstverständlich und macht unser Gemeindeleben so wertvoll.«

Damit entlockte sie den beiden nicht nur eine Zugabe, sondern spielte auch darauf an, dass sie auch unter den strengsten Corona-Beschränkungen, als Gemeindegesang überhaupt nicht erlaubt war, Gottesdienste und Andachten als Organisten und Solosänger bereichert haben.

Auch Diederich, die Musikwissenschaften und Operngesang studiert, ist Organistin. Sie hat als 13-Jährige erstmals in ihrer Kirchengemeinde an der Orgel ausgeholfen und teilt sich inzwischen die Organistenstelle in der Kirchengemeinde Rod am Berg, zu der auch Dorfweil, Brombach, Hunoldstal und die »Hochwiese V« gehören, mit dem 67-jährigen Rechtsanwalt und Organisten aus Passion. Der Usinger sitzt schon seit 51 Jahren an der Orgel, spielt auch in Usingen und hat eine weitere Organistenstelle in Bad Füssing. Und er hat eine ausdrucksvolle Baritonstimme, die er gelegentlich in den Gottesdiensten erklingen lässt. Für beide Künstler ist es schön, wenn sie mit ihrer Musik und ihrem Gesang den Gottesdienstbesuchern eine Freude bereiten und gerade im Advent besinnliche Stimmung verbreiten können.

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