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Idyllisch steht die Bank am Waldesrand, wenn nicht der Abfalleimer daneben mit gefüllten Hundekotbeuteln zum Himmel stinken würde.

Bürgermeister ist ratlos

Appell an Grävenwiesbacher Hundebesitzer: »Holt euch eure Beutel ab«

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Wer in Grävenwiesbach einen Hund hat, erhält kostenlose Beutel für die Entsorgung des Kots. Das Angebot wird jedoch nicht überall angenommen. Der Bürgermeister appelliert an die Hundebesitzer.

Grävenwiesbach. Wer in Grävenwiesbach einen Hund anmeldet, erhält damit automatisch das Recht, sich zur Entsorgung der Hinterlassenschaften regelmäßig kostenlos Beutel im Rathaus abzuholen. Dieser Service wird aber nur selten von Tierbesitzern angenommen.

Eine Tatsache, die Bürgermeister Roland Seel (CDU) gar nicht verstehen kann und auf die er in den Ortsbeiratssitzungen immer wieder hinweist. Denn gerade die Ortsbeiräte favorisieren die sogenannten Dog-Station. Das sind Halterungen mit Beutelspender und meist einem Abfalleimer in unmittelbarer Nähe.

Vom Hersteller werden solche Dog-Stations als eine komfortable und saubere Möglichkeit angeboten, das Geschäft des Vierbeiners zu beseitigen. Weil die zu entnehmenden Hundekot-Säckchen nach Gebrauch ganz einfach in den Abfalleimer geworfen werden können. Keine Tretminen mehr in der Landschaft. Und demzufolge keine beschmutzten, stinkenden Schuhe mehr, mit denen man das, was der Hund ausscheidet, weiter verteilt.

Clevere Geschäftsidee

So ein Hundekot-Beutelspender fasst bis zu 500 Beutel und lässt sich so gut wie überall montieren. Eine clevere Geschäftsidee, kostet so ein Hundeklo doch bis zu 300 Euro pro Stück inklusive Stange für die Verwendung, auch zum Einbetonieren. Inzwischen stehen auf Gemeindegebiet rund 30 solcher Dog-Stations. »Dabei wäre keine einzige davon nötig, würden die Leute die Hundekotbeutel im Rathaus abholen«, überlegt Roland Seel. Also Geld, das die Gemeinde nur für die Bequemlichkeit der Bürger ausgibt. »Die Leute gehen mit ihren Hunden genau da Gassi, wo sie wohnen«, weiß der Bürgermeister. Das ärgerliche Thema der Verschmutzung durch die Hinterlassenschaften der Hunde durchläuft die Jahre und ist wohl ohne Einsicht der Hundehalter irgendwie nicht lösbar. Hundeklos sind so gesehen schon eine Alternative. Bernd Bierwirtz (FWG) hat aber schon häufiger auf die Kehrseite hingewiesen.

Als Landwirt steht er nämlich vor dem nächsten Problem. Dann, wenn der Hundebesitzer zwar ordentlich die Hunde-Häufchen im Beutel aus der Dog-Station aufsammelt, Beutel samt Inhalt aber nicht bis zum nächsten Abfalleimer in der Hand hält und beides im hohen Bogen in die Natur wirft. Beispielhaft dafür ist die Astrid-Lindgren-Straße. Diese grenzt ans Feld und alle paar Meter liegt im Feld ein Beutel, berichtet Seel verärgert. Also stellt die Gemeinde in unmittelbarer Nähe der Dog-Station einen Mülleimer auf. Und das heißt wiederum, dass dieser regelmäßig angefahren werden muss, um ihn zu entleeren. Das bringt aber erneut Kosten für die Gemeinde mit sich. Richtig Ärger kommt auf, wenn die Dog-Station mit Abfalleimer direkt neben einer Bank steht. Da vergeht dem rastenden Wanderer der Appetit auf das Pausenbrot schnell. Genauso gesehen bei der Dog-Station am Waldrand, die an der Verlängerung des Mönchweges installiert ist. Da steht der meist stinkende Mülleimer direkt neben der Bank. Zweckmäßig, aber nicht gerade die beste Lösung.

Der Bürgermeister weist zudem darauf hin, dass die Hundekotbeutel auf keinen Fall in die Biotonne gehören, sondern im Restmüll entsorgt werden müssen. So könnten Krankheitserreger und Bakterien im Hundekot sein, die nicht in den Biomüll gelangen dürfen, weil sie sich im Kompost ausbreiten könnten.

»Im Idealfall also im Rathaus die Hundekotbeutel abholen, die Hinterlassenschaften darin einsammeln und zu Hause im Restmüll entsorgen«, sagt Roland Seel. »Holt euch eure Beutel ab«, appelliert er an alle Hundeliebhaber.

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