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Auch das Sterben wird in Wehrheim teurer

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Wehrheim (kop). Das Leben in Wehrheim wird in vielen Bereichen teurer: Als Ausgleich dafür, dass die Steuern auf Grundstücke und für das Gewerbe insgesamt nicht so stark angehoben werden, wie vom Gemeindevorstand vorgeschlagen, forderte das Bündnis aus Grünen, FDP und SPD eine Nachbesserung in vielen anderen Bereichen.

Bei der Schülerbetreuung ist dies schon passiert, Vereine erhalten weniger Zuschüsse, die Lokalpolitiker erhalten weniger Sitzungsgeld. Für die Bürger- und Mehrzweckhäuser sowie das Ludwig-Bender-Bad wurden ebenfalls schon höhere Gebühren erlassen. Noch folgen soll die Gebührensatzung für die Kinderbetreuungsstätten. In der aktuellen politischen Woche aber stehen andere Bereiche an.

Diesmal geht es um das Halten von Hunden, die Friedhöfe und die Wassergebühren. Stark werden die Gebühren teilweise für die Friedhöfe angehoben. Das beginnt in der Leichenhalle. Die Aufbewahrung eines Toten bis zu fünf Tage kostet künftig 350 statt 160 Euro, jeder weitere Tag 80 statt 50. Wird eine Leiche ohne örtliche Beerdigung aufbewahrt, sind 80 statt bisher 50 Euro pro Tag fällig. Die Benutzung der Halle zur Trauerfeier kostet 250 statt 150 Euro, Hilfskräfte kosten 60 statt 50 Euro pro Stunde.

Neu sind anonyme Bestattungen

Der Trägerlohn bei Erdbestattungen steigt von 190 auf 210 Euro, bei einer Urnenbestattung von 50 auf 60 Euro. Die Bestattung in einem Reihengrab steigt von 650 auf 850 Euro, in einer Wahlgrabstätte ebenfalls. In einem Tiefgrab kostet die Beisetzung 950 statt 800 Euro für weitere Bestattungen dort 700 statt 650 Euro. Eine Wiesengrabstätte steigt von 650 auf 850 Euro. Die Bestattung von Kindern unter fünf Jahren kostet 300 statt 250 Euro.

Bei der Beisetzung von Ascheresten in einer Urnenreihengrabstätte werden künftig 230 statt wie bisher 150 Euro fällig, in einer Urnenwahlgrabstätte 300 statt 250, in einer Wiesengrabstätte 230 statt 150 Euro. Neu ist die anonyme Beisetzung. Sie kostet 250 Euro.

Auch Umbettungen kosten mehr, 2500 statt 2300 Euro, in eine andere Gemeinde 2200 statt 2000 Euro, für Kinder unter fünf Jahren die Hälfte. Die Umbettung von Ascheurnen kostet auf dem gleichen Friedhof 700 statt 500 Euro, auf einen anderen Friedhof 800 statt 600 Euro, aus einer Urnenwand 150 statt 100 Euro.

Für die Überlassung einer Reihengrabstätte für 30 Jahre werden 750 statt 450 Euro fällig, bei Kindern unter fünf Jahren 300 statt 200 Euro. Eine Urnengrabstätte kostet 550 statt 450 Euro. Wahlgrabstätten kosten 950 statt 650 Euro, Urnenwahlgrabstätten bleiben bei 650 Euro konstant. Für die Verlängerung des Nutzungsrechts werden 35 statt 23 Euro erhoben. Eine Erdwiesengrabstätte kostet weiterhin 1175 Euro, eine Urnenwiesengrabstätte kostet 450 statt vorher 622 Euro, das anonyme Urnengrab 300 Euro.

Bei der Wasserversorgung beschreibt der Antrag seitens des Gemeindevorstands einen Vorstoß in Richtung »Smart City«. Denn durch den Einbau von Funkmessgeräten anstelle der alten Wasseruhren bräuchten die Hauseigentümer die Zähler nicht mehr ablesen. Dies erfolge, indem der Bauhof die betroffenen Straßen einfach abfahre.

Wasserzähler mit Funktechnik

In der Antragsbegründung heißt es weiter: »Die Vorteile der Installation von Funkwasserzählern liegt in der einfacheren und genaueren Bearbeitung der Wasserverbrauchsabrechnung. So kommt es nicht mehr zu säumigen oder falschen Ablesungen, und auch Verbrauchsschätzungen sind nicht mehr erforderlich. Die Handeingabe in der Verwaltung wird durch digitale Einspielung der Zählerstände ersetzt, Porto und Papier für die Ablesekarten entfallen. Außerdem sind Wasserrohrbrüche und hoher Verbrauch schnell feststellbar. Hier ist jedoch anzumerken, dass 95 Prozent der Wasserrohrbrüche vor den Wasserzählern stattfinden. Allerdings sind hohe private Wasserverbräuche grundsätzlich, aber gerade auch im Hinblick auf Wasserknappheit, schneller einzugrenzen. Eine Verbesserung zur Lokalisierung von Wasserrohrbrüchen vor den privaten Hauswasserzählern kann nur durch den Einbau von digitalen Großzählern an markanten Punkten des Wasserversorgungsnetzes erreicht werden.«

Auf den Wasserpreis pro Kubikmeter wirkt sich das nicht aus. Er bleibt mit 2,85 Euro stabil. Dennoch fallen höhere Gebühren bei der Zählergebühr an. So werden pro Wasserzähler und Monat bei einer Verbrauchsleistung von bis zu 2,5 Kubikmetern 80 statt 50 Cent fällig. Bei sechs Kubikmetern sind es ein Euro statt 80 Cent. Bei Münzzählern (etwa für gemeinschaftlich genutzte Wäschekeller) sind es neu 8,50 Euro.

Neu sind auch die Funkwasserzähler. Bei bis zehn Ku- bikmeter Dauerbelastung wird ein Euro fällig, darüber 16,50 Euro. Für vom Anschlussnehmer gewünschte Ablesungen werden zehn statt acht Euro fällig. Die Einrichtung eines Münzzählers wird mit 15 Euro berechnet.

Höhere Steuern für Hundehalter

Die dritte Satzung, die am Freitag, 17. Dezember, ab 20 Uhr von den Gemeindevertretern in der Pfaffenwiesbacher Wiesbachtalhalle besprochen wird, ist die Hundesteuersatzung. Galten bisher 60 Euro pro Jahr für den ersten Hund und 120 Euro für jeden weiteren Hund, so sind es künftig ab dem dritten Hund 180 Euro pro Jahr.

Ebenfalls neu in der Satzung ist die Erfassung von gefährlichen Hunden, für diese werden 300 Euro fällig, 150 Euro, wenn eine erfolgreich bestandene Begleithundeprüfung oder ein ähnlicher Nach- weis vorliegt. Steuerbefreiung und Steuerermäßigungen gibt es für bestimmte Berufsgruppen oder etwa bei Behinde-rungen der Hundehalter, die einen Hund als Begleiter rechtfertigen. Auch für Therapiehunde gibt es Ermäßigungen.

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