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Besinnliche halbe Stunde

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Neu-Anspach (evk). »Nun kommt der Heiden Heiland« heißt das Adventslied aus der Feder von Martin Luther. Das war jahrhundertelang Hauptlied der Adventszeit. Die Melodie von Lucas Osiander dem Älteren wurde vor allem in der Barockzeit unzählige Male für Orgel, Chor und andere Besetzungen bearbeitet, mehrfach auch von Johann Sebastian Bach.

Keinen besseren Auftakt konnten Siegfried Rohde an der Posaune und Organist Erhard Helmke für die musikalische Adventsandacht in der evangelischen Kirche in Anspach auswählen. Am Vorabend des dritten Advent gestalteten die beiden Musiker zusammen mit Katja Trybek und Barbara Waldenburger, die sich außerhalb des Kirchenvorstandes ehrenamtlich in der Kirchengemeinde im Segnungsteam und in der »Offenen Kirche« engagieren, eine besinnliche halbe Stunde.

»Es geht um Erwartung und Sehnsucht, vielleicht auch ein wenig um die Ungeduld in der Zuversicht, dass der Heiland kommen wird«, hieß es. Wichtig sei es, zur Ruhe zu kommen und der Vorfreude auf das Kommen Jesu nachzuspüren.

»Bereitet dem Herrn den Weg«, diese Worte stehen über dem dritten Advent. Dazu passte das Gemeindelied »Macht hoch die Tür«, das durch die Masken zwar etwas gedämpft klang. »Aber immerhin, wir dürfen singen«, so Trybek.

Auf Verse aus Jesaja 40 bezog sich der meditative Text »Wegbereitung« von Uwe Seidel. Hier ließ sich die Stille förmlich spüren, aber auch Ohnmacht, Hilflosigkeit und Trauer nachempfinden. Tiefen könne überwinden, wer das Strahlen von Gottes Herrlichkeit als Hoffnungsschimmer in sich trage. Letzterer ging auch aus von einem Sonatensatz für Flöte und E-Piano, den die beiden Musiker gefühlvoll vortrugen.

Positive Gedanken

Auch Hanns Dieter Hüschs Dezember-Psalm wurde vorgetragen. Danach blieb nur noch das gemeinsame Weihnachtslied »Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein« - ein Titel, der zu den neuen Liedern im Evangelischen Gesangbuch (EG 56) zählt und die Besucher mit positiven Gedanken in die Nacht und in die neue Woche entließ.

Wer Kraft in der Ruhe sucht, kann das samstags von 10 bis 18.30 Uhr und sonntags von 11 bis 18.30 Uhr in der evangelischen Kirche tun. Dann ist das Gotteshaus als Raum für das stille Gebet geöffnet.

Helmke und Rohde werden weiterhin in unregelmäßigen Abständen als eingespieltes Team bei Andachten in der evangelischen wie in der katholischen Kirche zu hören sein. Seit der Corona-Pandemie haben Helmke als Organist von St. Marien und Rohde von der evangelischen Kirchengemeinde ihr musikalisches Zusammenspiel deutlich intensiviert, ganz im Sinne von gelebter Ökumene.

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