Besitzer des Hochtaunusstifts nennt Haftungsgründe

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NEU-ANSPACH - (inf). Viele Fragen bleiben offen beim plötzlichen Aus für das Hochtaunusstift in Neu-Anspach. Der UA hakte nach beim Besitzer des Gebäudes, der Raiffeisen Bank International AG in Wien. Unternehmenssprecherin Anja Knass antwortete.

Das Rote Kreuz informierte uns, dass dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen Ihrerseits seit Jahren nicht durchgeführt worden sind. Warum wurde das Gebäude nicht saniert?

Knass: Die Verantwortung lag in diesem Bereich wesentlich beim ehemaligen Betreiber der Pflegeeinrichtung, der seiner Verpflichtung zur Beseitigung des Sanierungsstaus nicht nachgekommen ist. Erst auf Druck der Heimaufsicht war es Ende 2019 möglich, sich vom damaligen Betreiber loszuspielen und ist es gelungen, mit dem DRK die Fortführung des Betriebes zu gewährleisten. Auf Basis eines Gutachtens wurde im März 2020 der Gebäudezustand festgestellt und sodann entschieden das Objekt auf den Markt zu bringen, sobald Corona das möglich macht. Seither waren wir in unserer Rolle als Eigentümer stets bemüht, den Bewohnern und Mitarbeitern in Form der bereits erwähnten Duldung eine Perspektive zu geben.

Warum wurde entschieden, die Duldung der Betreuung zurückzuziehen, vor allem, wenn nun für 45 hochbetagte Menschen binnen kürzester Zeit eine andere Lösung gesucht werden muss?

Nachdem der Anordnung des zuständigen Bauamts vom 18. Jänner 2021, per 31. März 2021 die notwendigen Brandschutzrichtlinien zu erfüllen, aufgrund von Corona sowie dem Umfang der erforderlichen baulichen Maßnahmen nicht nachgekommen werden konnte, sahen wir uns leider aus Haftungsgründen zu diesem Schritt veranlasst.

Es wäre unverantwortlich gegenüber Heimbewohnern und Pflegepersonal, diesen Schritt nicht zu setzen. Wir sind zuversichtlich, dass für die pflegebedürftigen Menschen sehr rasch Plätze in anderen Pflegeeinrichtungen gefunden werden können. Auch für das Personal sollte sich angesichts des generell hohen Bedarfs an Pflegekräften rasch eine Zukunftsperspektive ergeben.

Warum wurde ein Angebot des Roten Kreuzes, das Gebäude zu kaufen, ausgeschlagen?

Wir bedauern sehr, dass es uns nicht möglich war, eine Lösung gemeinsam mit dem DRK zu finden.

Was genau haben Sie, bzw. ihre Tochtergesellschaft als Eigentümer mit dem Grundstück vor? (Denn auf dem Grundstück ist im Bebauungsplan eine öffentliche, soziale Nutzung vorgeschrieben)?

Dazu können wir aktuell noch keine Auskunft geben. Wir gehen davon aus, dass jegliche zukünftige Widmung durch die zuständigen Behörden wieder eine Nutzung als Pflegeanstalt vorsehen wird. Es gab dazu heute bereits ein klärendes Gespräch mit Bürgermeister Pauli, dem die Historie rund um die Pflegeeinrichtung seit Jahren bekannt ist.

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