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Michael Bastian (von links) vom Vorstand des Fördervereins hat Afrika-Kekse gebacken und bietet mit Karla Kamps-Haller und Richard Olany auch Kunsthandwerk an. Vorstandsmitglied Renata Wielgomas bringt gerade Nachschub.

Das finanzielle Polster ist geschmolzen

Schmitten (evk). Die beliebte Reifenberger Tafel der Kulturen und der höchstgelegene Weihnachtsmarkt Hessens in Oberreifenberg waren immer eine schöne Gelegenheit, um sich über den aktuellen Stand des Schulprojektes in Palabek in Uganda auszutauschen. Beide Veranstaltungen sind für den Förderverein Palabek H.O.P.E School wichtige Einnahmequellen, wurden aber pandemiebedingt inzwischen zweimal abgesagt.

Um mit Bürgern über den Verein und sein Projekt ins Gespräch zu kommen und wenigstens ein paar Einnahmen zu generieren, ist der Vorstand des in Niederreifenberg ansässigen Fördervereins an den beiden letzten Adventswochenenden am Rewe-Parkplatz mit einem Stand vertreten. Vorsitzende Karla Kamps-Haller und ihr Mann und Stellvertreter Richard Olany verkaufen bunte Ketten, Armbänder, Untersetzer und Taschen, die Frauen aus Uganda in Handarbeit hergestellt haben.

Besonders begehrt waren am ersten Samstag die Kochbücher von der letzten Tafel der Kulturen mit internationalen Rezepten von Schmittener Bürgern. Sehr gut gingen auch weihnachtliche Accessoires des Usinger Künstlers Hans-Jürgen Schönherr. Der stellt dem Förderverein einen Teil des Verkaufserlöses zur Verfügung

Transportkosten sind explodiert

Außerdem haben die Vorstandsmitglieder Michael Bastian und Renata Wielgomas Afrika-Plätzchen gebacken. Der erste Schwung war innerhalb einer Stunde restlos ausverkauft. »Mein Sohn Paul und ich müssen in der Weihnachtsbäckerei noch eine Sonderschicht einlegen, damit wir nächsten Samstag wieder frische Kekse haben«, so Bastian.

Der Vorstand freute sich am Stand auch über zusätzliche Spenden. Auch wenn in Uganda seit Ostern wegen Corona alle Schulen und Universitäten geschlossen sind, hält ein kleines Team von Angestellten in der Schule in Palabek Ordnung. Die aktiven Angestellten erhalten vom Förderverein ein reduziertes Corona-Gehalt. Auch die Matratze als Geschenk für die beste Absolventin der Primary School war nur mit finanzieller Unterstützung aus Niederreifenberg möglich. »Wir hoffen, dass unsere Schule am 10. Januar 2022 wieder öffnen darf«, so Kamps-Haller. Die staatlichen Vorgaben wie Hygieneauflagen und Klassenstärke seien aktuell noch nicht bekannt.

Während das finanzielle Polster des Vereins geschmolzen ist, sind die Transportkosten explodiert. So lagern im ehemaligen Restaurant Zur Post in Niederreifenberg immer noch Sachspenden und Hilfsmaterial für die Schule in Palabek. In dem Container, in dem Möbel, Werkzeuge und Fahrräder, aber auch Nähmaschinen nach Uganda verschifft werden sollen, soll eine Schneiderwerkstatt eingerichtet werden, damit die Frauen sich ihr eigenes Einkommen sichern können. Um den Container auf die Reise zu bringen, fehlen noch 8000 Euro.

»Jeder Euro bringt uns dem Ziel ein Stückchen näher«, so die Vorsitzende. Am kommenden Samstag können sich Interessierte wieder von 11 bis 17 Uhr am Stand vor dem Rewe-Markt über den Förderverein Palabek H.O.P.E School informieren, Kleinigkeiten für einen guten Zweck erwerben oder etwas spenden. Wer mag, kann auch einen beliebigen Betrag überweisen für das Projekt »Ein Hilfscontainer für Palabek« auf das Spendenkonto bei der Nassauischen Sparkasse IBAN DE26 5105 0015 0285 0590 36, BIC NASSDE55XXX.

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