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Der ersten beiden Gruppen im Kindergarten Eden in Schmitten sind mit ihren Laternen auf dem Außengelände der Einrichtung unterwegs.

Martinsfest

Der Heilige im Hygienekonzept: Kitas üben Spagat zwischen Pandemie und St.-Martin-Wünschen

Im zweiten Corona-Herbst ist es ein Spagat für die Kindertagesstätten in Schmitten, wenn es um das Martinsfest geht - mit unterschiedlichen Herangehensweisen.

Schmitten. Es gab Zeiten, da gab es regelrechten St.-Martins-Tourismus. Im vergangenen ersten Corona-Herbst waren alle großen Umzüge ausgefallen, die Schmittener Kindergärten feierten das Martinsfest in kleinen Gruppen ohne Eltern. In diesem Jahr sind einige Kitas bei diesem Konzept geblieben, andere haben wieder einen Martinszug auf die Beine gestellt. »Die Kinder haben es im vergangenen Jahr viel intensiver erlebt«, sagt Einrichtungsleiterin Sonja Fladung vom katholischen Kindergarten Eden. Anders sei das vorher gewesen, weil sie im Zug mit vielen Erwachsenen zu sehr abgelenkt waren. Dazu kam, dass schon vor Corona die Feuerwehr den Zug nicht mehr begleiten und die Straße absperren durfte. Daher konzentrierte sich bei der letzten großen Veranstaltung alles auf den Platz mit dem Martinsfeuer. »Der Gesang der Kinder auf dem Weg dorthin und vor dem Feuer war oft vor lauter Tumult gar nicht zu hören«, so Fladung.

Deshalb hatte das Eden-Erzieherteam mit Rückendeckung der Pfarrei St. Franziskus und Klara Usinger Land beschlossen, wie im Vorjahr St. Martin ausschließlich mit den Kindern zu feiern, wegen Corona auf zwei Tage verteilt. Die erste Gruppe blieb am Abend des Martinstages im Kindergarten. Erst hörten sie die Geschichte vom heiligen St. Martin und sprachen mit den Erzieherinnen darüber, wie wichtig es ist zu teilen. Mit ihren selbst gebastelten Laternen zogen die Kleinen danach einmal über das Außengelände der Kita und folgten dem aus Pappe gestalteten Reiter.

Weckmänner für alle

Die zweite Gruppe war am Freitagabend von Dorfweil aus ebenfalls ohne Eltern nur mit den Erzieherinnen und Betreuerinnen auf dem Weiltalweg mit ihren Laternen nach Schmitten unterwegs. Apropos teilen: Der Vater eines Kita-Kindes hatte für alle Weckmänner spendiert. Wichtig war dem Erzieherteam die Idee des hl. Martin weiter zu verbreiten. Wie im Vorjahr sangen sie vor dem Seniorenzentrum AGO Martinslieder und brachten symbolisch das Licht zu den Senioren. Weil die Kinder die Einrichtung nicht betreten durften, überreichten sie Lichtertüten für die Senioren. Auch in den anderen Kitas war der Martinstag etwas Besonderes. Carola Herr, die Leiterin des katholischen Kindergartens Oberreifenberg hatte einen Martinszug vom Kindergarten hinauf zur Burg organisiert, der von einem Reiter angeführt und auch musikalisch begleitet wurde. Hier durften die Eltern mit dabei sein, wurden aber vorher genau wegen der geltenden Hygienemaßnahmen instruiert. In Niederreifenberg fand schon vor Corona der Martinszug aus Gründen der Verkehrssicherung nicht mehr statt. Deshalb gab es in der Niederreifenberger Kirche lediglich einen Gottesdienst. Die Niederreifenberger Kinder durften sich aber dem Umzug in Oberreifenberg anschließen.

Auf dem Burggelände gab es Unterstützung vom Burgverein. Präsident Bernhard Eschweiler schlüpfte für das St. Martinsspiel in die Rolle des Bettlers, dem St. Martin hoch zu Ross begegnete. Um zu großen Andrang zu verhindern, hatte der Burgverein zwei Verpflegungsstände aufgebaut. St. Martin im Kleinen haben die gemeindlichen Kindergärten begangenen. Für die Arnoldshainer Erzieherinnen war es wichtig vorher mit den Kindern die Laternen zu basteln. Nach dem Lesen der Geschichte reiche für den Umzug der kurze Weg zum benachbarten Seniorenzentrum. Dort haben die Kinder zwei Lieder gesungen und sind wieder zurückgelaufen. »Schon lange vor Corona haben wir nur intern mit den Kindern gefeiert«, hieß es beim Naturkindergarten Brombach.

Nach einem Jahr Pause hat eine Müttergruppe aus Seelenberg wieder zum Martinsumzug von der Kirche zum Festplatz eingeladen, wo die Feuerwehr das Martinsfeuer angezündet hat.

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