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Karen Sander (links) und Klaudia Skodnik sammeln weiterhin Hilfsgüter für die Flutopfer im Ahrtal. Diesmal sind Weihnachts-Deko-Artikel und Weihnachtsgeschenke für die Kinder gefragt.

Fortuna hilft e. V.

Ein wenig Wärme gesucht: Zwei Frauen sammeln für die Flutopfer im Ahrtal

Die Pfaffenwiesbacherin Karen Sander und Klaudia Skodnik vom Verein »Fortuna hilft e. V.« aus Bad Homburg sammeln Spenden für die Flutopfer im Ahrtal - gerade mit Blick auf Weihnachten.

Pfaffenwiesbach (sai). Auch wenn die Bilder der Zerstörung und die Nachrichten aus dem Ahrtal nach der Flutkatstrophe im Juli dieses Jahres inzwischen nicht mehr so häufig gesendet werden, die Hilfen aber, oft ehrenamtlich geleistet, sind nach wie vor nicht nur willkommen, sondern auch immer noch dringend notwendig.

Darauf machen Karen Sander aus Pfaffenwiesbach und Klaudia Skodnik vom gemeinnützigen Verein »Fortuna hilft e. V.« aus Bad Homburg aufmerksam. Sie hatten bereits kurz nach der Flutkatastrophe ihr eigenes privates Netzwerk aktiviert und Hilfe organisiert. Binnen weniger Tage waren etliche Sachspenden von vielen Privatleuten aus dem Bekannten- und Familienkreis und von deren jeweiligen weiteren Bekannten- und Familienkreisen zusammengekommen. Dabei hat die rührige Pfaffenwiesbacherin nicht einfach irgendwas zusammengesammelt, sondern sich zunächst von den Betroffenen in den zerstörten und überfluteten Orten eine Liste zusammenstellen lassen, welche Hilfsgüter konkret gebraucht werden, die dann von Skodnik ins Ahrtal transportiert wurden (wir berichteten).

Heizstrahler dringend benötigt

Per Facebook und anderen Social-Media-Kanälen seien die Kontakte zustande gekommen, berichtet Sander im Gespräch mit dieser Zeitung. Waren es zunächst viele Hilfsgüter für die Versorgung der Tiere, die von den beiden Frauen organisiert wurden, so beteiligen sie sich aktuell zusätzlich noch an der Aktion »Warmes Wohnzimmer«. Hier wurden Familien mit Bautrocknungsgeräten versorgt, um die Häuser wieder trocken und schimmelfrei zu bekommen. Doch nun kommt die kalte Jahreszeit und in vielen Häusern funktionieren immer noch nicht die Heizungen, zum Teil fehlt auch noch immer eine Stromversorgung. Sander und Skodnik konnten in den vergangenen Wochen bereits 420 mobile Innenraum-Gasheizungen an betroffene Familien im Ahrtal übergeben und so die gröbste Not lindern. Rund 250 Euro koste so ein Gasheizer und nur dank vieler Spender sei es möglich gewesen, diese Anschaffungen zu tätigen, so Skodnik. Allerdings sind die bisherigen Spenden ebenso wie ihre eigenen finanziellen Mittel nun aufgebraucht, aber mindestens 45 Familien seien mit den begehrten Geräten noch nicht beliefert worden. Angesichts der kalten Temperaturen in den klammen Häusern und Wohnungen ist Eile geboten. Daher freuen sich die beiden engagierten Frauen, wenn sich noch Spender bereit erklären würden, hier zu helfen. »Dort wo Strom wieder vorhanden ist, haben sich manche Familien zwar mit elektrischen Heizstrahlern beholfen, aber sie haben teilweise nicht genug Geld, um die enormen Stromkosten zu tragen und sind deshalb dankbar, wenn sie auch auf die günstigeren Innenraum-Gasheizungen umstellen könnten«, schildert Skodnik die Lage. Man gehe davon aus, dass diese noch mindestens ein Jahr gebraucht würden, bis die normale Heizungsinfrastruktur wieder funktioniere. Wenn dann diese Geräte nicht mehr von den Familien selbst gebraucht werden, sollen sie an eine zentrale Stelle gegeben und in einem Sammellager aufbewahrt werden, um gerüstet zu sein, falls es irgendwann in der Region oder anderswo doch noch mal zu einer ähnlichen Katastrophe kommen sollte.

Mit ihren beiden weiteren Aktionen, die den 120 betroffenen Kindern der Aloisius-Grundschule im Ahrtal zugutekommen sollen, haben die beiden Frauen nun auch Weihnachten im Blick. »In vielen Familien sind ja auch sämtliche Weihnachts-Deko-Artikel zerstört worden und das ist vor allem für die Kinder doch sehr traurig, wenn die Advents- und Weihnachtszeit kommt, aber so gar nichts mehr da ist, um wenigstens ein ganz kleines bisschen Weihnachtsstimmung zu erhalten oder wenn die Eltern andere, wichtiger erscheinende Ausgaben tätigen müssen und so kein Geld und vielleicht auch keine Muße oder Möglichkeiten haben, um Adventskalender, Adventskranz, Krippe mit Figuren und andere weihnachtliche Artikel oder aber auch Geschenke zu besorgen«, so Sander und Skodnik. Daher haben sie den Aufruf gestartet, mit der Aktion »Weihnachtsdeko« den Kindern und ihren Familien etwas Weihnachtsstimmung und einen Lichtblick zu schenken. Damit die Weihnachts-Deko noch rechtzeitig vor dem Ersten Advent ankommt, können solche weihnachtlichen Artikel bis zum 19. November bei den beiden Damen abgegeben werden. Bitte sich vorher per E-Mail an info@fortuna-hilft.de oder telefonisch unter 01 63/2 89 18 88 anmelden.

Als Engel betätigen

Auf der Homepage www.fortuna-hilft.de/wunschbaum kann man sich vom 18. November bis 10. Dezember als »Weihnachtsengel« betätigen und einen Weihnachtswunsch erfüllen. Die Kinder haben einen Wunschzettel an die Weihnachtsengel geschrieben und würden sich über ein »Weihnachtswunder« freuen. Auf der Homepage ist genau beschrieben, wie man diesen Wunsch erfüllen kann und wie das Geschenk (im Wert von maximal 30 Euro) das Kind erreicht. Weitere Hilfen werden nach wie vor gerne angenommen, denn die beiden Frauen werden sich weiter um die Flutopfer, egal ob Mensch oder Tier, kümmern, natürlich in enger Absprache mit den Betroffenen.

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