+
Die Tage der alten Weilbrücke in Winden sind gezählt. Sie soll durch einen von Weilrod und Grävenwiesbach gemeinsam finanzierten Neubau aus Holz ersetzt werden.

Einfach Hochwasserfest

Winden (as). Es kommt sicher nicht alle Tage vor, dass für einen einzigen Weilroder Ortsteil, noch dazu den zweitkleinsten, im Haushaltsplan der Gemeinde sechsstellige Summen aufgerufen werden. Dem Ortsbeirat Winden war das in seiner Sitzung am Mittwoch nach der verbalen Bürgschaft von Bürgermeister Götz Esser (FWG), dass es »genau so drin steht«, ein einstimmiges Votum zu dem Zahlenwerk wert, obwohl das noch gar nicht beschlossen ist:

Die neue Brücke über die Weil direkt bei der Grünecke im Unterdorf kommt. Zwei Angebote professioneller Brückenbauer liegen im Rathaus bereits vor. Im Frühjahr soll’s schon losgehen.

Die Rede ist von einer Investition über rund 100 000 Euro. Getan ist es damit aber wohl nicht ganz, denn auf beiden Seiten der Weil müssen als Auflagen auch noch Rampen gebaut werden, es könnte also auch Richtung 120 000 Euro gehen.

Mindestens 100 000 Euro

Dafür gibt es dann aber eine ordentliche Holzbrücke, ähnlich der bei Gemünden, 18 Meter lang, mit maximal zwei Metern Breite breit genug, dass sich auf ihr zwei Fahrradfahrer gefahrlos begegnen können, aber auch schmal genug, damit nicht doch einer versucht, mit dem Auto von »hibbtebach nach dribbtebach« zu gelangen. Es soll also eine autofreie Brücke über die Weil werden, die vor allem eines kann: Genügend Wasser unter sich vorbeilassen.

Zwar ist die Weil die Weil und nicht die Ahr, aber: Sorge, dass es nach dem gerade noch einmal glimpflich verlaufenen Frühjahrshochwasser auch in Winden einmal heftiger kommen könnte, hat man dort und zwei Orte weiter weilaufwärts im Rathaus auch. Der Durchlass des derzeitigen Brückenbauwerks ist relativ bescheiden, setzt sich oft mit angeschwemmtem Geäst zu und bildet, wenn das Wasser nur hoch genug steht, mit seiner massiven gemauerten »Geländer« ein richtiges Bollwerk gegen auflaufende Fluten. Viel habe da im Frühjahr nicht gefehlt, sagte im Ortsbeirat Bürger Markus Schütz, der sich ohnehin große Sorgen macht.

Die Hochwassergefahr entstehe nicht in Winden, auch nicht in Weilrod, sondern ein ganzes Stück weiter oben, bereits in Schmitten.

Mit der neuen Brücke soll alles anders und besser werden. Unten soll genügend Wasser, auch nach Starkregenereignissen und Jahrhundertfluten, drunter durch passen und oben sich nichts stauen: Das Geländer soll, so Brückenbauer Esser, sehr luftig und wasserdurchlässig gestaltet werden. Und sollte es gar zu heftig schütten, könne es binnen weniger Minuten mit ein paar Handgriffen demontiert werden.

Die Brücke könnte dann schadlos überspült werden. Das Projekt sei bereits mit der Unteren Wasserbehörde beim Hochtaunuskreis durchgesprochen, dort halte man den Neubau für richtig, wichtig und vor allem für nötig.

Die Brücke soll über zwei Jahre und gemeinsam mit Nachbar Grävenwiesbach finanziert werden, wobei Esser schon bei seinem Amtskollegen Roland Seel (CDU) vorstellig geworden ist: »Die Hälfte der Weil gehört schließlich ihm«, sagte Esser im Ortsbeirat.

Das könnte Sie auch interessieren