1. Startseite
  2. Lokales

Erstmals mehr als 60 000 Einwohner

Erstellt: Aktualisiert:

USINGER LAND . Es muss irgendwann im vergangenen Jahr gewesen sein, als in den 43 Stadt- und Ortsteilen im Usinger Land erstmals mehr als 60 000 Einwohner mit einem Hauptwohnsitz gemeldet waren. Angesichts der enormen Herausforderungen durch die Pandemie gab es Wichtigeres zu tun, als auf diesen statistischen Wert zu schauen.

Gegen Jahresende schauen wir nun jedoch einmal bewusst auf andere Zahlen als auf die Inzidenzwerte, um uns ein Bild von der Bevölkerungsentwicklung zu machen. Für Ende 2020 summiert das Statistische Landesamt die Einwohnerzahlen auf nunmehr 60 524 Einwohner - was einem ordentlichen Bevölkerungswachstum von 4,5 Prozent entspricht. Das Amt in Wiesbaden wird die aktuellen Zahlen für 2021 aber erst Mitte nächsten Jahres veröffentlichen. Blickt man auf die einzelnen Städte und Gemeinden, so verteilt sich das Wachstum unterschiedlich

Kommunalpolitiker und gerade auch die Kämmerer blicken natürlich mit großem Interesse auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Wegen der Steuereinnahmen, aber auch wegen anstehender und notwendiger Investitionen. In allen Rathäusern und Parlamenten wurden nach den trockenen Sommern der Jahre 2018 bis 2020 Pläne zur Sicherung der Trinkwasserversorgung ausführlich diskutiert.

Ohne Schürfungen geht es nicht

Die Erfahrung der besagten drei Dürrejahre zeigt, dass es ohne neue Schürfungen, Ringleitungen, aber auch ohne erhöhten Wasserzukauf bei Hessen Wasser die Versorgung nicht gewährleistet sein wird. Eine stetig wachsende Einwohnerzahl bedeutet zugleich auch einen permanent steigenden Wasserbedarf.

Gerade Usingens Einwohnerzahl steigt deutlich stärker als die der anderen fünf Kommunen. »Für die Bebauung auf dem Areal der ehemaligen Konrad-Lorenz-Schule und des alten Krankenhauses wurden von Bauherrenseite Berechnungen für den Wasserverbrauch vorgelegt«, teilt dazu Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) mit. »Diese haben keine größeren Anforderungen an die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ergeben, als dies Schule und das Krankenhaus in der Spitze ebenfalls benötigt haben.«

Generell habe der Wasserbeschaffungsverband aktuell eine neue Wasserleitung und Aufbereitungsanlage vom Stollen Hattsteinweiher zum Hochbehälter am Hohen Berg gebaut. Für den Wirtschaftsplan 2022 sei eine Wasserleitung vom Wasserwerk Usatal direkt nach Eschbach geplant, was kürzere Transportwege und eine bessere Verteilung und Versorgung der Stadtteile bedeute.

Ertüchtigung der Hochbehälter

In Grävenwiesbach habe man mit der Wasserverbundleitung nach Mönstadt zu einem Ringschluss und der Ertüchtigung der Hochbehälter (Heinzenberg) eine Antwort gefunden, teilt Bürgermeister Roland Seel (CDU) mit. »Mittel sind sowohl im laufenden Haushalt wie auch 2022 und den Folgejahren vorgesehen«, so der Rathauschef.

»Weilrod hat keinen Wassermangel, und wird auch keinen Wassermangel haben«, so die Antwort von Bürgermeister Götz Esser (FWG). »Wir haben bereits etliche Maßnahmen beschlossen und sind dabei, diese umzusetzen.« In der mit 71,16 Quadratkilometern flächenmäßig größten Kommune im Hochtaunuskreis wurde die Ringleitung ausgebaut und die Leitungen zwischen Alt- und Neuweilnau verbunden.

Neue Leitung in Arbeit

Auch wurden die Wasserbeschaffungsverbände Tenne mit dem Wasserbeschaffungsverband Wilhelmsdorf verknüpft. »Zwischen Hasselbach und Emmershausen wird im nächsten Jahr eine neue Wasserleitung gebaut, 2023 zwischen Gemünden und Niederlauken«, sagt Esser. All die Maßnahmen werden vor dem Hintergrund eines vom Statistischen Landesamt in Wiesbaden prognostizierten Bevölkerungswachstums in Weilrod von 9,8 Prozent bis zum Jahr 2030 gewiss auch nötig sein.

Usingen ist nicht nur von der Einwohnerzahl betrachtet im Usinger Land an der Spitze, sondern auch beim Wachstum in den vergangenen zehn Jahren. Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) teilt auf Anfrage eine Einwohnerzahl von 14 946 (Stand 31. Dezember 2020) für seine Stadt mit.

Im Vergleich zu den 13 555 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) leben damit 10,3 Prozent mehr Menschen im Mittelzentrum des Usinger Landes als zehn Jahre zuvor. Die Einwohnerzahl von Neu-Anspach verringerte sich hingegen von 14 798 (2010) innerhalb von zehn Jahren um -1,2 Prozent auf aktuell 14 619 Menschen.

Es folgen Schmitten (9443 / +7,1%), Wehrheim (9378 / +0,4%), Weilrod (6.570 / +6,1%) und Grävenwiesbach (5568 / 6,0%). Quelle sind die regelmäßigen Abfragen und Erhebungen des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden.

map

Auch interessant