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Es fehlt an Bekleidungsgeschäften

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Daniela Bug (rechts) aus Eschbach ist bei Stil-Echt/Jeans 2000 im Feldberg-Center in Neu-Anspach fündig geworden und hat sich von Mina Strikovic beraten lassen. © Red

USINGER LAND . Die Corona-Pandemie hat die Situation für den Einzelhandel natürlich erheblich erschwert, doch Internethandel und große Märkte auf der grünen Wiese haben den Händlern vor Ort schon vorher das Leben nicht leicht gemacht. Nicht ohne Grund hat das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Frühjahr die Änderung des Landesentwicklungsplans eingebracht, um den Einzelhandel in Innenstädten und Ortskernen besser zu schützen.

Erweitert wurde auch die Liste von Sortimenten, die in zentralen Versorgungsbereichen angeboten werden sollen. Und wie sieht es derzeit im Usinger Land aus?

Usingens Gewerbevereinsvorsitzende Rita Krummel meint dazu: »Wir haben in Usingen schon ein großes Angebot, aber natürlich kann in Kleinstädten nicht alles da sein.« Ob im Usinger Land bestimmte Sortimente im Handel fehlen, dazu könne sie nichts sagen. Sie geht aber davon aus, dass künftig die Tendenz beim Einkaufen immer mehr in Richtung Internet gehen wird.

Letzteres befürchtet auch Heinz Weidner, Vorsitzender des Gewerbevereins Neu-Anspach. Der nennt aber konkrete Sortimente, die im Usinger Land fehlen. Seitdem Hellos Modehaus geschlossen habe, fehle in der Kleeblattstadt ein klassisches Bekleidungsgeschäft, in dem es auch Herrenmode und Mode für die ältere Generation gebe. Im Grunde versorge Stil-Echt/Jeans 2000 im Feldberg-Center in Neu-Anspach das ganze Usinger Land, aber eben nur mit Damenmode.

Todschicke Jacke gefunden

Daniela Bug aus Eschbach ist jedenfalls froh, dass sie dort Mode nach ihrem Geschmack findet. Dieser Tage hat sie eine todschicke Winterjacke ergattert und sogar noch Prozente darauf bekommen, obwohl sie am Late-Night-Aktionsabend keine Zeit zum Einkaufen hatte. Wichtig ist für die Kundin vor allem: »Kleidung muss passen und mir auch stehen, und deshalb brauche ich die Gelegenheit, dass ich sie auch anprobieren kann.« Und für alle Fälle stehe auch immer eine Fachverkäuferin bereit.

Weidner weiß, dass es Einzelhändler im Textilbereich besonders schwer haben. »Ähnlich wie bei Schuhen konzentriert sich bei Kleidung alles immer mehr auf die »Global Player«, erklärt der Geschäftsmann. »Da haben kleine Partner nur noch eine Chance, wenn sie gemeinsam Ware beziehen«, so Weidner. Er ist ebenfalls einem Einkaufsring angeschlossen und kann nur so ein entsprechend großes Sortiment an modischen Modellen verschiedenster Qualitätsmarken vorrätig halten.

Diese große Auswahl ziehe nicht nur Kunden aus dem ganzen Usinger Land zum Schuheinkauf nach Neu-Anspach, berichtet er. Weidner fällt spontan noch eine Lücke im regionalen Handel im Usinger Land ein. »Ein Fischgeschäft könnte bestimmt gute Umsätze machen«, meint er. Denn frischen Fisch gebe es nur an Ständen auf den Wochenmärkten.

Auch aus Sicht von Wehrheims Gewerbevereinsvorsitzendem Markus Rühl fehlen im Usinger Land vor allem Bekleidungsgeschäfte. Es sei ein großes Manko, dass es vor allem in Usingen für Textilien nur noch Discounter gebe. Rühl geht davon aus, dass es gerade in Zeiten von Corona nicht die Abwanderung in große Einkaufszentren ist, die dem Einzelhandel zu schaffen macht. Hauptproblem sei die Konkurrenz durch Bestellungen im Internet.

Das sieht Anja Homm von Augenweide & Geschmack-Sinn in Usingen, die Schmuck, Uhren, Lederwaren, Taschen, Schals Gürtel, Hüte und Mode in allen Größen anbietet, etwas anders. Sie habe viele Kundinnen, die sich inspirieren lassen wollten, immer etwas Passendes für sich selbst oder als Geschenk finden, sagt sie und wünscht sich für Usingen unbedingt wieder eine eigene Buchhandlung.

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