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Symbolbild Trinkwasser

Trinkwasser belastet?

Gefährliches Erbe der Army: Wehrheim lässt Trinkwasser auf Rückstände untersuchen

Ist das Wehrheimer Grund- und Trinkwasser mit perfluorierten Kohlenwasserstoffen verunreinigt? Nach einem Verdacht einer Leserin dieser Zeitung will die Gemeinde nun handeln.

Wehrheim. Kürzlich kam nach einem Leserbrief von Almut Gwiasda die Sorge in der Bürgerschaft auf, dass möglicherweise das Grundwasser und somit auch das Trinkwasser in Wehrheim durch die Chemikalie PFC belastet sein könnten. Anlass zur Sorge war ein Fernsehbericht über die Auswirkungen von PFC allgemein, der den Verdacht weckte, dass PFC-haltige Löschschäume bei Löschübungen aus der Zeit, als das Munitionsdepot noch von der US-Army betrieben wurde, ins Grundwasser gelangt sein könnten. Auch wenn das schon sehr lange her ist, macht der Umstand, dass PFC sich nicht natürlich abbaut und somit langfristig im Boden bestehen bleibt, den Bürgern Sorge.

Deswegen hat Bürgermeister Gregor Sommer sich mit Wassermeister Steffen Körber vom Wasserbeschaffungsverband Usingen in Verbindung gesetzt und teilt nun mit, dass das Rohwasser auf die in der Trinkwasserverordnung festgesetzten Stoffe untersucht wird. Eine Recherche des Wassermeisters bezüglich einer Untersuchung auf PFC habe ergeben, dass es nach der Trinkwasserverordnung bisher keinen Trinkwassergrenzwert für PFC gibt, so Sommer. Allerdings werde sich dies in absehbarer Zeit ändern. Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen sollen mit einem Grenzwert von 0,5 µg (µg: Mikrogramm = Millionstel) pro Liter (PFAS gesamt) beziehungsweise von 0,1 µg pro Liter (Summe der perfluorierten Alkylsubstanzen) in die neue EU-Trinkwasserrichtlinie vom Dezember 2020 aufgenommen werden. Diese neue Richtlinie müsse binnen zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden, wobei die EU-Kommission aufgrund der analytischen Herausforderungen eine dreijährige Übergangszeit einräume, informierte Sommer.

PFC ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien - auch bekannt als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) oder PFT (perfluorierte Tenside). Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 3000 verschiedene Stoffe.

Ingrid Schmah-Albert

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