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Wegen der Glasfaserbauarbeiten sind in der Usinger Wirthstraße vor einiger Zeit Strom, Telefon und Internet ausgefallen. Vermutlich wurden die Kabel angebohrt. Diese liegen jedoch nicht nach Vorschrift.

Stromausfall

Glasfaserbauarbeiten in der Usinger Wirthstraße sorgen für Stromausfall

Bei Glasfaserbauarbeiten in der Usinger Wirthstraße war plötzlich das Stromkabel durchtrennt, die Anwohner entsprechend sauer. Der Fehler war jedoch schnell gefunden.

Usingen . Schritt für Schritt, Straße für Straße wird das Glasfasernetz in Usingen umfangreicher, um künftig Breitband-TV oder große Computeranwendungen zu ermöglichen. Doch dafür müssen die Straßen aufgebuddelt und Glasfaserkabel verlegt werden. Vor etwa drei Wochen wurde es für zahlreiche Haushalte in der Usinger Wirthstraße ganz plötzlich dunkel. Der Strom war weg, ein Kabel war durchtrennt. Dann, in der letzten Woche, funktioniert auf einmal das Festnetztelefon und Internet nicht mehr - zumindest bei einigen Anwohnern. Grund für beides waren die Glasfaserarbeiten, die momentan in der Usinger Innenstadt stattfinden. Die Folge waren Beschwerden von Anwohnern bei der Stadtverwaltung. Ohnehin sei Glasfaser in der Wirthstraße, so ein Nachbar, völlig unnötig, man habe schließlich Anschlüsse von der Telekom und Vodafon.

Nicht wie vorgeschrieben

»Es stimmt, dass dort offenbar ein Kabel angebohrt wurde - natürlich ist das nicht schön, dass das passiert ist«, betont Hauptamtsleiter Michael Guth, der den Ärger der Anwohner durchaus gut verstehen kann, aber auch darauf verweist, dass die zuständigen Firmen schnellstmöglich versucht hätten, die entstandenen Probleme zu beheben. Gerade in der Wirthstraße gebe es jedoch die Schwierigkeit, dass sowohl Stromanbieter wie die Syna, als auch Telefonanbieter wie die Telekom und Vodafone die Kabel nicht dort verlegt hätten, wo sie laut Lageplan liegen sollten - zumal die entsprechenden Lagepläne vor dem Digitalzeitalter noch per Hand angefertigt worden seien. »Mir hat ein Anwohner beispielsweise persönlich geschildert, dass die Kabel dort kreuz und quer in der Straße herumliegen«, so Guth weiter.

Somit sei es nicht verwunderlich, dass dieses Kabel-Wirrwarr bei Bohrungen zu Problemen führen kann. Ein weiterer Umstand habe in diesem Zusammenhang zusätzlich Schwierigkeiten verursacht: Denn offenbar sei die Tiefe, in der die unterschiedlichen Kabel verlegt wurden, nicht immer der Norm entsprechend. Die Kabel von Syna, Telekom und Vodafone seien, so Guth, offenbar nicht überall in der eigentlich vorgeschriebenen Tiefe von 60 Zentimeter verlegt worden. Stattdessen würden die Kabel die Bohrungen der Deutschen Glasfaser, die in 40 Zentimeter Tiefe stattfinden, immer wieder kreuzen. Somit kann es mitunter passieren, dass Kabel angebohrt werden, die eigentlich nicht angebohrt werden sollten. »Wir in der Usinger Stadtverwaltung sehen da einen Zusammenhang. Denn eigentlich hätten solche Geschehnisse bei den Arbeiten der Deutschen Glasfaser gar nicht auftreten dürfen, wenn die bisher im Boden liegenden Kabel vorschriftsgemäß in 60 Zentimeter Tiefe verlegt worden wären.«

Merkwürdig sei jedoch auch, dass in keiner anderen Straße als der Wirthstraße bislang solche Probleme aufgetaucht seien.

Bleibt nur noch die aufgerissene Straße (die ja erst vor einiger Zeit vollständig erneuert wurde), wieder zuzuschütten. Das habe die Stadtverwaltung aber im Blick, versichert Guth. »Wir haben ja bisher auch schon Endabnahmen an anderer Stelle gemacht, die alle zu unserer vollen Zufriedenheit abgeschlossen worden sind. Und auch in der Wirthstraße wird der alte Zustand wieder hergestellt«, versichert Guth.

Kommentar: Moderner

Dass die Glasfaserbauarbeiten, die momentan in Usingen stattfinden, nicht nach jedermanns Geschmack sind, das ist hinlänglich bekannt. Neulich hat sich ein Usinger Anwohner in der Redaktion beschwert, dass die Markierungen, die die Deutsche Glasfaser an seiner Straße vornehmen würde, »nicht ordentlich genug« seien. Nicht immer muss man solche Beschwerden auch tatsächlich verstehen, vor allem dann nicht, wenn es sich um eine Markierung handelt, die mit Regenwasser wieder abgewaschen wird. Dass sich nun Menschen beschweren, dass Strom und Internet ausgefallen sind, ist verständlich, vor allem, wenn man aus gesundheitlichen Gründen davon besonders abhängig ist.

Die Behauptung, es wolle ohnehin niemand Glasfaser in der Wirthstraße haben, ist falsch. Denn anscheinend haben die Anwohner dies ja auch bestellt, weswegen die Straße aufgerissen wird. Und zwar nur an einer einzigen kleinen Stelle. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und wenn sich die Bürger von Usingen dafür aussprechen, moderner und damit zukunftsfähiger zu werden, dann muss man das akzeptieren – auch wenn man selbst vielleicht keinen Glasfaserausbau haben möchte. Dann sieht es nun einmal vorübergehend unordentlich auf der Straße aus.

Inka Friedrich

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