UB Grävenwiesbach verlangen sparsames Wirtschaften

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GRÄVENWIESBACH - (kh). "Da es den unabhängigen Bürgern besonders wichtig ist, den persönlichen Kontakt mit den in der Gemeinde lebenden Menschen zu suchen, trifft uns die Pandemie im Wahlkampf besonders hart." Die UB Grävenwiesbach, so deren zweite Vorsitzende, Karin Klimt, verzichte daher nur "schweren Herzens auf Wahlveranstaltungen" - und verlagere den Wahlkampf zum Schutz der Mitbürger notgedrungen auf die Instrumenbte der sogenannten Bürgerbriefe, Flyer, Plakate und auf die Homepage (www.

UB-Graevenwiesbach.de).

Einen wichtigen Punkt im Wahlkampf der Unabhängigen nehmen nach wie vor die Finanzen ein. "Die Schulden der Gemeinde Grävenwiesbach velaufen sich mit Stand 2019 auf 8,7 Millionen Euro und weisen somit eine der höchsten Pro-Kopf-Verschuldungen im Hochtaunuskreis aus", so Klimt. Für diesen immensen Schuldenberg werde die Gemeinde im Jahr 2021 einen Betrag von 810 000 Euro für Zinsen und Tilgung an Banken überweisen. Zum Ende des Jahres 2021 fehlten erneut 2,3 Millionen Euro an Zahlungsmitteln. Daher betonen die UB: "Wir werden ein sparsames Wirtschaften einfordern und sofern sich das nicht in den kommenden Haushalten niederschlägt, auch weiterhin den Finger in die Wunde legen. Natürlich werden wir aber auch wie bisher zukunftsorientierte Investitionen unterstützen."

Tatsache sei aber, dass die Gemeinde Grävenwiesbach nicht alle Herausforderungen dieser Zeit alleine bewältigen könne. Bei Themen wie dem Klimawandel oder der Digitalisierung müsse die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden intensiviert, enger zusammengearbeitet werden. "Nachdem wir bereits im Jahr 2018 eine Anfrage zum Zustand unserer Wasserversorgung stellten und sehr besorgniserregende Antworten auf unsere Fragen erhielten, haben wir das Thema Trinkwasserversorgung in unserem Wahlprogramm ergänzt", erörtert die UB-Sprecherin und verweist auf eine gesonderte Stellungnahme der UB zu diesem Thema, in der ein Gesamtkonzept über alle Ortsteile hinweg gefordert und zudem eine Überprüfung auf vorhandene Wasserressourcen auf dem Gemeindegebiet angeregt werde.

Nach Überzeugung der Unabhängigen bedroht der Klimawandel auch den Grävenwiesbacher Wald bedroht. Die Trockenheit der letzten Jahre und das Fichtensterben haben hier große Schäden hinterlassen. Die Ansicht der FWG/CDU Koalition, wonach der Gemeindewald ein Wirtschaftswald sei und die Gemeinde die entsprechenden Einnahmen bruche, habe dem Wald über viele Jahre massiv geschadet. Klimt: "Hier muss ein Umdenken erfolgen. Die Neuanpflanzungen von Nadelgehölzen, die nun mal im Taunus nicht heimisch sind, sollte weitestgehend unterbleiben." Mit Ausnahme der Douglasie, die sich hier robust zeige, sollten hauptsächlich die heimischen Laubbaumarten wie Eiche und Buche angepflanzt werden. Das klar definierte Ziel müsse es sein, die Grünzüge, die die Gemeinde prägten zu erhalten.

Großen Wert legt die zweite UB-Vorsitzende auf diese Aussage: "Als unabhängige Bürger sind wir nur unserem Gewissen und den Interessen unserer Gemeinde verpflichtet. Wir stehen in keiner Abhängigkeit zu politischen Parteien und sind frei von Partei- und Fraktionszwängen. Die UB ist die Gemeinde Grävenwiesbach eine Herzensangelegenheit. Wir sehen uns in der Pflicht, die örtlichen Strukturen der sechs Ortsteile zu erhalten." Doch über die gesetzlich vorgeschriebenen Bürgerversammlungen müssten die Bürger über politische Themen und Entscheidungen informiert werden. Über die Ortsbeiräte sei es den Bürgern möglich, ihre Anliegen aber auch Verbesserungsvorschläge in den jeweiligen Ortsteilen vorzutragen. Daher sei die Arbeit der Ortsbeiräte ein zentraler Punkt, um die örtlichen Strukturen zu erhalten und auszubauen.

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