1. Startseite
  2. Lokales

Größter Wunsch: Usinger Nord-Ost-Umgehung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Inka Friedrich

USINGEN - (inf). 25 Minuten bis nach Frankfurt, ein Hallenbad, ein Badeweiher, nette, kleine Restaurants und viele Vereine: In Usingen lebt es sich nicht schlecht. Dies haben diejenigen Usinger Bürger bestätigt, die an der mit großer Spannung erwarteten KOMPASS-Studie des hessischen Innenministeriums teilgenommen haben, die am 21. September veröffentlicht wurde.

Und hier hat der überwiegende Teil der Befragten angegeben, die Lebensqualität in Usingen sei auf einem durchschnittlichen bis guten Niveau.

Baustelle: Lärmbelastung

Doch obwohl Usingens Bürger ihrer Heimatstadt eine ganze Menge Lebensqualität bescheinigen, so gibt es, neben dem Sicherheitsaspekt (der UA berichtete), noch einige Problempunkte, die aus Sicht der Befragten beackert werden müssen.

Als größte "Baustelle" in Usingen bezeichnen drei Viertel der Studienteilnehmer das Thema "Straßenverkehr". Hier wurde hier vor allem der Durchgangsverkehr in der Usinger Innenstadt als problematisch benannt. Diese sei, wegen des durch die Buchfinkenstadt fließenden Schwerlastverkehrs, extrem belastet, der Lärmpegel hoch. Als besonders problematisch finden die Befragten das Fehlen einer leistungsfähigen Ausweichroute um die Innenstadt herum. Viele Studienteilnehmer gaben in den Bemerkungen an, dass die geplante Nord-Ost-Umgehung "endlich" gebaut werden müsse. Das Großprojekt befindet sich momentan noch im Planfeststellungsverfahren, in dem die Einwendungen der Bevölkerung zurzeit abgearbeitet werden. Insgesamt waren 250 Stellungnahmen dazu eingegangen. Ziel ist es, im Jahr 2024 mit den ersten Baumaßnahmen zu beginnen, geschätzte Bauzeit der Umgehungsstraße sind etwa zwei bis drei Jahre.

Als weiteres, großes Problem benannten die Befragten fehlende Parkplätze und zugeparkte Straßen. Vereinzelt wurde der Wunsch nach verstärkten Geschwindigkeitskontrollen, besonders an den Ortseingängen laut.

Nahverkehr ausbauen

Als kritisch wurden immer wieder fehlende Fahrradwege und die daraus resultierende Gefahr für Radfahrer im Straßenverkehr angegeben. Und auch der öffentliche Personennahverkehr war immer wieder Thema: Vielfach wurde in der Studie gefordert, dass dieser dringend ausgebaut werden müsse. Das gelte sowohl für Bus- als auch für Bahnverbindungen und betraf vor allem die viel genutzte Pendlerstrecke in die Rhein-Main-Region.

Ebenso vermissen die Befragten fehlende Lebensmittelgeschäfte in den Stadtteilen. Ein weiterer, oft geäußerter Wunsch, war, dem Sterben des Einzelhandels Einhalt zu gebieten und dem Leerstand in der City entgegenzuwirken. Sie wünschen sich eine attraktivere Gestaltung der Innenstadt und den Erhalt von Cafés und Gastronomie.

Wie bereits berichtet ergab die Auswertung der Studie, dass auch das Thema Kriminalität für 39,6 Prozent der Befragten ein Problem darstellt. So wurde ein diesem Zusammenhang eine erhöhte Polizeipräsenz im Schlosspark und in der Bahnhofsgegend gewünscht - vor allem bei Dunkelheit. Auch vermehrte Kontrollen in diesen beiden Bereichen finden viele der Studienteilnehmer sinnvoll. Mehrfach wurde in diesem Zusammenhang genannt, dass es in Usingen gefühlt zu viel Drogenkriminalität gebe.

Bei der vom Hessischen Innenministerium zusammen mit der Uni Gießen ausgearbeiteten Studie wurden per Zufall Usinger Bürger aller Stadtteile bestimmt, die die repräsentative Umfrage ausfüllen sollten. Insgesamt 914 Menschen in Usingen hatten auf die Fragen geantwortet.

Auch interessant