Hausärzte im Usinger Land: "Das Telefon steht nicht still"

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USINGER LAND - (inf). Seit Dienstag (6. April) können Patienten sich auch beim Hausarzt gegen das Coronavirus impfen lassen. Ein Angebot, auf das viele Menschen im Landkreis offenbar geradezu gewartet haben. Seitdem werden nämlich auch die Hausarztpraxen im Usinger Land von Impfanfragen geradezu geflutet.

In den meisten Praxen steht das Telefon seitdem kaum mehr still. Glück hat nur der, der seine Betriebsferien in die Osterferien gelegt hat. "Unser Telefon ist wegen der Anfragen komplett blockiert", sagt Elke Krapp, Fachärztin für Allgemeinmedizin, kurz angebunden auf eine Anfrage des Usinger Anzeiger. "Wir haben mittlerweile volle Listen. Dort stehen einige Patienten priorisiert drauf", erläutert sie weiter, setzt dann aber hinzu: "Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nun keine Zeit mehr habe. Die Praxis ist proppenvoll", sagt sie und beendet das Gespräch.

So wie bei ihr geht es auch bei der Praxis des Allgemeinmediziners Martin Bunzel zu. Auch hier ist die Warteliste lang. "Wir haben eine Liste mit 194 Patienten", sagt eine Sprechstundenhilfe.

Welche Impfdosen zum Einsatz kommen, weiß sie noch nicht. "Das kommt darauf an, mit was wir beliefert werden. In der ersten Woche war es BioNTech, nun in der zweiten Woche vermutlich auch." Für die Sprechstundenhilfen bedeutet die Flut von Impfwilligen momentan eine deutlich höhere Arbeitsbelastung als sonst. "Normalerweise arbeiten wir Sprechstundenhilfen im Wechsel. Doch diese Patientenflut alleine zu stemmen, die Anmeldung zu bedienen und dann auch noch das Labor zu machen, ist nicht drin." Auch für den Arzt bedeutet der momentane Ansturm ein wesentlich höheres Arbeitspensum. "Der Chef macht alle Abstriche selbst."

Auch in ihrer Arztpraxis werden die Menschen mit erhöhter Erkrankungsgefahr zuerst geimpft. "Man muss genau schauen, wer dringender geimpft werden muss, als ein anderer. Wenn beispielsweise ein 70-Jähriger auf der Liste steht, der aber topfit ist und auch noch Marathon läuft, dann ist der vermutlich gesünder, als ein 50-Jähriger mit einer Reihe Vorerkrankungen", sagt sie.

Ebenso unter Strom stehen auch die Hausärzte in Wehrheim, die am Donnerstag mit den Impfungen begonnen haben. Dr. Astrid Clarius gibt die Anzahl der Impfwilligen, die sich haben in einer Liste eintragen lassen, mit mittlerweile 420 Personen an - bei lediglich 18 Impfdosen, die die Praxis für diese Woche geliefert bekommen hat. Zugesagt waren 24. Glücklicherweise sind jedoch alle Impfwilligen bestens auf die Impfung vorbereitet. "Sie alle erscheinen pünktlich" so die Ärztin. Zudem habe jeder Patient alle Dokumente ausgefüllt und mitgebracht. Zudem waren Diskussionen über die Impfung oder den Impfstoff nicht mehr nötig. "Nur so können wir unter den Bedingungen die Zahl der zu impfenden Personen auch erhöhen", meint sie abschließend.

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