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So viele Wunschzettel wie in diesem Jahr hatten Nadine Schmidt und Leonie Theuerkauf (mit Tochter Carla) bislang noch nie.

Hilfe für bedürftige Familien

Hilfe vom »Christkind«: Zwei Usingerinnen starten Wunschzettelaktion

Zwei Usingerinnen wollen Kindern aus bedürftigen Familien ihre Weihnachtswünsche erfüllen - auch dank Unterstützung von drei lokalen Geschäften.

Usingen. Kinder haben eine Menge Wünsche, besonders zu Weihnachten. Doch nicht alle Familien sind finanziell in der Lage, ihrem Nachwuchs deren Wünsche zu erfüllen. Da ist es gut, wenn »das Christkind« ein wenig nachhelfen kann. Damit das in Usingen funktioniert, kümmern sich zwei engagierte Helferinnen darum, Kindern aus bedürftigen Familien die Möglichkeit auf ein passendes Weihnachtsgeschenk zu bieten.

Vor acht Jahren rief Nadine Schmidt ihre Wunschzettelaktion ins Leben, mit der sie schon damals unzählige Kinderherzen höher schlagen ließ. Leonie Theuerkauf ist Helferin Nummer zwei. Das Prinzip: Schmidt besorgte sich beim Usinger Rotkreuz-Projekt »aufgetischt« die Kundennummern der Familien mit Kindern. Für sie bleiben die natürlich anonym. Danach bekamen die betreffenden Familien die Wunschzettel mit ihren Kundennummern über »aufgetischt« ausgehändigt, und ihre Kinder durften ihre Wünsche darauf notieren - als Text, gemalt oder auch mit aus Katalogen ausgeschnittenen Bildern versehen. Danach sind Bürger gefragt, die gerne ein Kind beschenken wollen. In drei an der Aktion beteiligten Geschäften liegen die Wunschzettel danach aus. Kunden können sich welche aussuchen und die gewünschten Geschenke besorgen, um sie bis zu einem vorgegebenen Stichtag im Geschäft abzuliefern. Beteiligt sind jedes Jahr die Amts-Apotheke, Meyer Optik sowie das Frisurenstudio Kandler.

In diesem Jahr verteilten die Organisatorinnen 150 Wunschzettel - so viele wie noch nie zuvor. Die Helmut-Schmidt-Schule hat sich wie bereits in Vorjahren ein Kontingent an Wunschzetteln reserviert.

Die bunten Bilder belegen, wovon Kinder in Usingen träumen: Drohnen sowie ferngesteuerte Fahrzeuge scheinen bei vielen Jungen besonders begehrt zu sein, während sich Mädchen im Backfischalter bereits recht modebewusst geben und sich spezielle Kleidungsstücke oder auch Kosmetikartikel wünschen.

Viele Roller und Puzzle-Spiele

»Uns ist aufgefallen, dass diesmal auch viele Roller und Puzzle dabei sind«, sagte Nadine Schmidt im Gespräch mit dieser Zeitung. Aber mitunter tauchen noch ganz andere hoffnungsvolle Kinderträume auf. Wie etwa der Herzenswunsch einer Dreizehnjährigen, die seit Jahren mit ihrer Familie in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt.

Sie wünschte sich eine eigene Wohnung, damit die Mutter nicht ständig die vielen Treppen im Flüchtlingsheim laufen müsse, wie sie schrieb. Und als ihr Bescheid gegeben wurde, dass ein solcher Wunsch in diesem Rahmen unerfüllbar sei, tauschte sie ihn gegen einen für ihren elfjährigen Bruder ein: Der solle doch bitte ein Laptop bekommen, um im Heim-Unterricht mithalten zu können. Für sich selbst erbat das Mädchen lediglich ergänzend einen Drucker.

Mittlerweile liegen in den Geschäften von Meyer-Optik (Obergasse), der Amts-Apotheke (alter Marktplatz) und im Frisurenstudio Kandler (Eschbach) die Wunschzettel aus. Wer einem dieser Kinder dessen Weihnachtswunsch erfüllen möchte, kann sich einen Wunschzettel mitnehmen, das betreffende Geschenk besorgen und weihnachtlich verpackt abgeben. Der Geldwert eines Geschenks sollte bei etwa 25 Euro liegen, eine persönliche Grußkarte oder kleine weihnachtliche Naschereien dürfen natürlich auch dazu gepackt werden.

Ganz wichtig ist es, den beiliegenden Aufkleber mit der Kundennummer und dem Alter des Kindes auf das verpackte Geschenk zu kleben. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Päckchen den richtigen Empfänger erreicht. Die Abgabe der Päckchen in einem der drei mitwirkenden Geschäften ist bis Montag, 6. Dezember, möglich. Die Verteilung an die Kunden erfolgt am 20. und 22. Dezember.

Sollte jemand den Wunsch doch nicht erfüllen können oder wollen, ist eine der beiden Organisatorinnen Nicole Schmidt oder Leonie Theuerkauf baldmöglichst zu benachrichtigen. Sie werden einen Weg finden, damit auch dieses Kind an Weihnachten ein Geschenk bekommt.

Die Telefonnummern stehen auf den Wunschzetteln der Infoblätter, die den Boxen beiliegen.

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