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Pyrotechnik-Verkaufsstopp endet: An Silvester darf wieder geböllert werden

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Von: Matthias Pieren

In diesem Jahr darf Pyrotechnik vor dem Jahreswechsel wieder verkauft werden. Im Hochtaunus bereiten sich die Gemeinden auf die Partys an Silvester vor.

Hochtaunus – Die Silvesternacht war in den vergangenen beiden Jahren merklich ruhiger und weit weniger bunt als vor der Pandemie. Nach dem bundesweiten Verkaufsverbot für Feuerwerk und Böller konnten auch die Bürger im Hochtaunus lediglich die traurigen Reste der Vorjahre aufbrauchen, oder sie mussten Pyrotechnik auf illegalem Wege beschaffen. Vor der Pandemie haben die Deutschen jährlich für etwa 40000 Tonnen Pyrotechnik mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben.

Seit vergangener Woche steht nun aber fest: Nach dem Verzicht der Vorjahre kann man es zu diesem Jahreswechsel wieder so richtig krachen lassen. Feuerwerksartikel werden wieder vom 29. bis 31. Dezember verkauft. Wie zu erwarten war, wird der Bund das Verkaufs- und Versammlungsverbot für Silvester und Neujahr nach dem Auslaufen entsprechender Corona-Verordnungen nicht nochmals verhängen.

Silvester 2022: Kein Böllerverbot im Hochtaunuskreis

Eine Umfrage bei den Städten im Hochtaunuskreis hat ergeben, dass diese ebenfalls - was durchaus möglich gewesen wäre - kein Böllerverbot zu Silvester verhängen werden. Einzig das Landratsamt könnte nun noch dem von vielen Menschen so sehnlichst erwarteten Feuerwerk einen Riegel vorschieben.

Farbenfrohes Spektakel: das Silvester-Feuerwerk in Königstein aus dem Jahr 2018.
Farbenfrohes Spektakel: das Silvester-Feuerwerk in Königstein aus dem Jahr 2018. © Riedel

„Mit dem Auslaufen der Corona-Verordnungen ist jetzt sozusagen wieder der Urzustand hergestellt“, formuliert Bad Homburgs Pressesprecher Marc Kolbe die Sachlage. „Die Stadt plant keine Einschränkungen und wird auch keine partiellen und gesondert ausgewiesenen Verbotszonen für Feuerwerk und Böller ausweisen.“

Silvester 2022: Kein Feuerwerk nahe Kirchen oder Fachwerk im Hochtaunus

In allen Städten und Kommunen gilt nach wie vor und wie immer schon die erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz. Demnach ist das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen - gemeint sind Böller und Feuerwerkskörper - in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie nahe brandempfindlichen Gebäuden wie Fachwerkhäusern, Lagergebäuden oder Stallungen verboten.

Freilich weiß jeder nur allzu gut, dass die Realität meist anders aussieht. Wie dem auch sei: „Es ist gute Tradition, an Silvester um Mitternacht das neue Jahr mit einem Feuerwerk zu begrüßen. Und wenn alle gegenseitig ein wenig Rücksicht nehmen, gibt es rückblickend nur freundliche Gesichter“, sagt Königsteins Pressesprecherin Stefanie Wagenknecht. Damit der Spaß nicht schon vorher verpufft, appelliert die Stadtsprecherin, Raketen und Böller tatsächlich erst um Mitternacht zu zünden und nicht schon Stunden vorher. „Die Geräuschkulisse ist für Haus- und Waldtiere schon erschreckend genug.“

Silvester 2022: Kronberg bereitet sich auf Gefahren bei ausgelassener Stimmung vor

Die Stadt Kronberg weist ausdrücklich darauf hin, dass die gesetzliche Regelung entsprechend der Sprengstoffverordnung insbesondere auch für die dortige Altstadt gilt. „Böller und Silvester-Raketen sollen freilich wegen der Verletzungsgefahren nicht in der Nähe von Menschen, insbesondere auch nicht von Kindern gezündet werden“, ruft Kronbergs Pressesprecher Andreas Bloching in Erinnerung.

Aus Erfahrung der Jahreswechsel vor der Pandemie weiß man in Kronberg nur allzu gut, dass sich in der Silvesternacht gerade an exponierten Stellen die Bürger treffen, um miteinander das neue Jahr zu begrüßen oder die Aussicht auf das Feuerwerk über Frankfurt zu genießen.

„Auch in diesem Jahr wird das gewiss an der Schirn, dem Berliner Platz sowie auf der Le Lavandou-Straße an der Altkönigschule wieder genauso sein“, sagt Bloching. „Das städtische Ordnungsbehörde bittet darum, auch bei ausgelassener Stimmung leere Flaschen und Reste von Raketen und anderen Feuerwerkskörpern nicht liegen zu lassen, sondern zu entsorgen.“ (Matthias Pieren)

Wegen des Böllerverborts im vergangenen Jahr bangte ein Familienunternehmen in Frankfurt um die Existenz.

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