Bellino: Zu wenig Impfstoff, um alle Zentren zu öffnen

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HOCHTAUNUS - (kh). Im Zuge der angelaufenen Impfungen gibt es im Hochtaunuskreis Kritik an der Entscheidung des Landes Hessen, das Impfzentrum in Bad Homburg noch nicht zu öffnen und die Menschen stattdessen nach Frankfurt zu schicken. Was sagt der heimische Landtagsabgeordnete Holger Bellino dazu?

"Ich verstand die vielen Fragen im Vorfeld des Impfstarts - daher entschieden wir auch Anfang vergangener Woche eine sehr ausführliche Information an die 400 000 Senioren zu erstellen und zu versenden - und verstehe auch einen gewissen Unmut wegen des Impfstarts zu Anfang dieser Woche. Bei aller Kritik sollte man aber auch nicht vergessen, dass es gerade einmal neun Monate dauerte, bis für die Bekämpfung des neuen Virus ein Impfstoff entwickelt, zugelassen, produziert und mit dessen Verimpfung begonnen werden konnte", so der Abgeordnete gegenüber dem UA. Er betont: "Im Vorfeld wurde mit den Fachleuten aus der Praxis ein gestuftes Impfverfahren erarbeitet: Begonnen werden soll mit den Personen, die über 80 Jahre alt sind, Bewohner und Mitarbeiter in den Senioreneinrichtungen, Mitarbeiter in den Krankenhäusern mit sehr hohem Corona-Aufkommen - danach folgen weitere Stufen. Wer das derzeitige Verfahren für unzumutbar hält, sollte bitte bedenken, dass es derzeit noch zu wenig Impfstoff gibt, dieser über den Bund zugeteilt wird und die Länder die Impfdosen nach ihrer Einwohnerzahl anteilig zugeteilt bekommen. Bei diesen Mengen macht es wenig Sinn, weitere 22 Impfzentren zu eröffnen." Der vorhandene Impfstoff komme derzeit dort zum Einsatz, wo er am dringendsten benötigt werde: in den Alten- und Pflegeheimen, den Covid 19-Kliniken, oft durch mobile Teams vor Ort, da die besonders gefährdeten Menschen oft nicht mobil seien. "Gut, dass es den Kreisen mit Unterstützung des Landes gelungen ist, die zusätzlichen Impfzentren aus dem Boden zu stampfen und bereits haupt- und ehrenamtliche Helfer bereitstehen, das heißt sofort begonnen werden kann." Ab dem 18. Januar erhalte Hessen wöchentlich 49 000 Impfdosen. Auch die in der nächsten Woche angekündigten Dosen müssten prioritär eingesetzt werden: mobil in den Senioreneinrichtungen, den Krankenhäusern und in den sechs regionalen Impfzentren für Personen aus der höchsten Priorisierungsgruppe.

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