Bergrettung Großer Feldberg: "In 40 Jahren noch nie so viele Einsätze"

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HOCHTAUNUS - (inf). Die Besucherströme der letzten Tage am Feldberg waren nicht nur für die Anwohner der Feldbergregion eine Herausforderung. Auch die Bergwacht hat eine ganz besondere Situation erlebt: Innerhalb weniger Tage mussten die ehrenamtlichen Helfer zu 20 Einsätzen ausrücken. "Das ist das absolute Maximum, das wir in den letzten 40 Jahren hier am Feldberg je erlebt haben", erklärt Björn Nolting, der als technischer Leiter der Bergwacht Großer Feldberg fungiert, im Gespräch mit dem UA.

Vorbereitet auf zahlreiche Besucher sei man zwar gewesen: Denn die ehrenamtlichen Helfer hätten - wie auch schon zwischen den Jahren - neben dem obligatorischen Wochenenddienst wegen des Besucheransturms ihre Einsatzfahrzeuge auch wochentags besetzt. Das Einsatzaufkommen am letzten Wochenende hätte zwar im Vergleich zur Vorwoche etwas nachgelassen, aber trotzdem sei jeden Tag mindestens ein verunglückter Rodler, Wanderer oder Skiläufer aus dem Schnee gerettet worden.

Doch vor allem die zahlreichen Wildparker machten der Bergrettung das Leben schwer. Denn oftmals gelangten die Retter wegen zugeparkter Wege nur über weite Umwege und bisweilen nur zu Fuß zum Einsatzort.

Die Gefahr durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume aufgrund der großen Schneelast sei dabei so groß gewesen, dass die Bergretter ab Mittwoch aus Sicherheitsgründen nicht mehr von der Dienststation auf dem Großen Feldberg ausrücken konnten, da auch zahlreiche Straßen nicht mehr passierbar gewesen seien. Nach intensiven Schneefällen in der Nacht auf Mittwoch wäre die Einsatzbereitschaft erst vom Feuerwehrgerätehaus Niederreifenberg, und ab Donnerstag dann von Oberursel aus sichergestellt gewesen.

Dabei forderten die letzten Tage den Bergrettern alles ab. "Die Einsätze waren für uns körperlich sehr anstrengend", erklärt Nolting. Da viele Wege durch Bäume blockiert gewesen seien, mussten die Einsatzkräfte nicht nur lange Wegstrecken mit schwerem Rettungsgerät zu Fuß zurücklegen, sondern wegen der Schneebruchgefahr auch immer auf die eigene Sicherheit achten. Doch nicht nur die körperliche Anstrengung hat die Bergwacht außergewöhnlich gefordert - oft waren es auch die Besucher selbst. Denn auf Unverständnis stößt die Bergwacht auch bei den Besuchern, wenn die Helfer versuchen, mit ihren Wagen im unwegsamen Gelände zu Patienten zu gelangen. "Da viele der Waldwege abschüssig sind, müssen wir mit unseren Fahrzeugen in der Mitte des Weges bleiben, um nicht in die Gräben zu rutschen und können leider nicht ausweichen. Das verstehen nicht immer alle Leute und weichen auch nicht aus", erklärt Nolting. Die meisten Menschen jedoch wären für den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer äußerst dankbar, sagt Nolting jedoch abschließend.

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