Deutlich mehr Briefwähler im Usinger Land

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USINGER LAND - (inf). Die Kommunalwahl eilt mit großen Schritten näher. Und mit ihr die Frage: Soll ich in Zeiten der Pandemie tatsächlich selbst ins Wahllokal gehen oder aber nutze ich die Briefwahl? Denn Letztere bietet eine ganz einfache Möglichkeit, ohne Risiko einer Ansteckung seine Kreuzchen abzugeben. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass viele Einwohner der Hochtaunuskreisgemeinden auf genau dieses Angebot zurückgreifen:

Obwohl man noch bis um 13 Uhr am Freitag vor der Wahl Briefwahlunterlagen beantragen kann, hat man in Neu-Anspach bereits in dieser Woche so viele Briefwähler registriert, wie sonst in "normalen" Jahren - und Mathias Schnorr, Neu-Anspachs Wahlleiter, geht davon aus, dass es noch deutlich mehr werden. Das gleiche Bild zeigt sich auch in Usingen, Wehrheim und Weilrod: Auch hier werden es außergewöhnlich viele Briefwähler. In Usingen wurden laut der Stadt bislang 2288 Briefwahlunterlagen ausgestellt, das ist aktuell ein Prozentsatz von 18,51. In Wehrheim wurden bislang 1982 Briefwahlunterlagen verschickt - dort geht Wahlleiterin Jaqueline Loll davon aus, dass fast 70 Prozent aller Wahlberechtigten Briefwahl nutzen werden. Ähnlich ist die Situation in Weilrod: Im Weilroder Wahlamt haben sich bislang 1100 Einwohner für die Briefwahl registrieren lassen, in normalen Jahren waren es nur etwa 700. "Und ich habe hier noch stapelweise Anträge liegen", berichtet Kornelia Schreier vom Weilroder Wahlamt.

Allerdings kann man sich im Internet auf der offiziellen Seite ekom21, über die sämtliche Kommunen in Hessen die Beantragung von Briefwahlunterlagen ermöglichen, seine Wahlunterlagen auch an eine ganz andere, dort neu hinterlegte, Adresse schicken lassen. Rein theoretisch könnte dies jeder auch für einen anderen tun. Wie sicher also ist Briefwahl gerade unter diesem Aspekt? "Sehr sicher", versichert Schnorr. Denn ein verzahntes System aus Melderegister, Wahlbenachrichtigungen, der Wahlbenachrichtigungsnummer und Hinweisbriefen, kombiniert mit moderner Technik verhindert, dass sich irgendjemand Fremdes die Briefwahlunterlagen eines anderen zuschicken lassen kann:

Um Missbrauch zu vermeiden bekommt man zusätzlich immer einen Hinweis an die Hauptadresse, dass die Unterlagen an eine andere Adresse versendet wurden. "Wurden Briefwahlunterlagen einmal versendet, so wird dies im Wählerverzeichnis eingetragen und eine Wahl im Wahllokal ist nicht noch einmal möglich", erklärt Schreier. Hat man einen Versand indes selbst nicht beantragt, so kann man die einzigartige Nummer seiner Wahlbenachrichtigung sperren lassen. Zudem schicke man, als weiteren Sicherheitsfaktor, bei der Wahl seine unterschriebene Wahlbenachrichtigung mit den Briefwahlunterlagen zurück. Sollte jemand anders jedoch die Post geöffnet und sogar unterschrieben haben, ist dies Urkundenfälschung und strafbar.

Mittlerweile wappnet man sich in den Wahlämtern nun darauf, dass noch mehr Briefwahlanträge eingehen werden. "Bei der letzten Kommunalwahl haben von 5000 Wahlberechtigten nur 3000 gewählt. Wir haben darum 2500 Briefwahlunterlagen im letzten Sommer geordert." Doch nun ist sie sich nicht mehr sicher, ob das ausreichen wird. "Wir überlegen, ob wir noch einmal nachbestellen", erklärt Schreier, und hofft, dass diese Bestellungen auch noch rechtzeitig eintreffen.

Bleibt den Wahlämtern nun nur noch, passende Wahlhelfer zu finden, was in der Pandemie - wen wundert es - schwieriger ist als sonst.

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