DRK Hochtaunus: Dauereinsatz statt Erster Hilfe

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HOCHTAUNUS - (kh). Soll einer der 50 Tröste-Teddys, die gestern ihren Dienst für den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes antraten (siehe Bericht oben) sich vielleicht mal um den DRK-Geschäftsführer kümmern? Nein, Axel Bangert ist ja schon groß. Sorgen hat er aber dennoch, denn - Spaß beiseite - nicht zuletzt die Corona-Pandemie verlangt weniger erste als vielmehr dauernde Hilfe.

Etwa, wenn es um die ungezählten Corona-Tests geht, die das DRK im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes alleine in den Alten- und Pflegeheimen vornimmt. "Nur in den Hotspots sind da bislang rund 2 500 Einsatzstunden angefallen", so Bangert im Gespräch mit dem UA. Aber wozu noch diese Tests, wenn die Seniorinnen und Senioren schon alle durchgeimpft sind? "Was nutzt das?", antwortet der DRK-Chef überraschend mit einer Gegenfrage, und betont: "Nicht alle haben sich impfen lassen, und die Immunisierung schlägt bei alten Menschen nicht mehr so gut an, weswegen sie sich auch ein zweites Mal infizieren können." Tatsächlich seien alleine im Kaiserin Friedrich Haus in Kronberg von 108 Bewohnern wieder sieben an Corona erkrankt. Drei von ihnen, die sich nicht hätten impfen lassen wollen, schwer, vier Bewohner/innen, die ihre zweite Impfung schon erhalten hatten, glücklicherweise nur leicht. "Unsere mobilen Tester haben also nach wie vor viel zu tun", sagt Bangert, der allerdings damit rechnet, dass Corona-Tests in solchen Einrichtungen im kommenden Jahr zum Alltag gehören und ohne die Hilfe des DRK ablaufen können.

Ob das auch für die Schulen gelten wird? Die Einführung der Tests im Hochtaunuskreis unterstützte das DRK mit 40 Patenschaften; dabei nahmen die Fachleute der Lehrer- und Schülerschaft die Scheu vor dem Verfahren und unterstützten mit Informationen zur Handhabung den Ablauf. "Wir wollen den Schulen damit eine gewisse Sicherheit geben, auch im Umgang mit den Tests. Das hat gut funktioniert und wir waren positiv überrascht, dass es dabei so wenige positive Testergebnisse gegeben hat", so Bangerts Fazit. Landesweit seien in dieser Phase nur 300 Erkrankungen in den Schulen registriert worden.

"Glücklicherweise alles im grünen Bereich" vermeldet Axel Bangert aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen für Flüchtlinge in der Jugendherberge in Grävenwiesbach. Ihr gilt wie allen Orten, an denen Menschen auf engerem Raum zusammenleben, in Zeiten von Corona eine erhöhte Aufmerksamkeit. Jeden Tag sind hier Mitarbeiter des DRK im Einsatz, um die Gesundheitsbetreuung zu gewährleisten. "Und zwar ehrenamtlich!", betont Bangert und verweist auf die rund 600 Mitglieder des DRK Kreisverbands, die sich in ihrer Freizeit unentgeltlich für das Wohl ihrer Mitmenschen engagieren; aktiv werden könnten in diesen Tagen allerdings (neben 400 Hauptamtlichen) kreisweit nur 300 Ehrenamtliche, denn viele Angebote des Roten Kreuzes können in der Pandemie nicht aufrecht erhalten werden. Von der Begegnungsstätte bis hin zur Gymnastikstunde: Das Virus mache viele Einrichtungen und Veranstaltungen im Bereich der Wohlfahrts- und Sozialarbeit unmöglich, berichtet der DRK-Geschäftsführer. So auch im Seniorentreff in Königstein: "Gerade jetzt, wo Zuspruch so nötig wäre, ist es geschlossen. Da blutet einem das Herz."

Zufriedenstellend erledigt ist immerhin die jüngste Baustelle des DRK-Kreisverbandes: die Verlegung der Bewohner des Hochtaunusstifts in Neu-Anspach, das wie berichtet schließen musste. Aktuelles und gut vorangehendes Projekt: der Bau einer neuen Rettungswache in Friedrichsdorf. Das Zwei-Millionen-Projekt soll nach den Sommerferien abgeschlossen und in Betrieb genommen werden.

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