FDP will Hochtaunuskreis zur Smart-Region entwickeln

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FRIEDRICHSDORF - (hs). Während sich die meisten Fraktionen bei der jüngsten Kreistagssitzung zurückhielten, um so in Zeiten der Pandemie einen möglichst kurzen Sitzungsverlauf zu ermöglichen, wollte es die FDP mit zahlreichen Anträgen wissen. Unter anderem wollen die Liberalen den Hochtaunuskreis zu einer sogenannten "Smart-Region" entwickeln.

Es gebe bisher, so Franz Tauber, 50 Kommunen in Deutschland, die an diesem Projekt beteiligt seien, unter anderem Freiburg und Köln. Auch der Hochtaunuskreis solle die Zeichen der Zeit erkennen und mitmachen. Ziel sei es, digitale Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene zu nutzen und zu vernetzen. "Digitalisierung wird das entscheidende Thema der 2020er-Jahre sein", argumentierte Tauber. So könnten beispielsweise Laternen aufgestellt werden, die nur noch dann leuchten, wenn sie passiert werden. Viele Städte und Landkreise hätten ihre "Smart City/Smart Region-Projekte" bereits begonnen, der Hochtaunuskreis dürfe diesen Zug nicht verpassen. "In zehn Jahren sollte der Hochtaunuskreis nicht nur eine neue Website haben, sondern er sollte gemeinsam mit Partnern ein führender Landkreis im Bereich digitale Vernetzung, Plattformen und Dienstleistungen sein", hieß es in dem FDP-Antrag. "Abwarten reicht nicht, wir müssen auf den Zug aufspringen", forderte Tauber.

"Wir sitzen doch bereits drin", konterte der Usinger Alexander Jackson (CDU). So sei der Kreis beispielsweise bereits dabei, Lücken beim Breitbandausbau zu schließen. "Smart ist, wenn man das Rad nicht immer neu erfinden muss", sagte er. Die Kreis-Koalition plädierte in einem Änderungsantrag dafür, dass der Kreisausschuss zunächst einmal prüfen sollte, ob die Entwicklung des Kreises hin zu einer "Smart Region" überhaupt sinnvoll sei. Eine erste Bestandsaufnahme solle dann im Sommer im Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss des Kreises erfolgen.

Die Linke warf der FDP vor, mit der Forcierung des "Smart-Region-Projektes" vor allem bestimmte Unternehmen mit Aufträgen versorgen zu wollen und Lobbyisten zu bedienen.

Mit den Stimmen der Koalition, den Grünen und der Linken wurde der Änderungsantrag angenommen.

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